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Spinner in den USA: Effzeh schielt auf US-Talente

Der 1. FC Köln und die USA: Die Geissböcke bauen ihre Vermarktung in den Vereinigten Staaten weiter aus. Nach dem Trainingslager im Januar 2015 reiste am Mittwoch Präsident Werner Spinner in den Bundesstaat Indiana, um dort den Effzeh zu präsentieren. Der Trip ist Teil der Strategie, die der Effzeh in Sachen Auslandsvermarktung verfolgt. Dabei spielen aber nicht nur wirtschaftliche Interessen eine Rolle, sondern auch sportliche.

Köln/Indianapolis – Werner Spinner weilt in den kommenden Tagen in Indianapolis, wo am Donnerstag der erste US-Fanklub des 1. FC Köln gegründet wird. Zudem wird der Präsident an der University of Indianapolis sowie an der Butler-University an Podiumsdiskussionen über Fußball in Europa und Amerika teilnehmen. „Es geht nicht darum, kurzfristig eine riesige Vermarktungsmaschine in Gang zu werfen“, so Spinner. „Es geht darum, uns in regionalen Märkten langsam Schritt für Schritt zu positionieren.“

Viele Millionen potentieller Talente

Köln und Indianapolis sind seit 1988 Partnerstädte. Daher nach dem Besuch im Januar in Orlando nun also der Fokus auf dem Staat, der westlich von Ohio und südlich von Michigan liegt. Die vordergründigen Ziele sind klar: Die Reise soll den FC in den USA bekannter machen und auch dazu beitragen, dass die Einschaltquoten steigen – der Sender Fox Sports überträgt die Bundesliga in den USA, die Zahlen bleiben bislang aber weit hinter den Erwartungen zurück.

Hinzu kommt: Der FC sucht noch nach seinem „Zielmarkt“, also dem Land oder der Region, in der der FC künftig seine Auslandsvermarktung konzentriert weiterführen möchte. Die Überlegungen richten sich neben dem asiatischen Markt vor allem deshalb auf die USA, weil dort nicht nur großes, wirtschaftliches Potential schlummert. Unter federführender Aufsicht von US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann entsteht dort seit vier Jahren ein Profifußball-System mit komplett neuem Nachwuchs-Unterbau, aufgrund dessen viele Millionen Kinder mittlerweile nicht mehr zum American Football, Baseball und Basketball, sondern zum „Soccer“-Training strömen.

Leo Stolz hat es vorgemacht

Kinder und Jugendliche, die in einigen Jahren für den Effzeh sehr interessant werden könnten. „Vielleicht können wir mittelfristig einmal junge US-Talente für uns gewinnen und umgekehrt jungen Spielern aus Köln die Möglichkeit verschaffen, ein Stipendium in Indianapolis zu bekommen“, so Spinner. „Das macht uns dann noch attraktiver für Nachwuchsspieler.“

Ein Beispiel aus Deutschland ist Leo Stolz. Der mittlerweile 24-Jährige durchlief einst die Nachwuchsakademie des TSV 1860 München und machte sich 2011 eigenständig auf in die USA, wo er ans College ging. Dort spielte für die UCLA Bruins groß auf, wurde zum College-Spieler des Jahres 2014 gewählt und daraufhin von New York Red Bull in die Major League Soccer geholt. Den umgekehrten Weg wünschen sich die Kölner künftig für amerikanische Talente auf dem Weg in die Bundesliga.

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