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Steht das Geißbockheim auf dem Spiel, Herr Boecker? "Ja!"


Der 1. FC Köln steht vor dem Bruch mit der Stadtverwaltung Köln. Davon ist auch Walther Boecker überzeugt, der langjährige Hürther Bürgermeister und Mitgliederrat der Geissböcke. Er sagt: Der Effzeh muss sich mit einem Wegzug vom Geißbockheim befassen.

Köln – Der GEISSBLOG.KOELN sprach mit dem erfahrenen Kommunalpolitiker, der 16 Jahre lang der Stadt Hürth vorstand und sich seit Jahrzehnten mit Stadtentwicklungspolitik befasst. Für ihn ist das Verhalten der Kölner Stadtverwaltung im Umgang mit den Ausbau-Plänen des Effzeh am Geißbockheim ein Skandal.

GBK: Herr Boecker, wie würden die Menschen in Hürth reagieren, wenn die Stadt Köln den Effzeh so weit treiben würde, dass der Klub das Geißbockheim aufgeben würde? Wäre Hürth dann eine Option?
WALTHER BOECKER: Dann würden die viele Hürther „Hurra“ schreien.

Auch, wenn dann in Hürth die Grünflächen genutzt werden würden?
Das ist ja das Absurde. Egal, wo der FC bauen würde, würden Grünflächen umgewandelt. Das Thema gibt es parallel ja auch im Wohnungsbau. Wenn die Bevölkerung einer Stadt wächst, muss letztere in der Regel Freiflächen nutzen, um Wohnraum zu schaffen. Aber das kriegen die Kölner nur schwer hin. Egal, welche Wiese oder welcher Acker ins Auge gefasst wird: Oft gibt es eine Bürgerinitiative dagegen.

Eine einstimmige Entscheidung ist nicht mehr vorstellbar

Ist das nicht das gute Recht der Bürger?
Schon, aber es bleibt die Frage, wo die Menschen wohnen sollen und wie man Menschen empfängt, die in einer Stadt leben wollen. In Köln gibt es einen starken Bevölkerungszuwachs, deswegen hat sich die Diskussion hier verschärft.

So soll es künftig am Geißbockheim aussehen.

So soll es künftig am Geißbockheim aussehen.

Auch in der Diskussion um den Geißbockheim-Ausbau geht es um Grünflächen: Wie kann man das Problem lösen?
Das eigentliche Problem ist: Zu manchen Menschen dringt man auch mit der sachlichsten Analyse kaum mehr durch. Deswegen kann ich mir eine einstimmige Entscheidung mit allen Interessensgruppen nicht mehr vorstellen. Die Bürgerinitiativen sind so vehement aufgetreten, dass sich insbesondere die Grünen wohl nicht mehr in der Lage sehen, ihre Position noch einmal zu verändern.

Vorschläge, die von keiner Seite akzeptiert werden

Also doch keine Lösung?
Doch. Dafür gibt es ja das Mehrheitsprinzip in der Demokratie, und es müssen solche Mehrheitsentscheide getroffen und durchgesetzt werden.

Warum klappt das nicht?
Weil es immer weiter herausgezögert wird – seit Jahren. Die Grundlagen waren geklärt mit der Stadtverwaltung, es gab einen Aufstellungsbeschluss im Stadtentwicklungsausschuss im Dezember 2015. Fünf Minuten vor Schluss wird dann wieder über neue Vorschläge und Kompromisse nachgedacht, die von keiner der beiden Seiten akzeptiert werden.

Weiterlesen: „Rekers Wortbruch ist ein Ding der Unmöglichkeit“

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