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Steht das Geißbockheim auf dem Spiel, Herr Boecker? "Ja!"


Hat der Widerstand auch mit persönlichen Animositäten gegenüber dem 1. FC Köln zutun?
Indirekt ja. Ich fürchte, dass ein Teil derjenigen in der Bürgerinitiative Menschen sind, die es dem Staat noch einmal zeigen wollen. In deren Augen ist der FC ein Vertreter des „Kapitals“. Es wurde ja in der Argumentation auch von der „Verkapitalisierung“ und „Vernutzung“  öffentlicher Flächen gesprochen. Obwohl die drei neuen Fußballplätze vor allem von der Jugend genutzt werden sollen.

Hat der Effzeh diese Bewegung unterschätzt?
Inhaltlich war der Klub vorbereitet, aber ich glaube, die Heftigkeit war so nicht absehbar.

Wirklich nicht?
Man hätte sich ja zumindest darauf verlassen können müssen, dass diejenigen in der Politik, mit denen man die Pläne diskutiert hatte, auch zu ihrem Wort stehen. Das gilt im Besonderen für die Kölner Oberbürgermeisterin, die vor ihrer Wahl die Pläne ohne Wenn und Aber unterstützt hat und jetzt einknickt.

Rekers Wortbruch ist ein Ding der Unmöglichkeit

Sie werfen Frau Reker also Wortbruch vor?
Ja! Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn das mit einem größeren Wirtschaftsunternehmen passiert wäre, wäre das wohl der letzte Versuch eines solchen Unternehmens gewesen, sich in Köln anzusiedeln. Stellen Sie sich vor, ein größeres, internationales Unternehmen bespricht über zwei Jahre hinweg alles mit der Kölner Verwaltung, holt Gutachten ein, stimmt alles ab, plant die Bebauung dort, wo die Verwaltung sie haben möchte… Wenn es dann am Ende keine politische Mehrheit gibt, ist das ja eine Sache. Aber wenn dieselbe Verwaltung fünf Minuten vorher doch noch umkippt und alles anders machen will, dann ist es das schon ungewöhnlich. Wenn das der Umgang der Stadt Köln mit Investoren ist, wird künftig kein Unternehmen mehr nach Köln kommen wollen. Denn mit einer solchen Verwaltung würde niemand zusammenarbeiten wollen.

Die Fans des 1. FC Köln sprechen sich für einen Verbleib des Effzeh am Geißbockheim aus. (Foto: MV)

Die Fans des 1. FC Köln sprechen sich für einen Verbleib des Effzeh am Geißbockheim aus. (Foto: MV)

Ist der Effzeh dann nicht von vorne herein zu große Kompromisse eingegangen? Hätte der 1. FC Köln nicht eher das Maximale inklusive Campus-Lösung fordern sollen, um dann am Ende mit dem heutigen Plan alle Seiten zufriedenzustellen?
Es wäre vielleicht so gelaufen, aber ich finde trotzdem, dass der 1. FC Köln den richtigen Weg gegangen ist: Schritt für Schritt mit der Kölner Verwaltung alles abzustimmen und sowohl die Fraktionen als auch die Bürger umfassend informieren.

Wird es schon wieder eine Verschiebung geben?

Jetzt soll am 15. Dezember diskutiert werden. Oder wird es schon wieder eine Verschiebung geben?
Eigentlich dürfte das nicht passieren, denn jetzt wurden ja alle Fristen eingehalten. Es sei denn, es würde eine Mehrheit erklären, sie setzen das Thema ab, weil man noch in der Findungsphase ist.

Das klingt nach einem denkbaren Szenario.
Das ist ja das Schlimme.

Was meinen Sie?
Die Kölner Verwaltung hat keinen akzeptablen Beschlussvorschlag gemacht, weder für Befürworter noch für Gegner des Projektes. Weil die Politik sich stattdessen mit immer neuen Ideen beschäftigen muss, wird die Entscheidung immer wieder verhindert beziehungsweise vertagt.

Weiterlesen: „Man muss über eine andere Fläche inklusive Stadion nachdenken“

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