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Der Spagat zwischen Gewinn, Erfolg und FC-Identität

Nach der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln hat sich der Mitgliederrat der Geissböcke in dieser Woche neu aufgestellt. Die Wahlen in der Lanxess Arena hatten alle 14 Kandidaten in den Rat gehoben. Nun wählten diese ihre Vorsitzende und gaben sich ein neues Programm. Im Fokus steht der Spagat zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Erhalt der FC-Tradition.

Köln – Am Dienstagabend hatte sich der Mitgliederrat zu einer konstituierenden Sitzung eingefunden. Dabei wurden Stefan Müller-Römer und Dr. Carsten Wettich einstimmig als Vorsitzende gewählt. „Das Präsidium freut sich auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit mit dem Mitgliederrat“, ließ Präsident Werder Spinner wissen. „Dieses Gremium stärkt die Transparenz im Verein und die Rechte der Mitglieder.“

Eines der besonderen Rechte des Mitgliederrates ist das Vorschlagsrecht für das neue Präsidium, das die Mitglieder im Herbst 2016 wählen sollen. Alles andere als eine Nominierung des bisherigen Präsidiums Spinner/Schumacher/Ritterbach wäre eine Überraschung, zumal der FC unter Führung des Vorstands seit dem Abstieg 2012 eine positive Entwicklung genommen, die finanzielle Schieflage in den Griff bekommen und die sportliche Entwicklung wieder auf Kurs gebracht hat.

Stefan Müller-Römer und Markus Ritterbach im Gespräch.

Stefan Müller-Römer und Markus Ritterbach.

Wirtschaftlicher Erfolg versus Erhalt der Identität

Für den Mitgliederrat gilt es, in den kommenden Monaten einen Spagat zu schaffen. Einerseits strebt der FC nach den Rekordzahlen aus dem Geschäftsjahr 2014/15 weiter in Richtung Umsatzsteigerung, höheren Gewinnen und breiterer Vermarktung. Eine Entwicklung, die einerseits aufgrund der Schulden unumgänglich ist, andererseits dem sportlichen Erfolg zuträglich sein soll.

Allerdings wurde während der Mitgliederversammlung auch klar: Die Fan-Basis fürchtet um die fundamentalen Werte des Traditionsklubs. Immer, wenn einer der Redner auf die Themen Investor, Ticketpreise, Fankultur und TV-Vertrag zu sprechen kam, gab es dann den größten Applaus, wenn die Kernbotschaft lautete: wirtschaftlicher Erfolg ja, aber nicht um jeden Preis.

Weiterlesen: Die Suche nach dem „gesunden Mittelweg“

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