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Big Brother in der Bundesliga? Die gewollte Überwachung


Die Bundesliga diskutiert über Roger Schmidt und seinen Ausraster gegenüber Julian Nagelsmann. Christian Streich und andere springen ihm zur Seite. Peter Stöger hält sich wie erwartet zurück. Wie so häufig hat die Diskussion zwei Seiten. Mindestens.

Köln – Nein, Peter Stöger wollte nichts zu Roger Schmidt und dessen Sperre sagen. Und zur Verteidigung durch Freiburg-Coach Christian Streich sagte der Kölner Übungsleiter nur: „Emotionen hat jeder, der eine ist extrovertiert, der andere introventiert. Aber ich fühle mich nicht wie von Big Brother überwacht.“

Wir sind von der Straße, von der Wiese, da fetzt es ab und zu

Was war passiert? Roger Schmidt hatte im Spiel Leverkusens gegen Hoffenheim seinen Kollegen Nagelsmann als „Spinner“ bezeichnet und ihn aufgefordert, die „Schnauze“ zu halten. Darüber hinaus fiel der Satz: „Du glaubst wohl, du hast den Fußball erfunden!“ Dafür wurde Schmidt, der ohnehin nach zwei Innenraum-Verweisen auf Bewährung war, für zwei Spiele gesperrt.

Die Replik von Freiburg-Trainer Streich tags drauf war: „Wenn zu mir jemand ‚Halt die Klappe!‘ sagt, ist das für mich, als ob mich jemand fragen würde, wo denn der Ausgang sei. Wir sind hier auf dem Kickplatz, wir sind Fußballer, wir brennen. Wir sind von der Straße, von der Wiese, da fetzt es ab und zu.“ Für Streich sei es ein Unding, dass „wir in den extremsten Situationen vorgeführt werden“. Möglich machen dies die Richtmikrofone, die von der Sportcast, der Bundesliga-Medienfabrik, am Spielfeldrand aufgestellt werden. „Die Leute hören, was unter höchster Anspannung raus muss. Da sitzt man auf der Bank und fühlt sich überwacht“, beschwerte sich Streich.

Ist Schmidt also mehr Opfer als Täter?

Auch das Argument, Schmidt sei als Vorbild auch für Jugendliche und Kinder verantwortlich, wischte Streich energisch beiseite. „Mir soll keiner mit Pädagogik kommen! Hahaha! Genau, weil Kinder nicht mitbekommen sollen, wie man sagt: ‚Halt die Schnauze!'“ Also alles halb so wild? Ist Schmidt nur ein Opfer der Medialisierung der Bundesliga?

Weiterlesen: Big-Brother-Atmosphäre ist von der Bundesliga gewollt

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