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Stöger zum Ablöse-Boom: "Salary Cap unmöglich"

Peter Stöger trinkt gelassen seinen Kaffee. Die Länderspiel-Pause hat der Trainer des 1. FC Köln genutzt, um an Schwachstellen seiner Spieler zu arbeiten. Nach vier Pflichtspielen ist eine neue Richtung zu erkennen. Aber wie sieht der Österreicher das große Ganze beim Effzeh? Im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN gibt er Einblicke.

Köln – Im zweiten Teil des großen Stöger-Interviews erklärt der 49-Jährige, warum die Transfer-Spirale ihn kalt lässt und warum ein 40-Millionen-Euro-Gebot „überragend“ wäre. Er hält einen Salary Cap für „ziemlich unmöglich“ und fordert von seinen Spielern, dass sie trotz ihres Status‘ ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Den ersten Teil des Interviews gibt es hier.

GBK: Herr Stöger, die Transferperiode ist gerade zu Ende gegangen. Sie haben im Spaß gesagt, für 40 Millionen würden Sie den besten Spieler gehen lassen. Was würde sich für Sie mit einer solchen Summe verändern?
Ich würde sagen: Das wäre überragend. Wir hätten die Möglichkeit, die Schulden zu tilgen und uns als total gesunder Verein strukturell zu verbessern. Sportlich würde ein Spieler mit solcher Wertigkeit natürlich fehlen, aber wir würden es mit neuen Ideen auffangen. Und das würden wir schaffen.

Kann sein, dass das ein Risiko war

Weil…?
Nehmen Sie Patrick Helmes! Wir haben ihn ja strategisch geholt, nicht nur, um aufzusteigen, sondern weil er schon Bundesliga-Erfahrung hatte. Der ist uns weggebrochen, er hat keine Minute nach dem Aufstieg gespielt. Aber wir haben trotzdem keinen mehr dazu geholt. Es hat uns kaum einer zugetraut, seinen Ausfall aufzufangen. Dafür hat sich Tony Ujah entwickelt und viel dafür getan, dass wir die Klasse gehalten haben. Dann ist er gegangen und einige haben gefragt: Warum gebt Ihr den besten Stürmer ab? Kann sein, dass das ein Risiko war. Aber wir haben überlegt und Anthony Modeste geholt. Ich bin nicht so überheblich und sage: Uns wird so etwas immer wieder gelingen. Aber der Plan ist ohnehin nicht, unsere ganzen guten Spieler für viel Geld wieder zu verkaufen.

Sondern?
Sie zu entwickeln. Sie sind jung, talentiert und können noch besser werden. Und wenn sie noch besser werden, sollten wir uns auch sportlich als Team weiterentwickeln. Zumindest, wenn ich mit meinem Trainerteam nicht alles falsch mache. (lacht) Im Ernst: So verstehe ich diese Spirale. Ob dann auch die Angebote kommen, das werden wir sehen.

Weiterlesen: „Ich halte einen Salary Cap für ziemlich unmöglich“

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