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Osako-Gala in Darmstadt: Effzeh deklassiert Lilien

Der 1. FC Köln hat dank Yuya Osako mit 6:1 (3:0) beim SV Darmstadt 98 gewonnen. Die Geissböcke bekamen nur in der ersten halben Stunde Probleme. Danach drehten sie auf und legten noch vor der Pause mit drei Toren die Grundlage für den ersten Sieg nach zuvor sechs Spielen ohne Dreier.

Darmstadt – Nein, Neuzugang Neven Subotic war nicht der Grund für den Effzeh-Sieg. Der Neuzugang reiste zwar genauso wie der verletzte Timo Horn mit nach Darmstadt, stand aber nicht im Kader. Nicht in der Startelf stand zudem etwas überraschend Dominic Maroh. Peter Stöger opferte den Innenverteidiger für eine weitere Offensivkraft, um auf ein 4-4-2 mit zwei echten Spitzen umstellen zu können. Nach einer Gewöhnungsphase führte diese Umstellung schließlich zum Sieg.

Moment des Spiels

Es lief gut für Darmstadt. Die Gastgeber waren im Spiel und hatten gerade durch Jerome Gondorf eine Großchance vergeben. Da trat Konstantin Rausch zu einem Freistoß an. Sein Schuss landete in der Mauer und von dort bei Pawel Olkowski auf der rechten Seite. Der Pole, bis dahin mit Problemen, flankte scharf in die Mitte, Yuya Osako grätschte in den Ball, doch es war Aytac Sulu, der das Leder per Eigentor zur Kölner Führung über die Linie beförderte. Von da ab lief alles für den Effzeh.

Das Spiel in zwei Akten

Der 1. FC Köln wollte beim SV Darmstadt 98 die ersten drei Punkte im neuen Jahr abholen. Doch die Lilien hatten sich ebenso vorgenommen, das erste Mal seit Oktober wieder zu gewinnen. Gondorf hätte aus elf Metern freistehend einschieben müssen, verpasste somit aber den Hallo-wach-Effekt für 98. Der kam dafür durch Sulus Eigentor. Was der Effzeh anschließend aber ablieferte, glich der Leistung einer Spitzenmannschaft. In der 37. führte ein Konter über Höger, Clemens, Modeste, Osako, Rausch und Bittencourt zu einer Flanke, die Osako freistehend per Kopf verwerten konnte. Und weil Rausch in der 42. Minute perfekt auf Modeste flankte und dieser nur noch einschieben brauchte, war das Spiel schon nach 45 Minuten entschieden.

Die zweite Hälfte begann mit einer Auswechslung. Stöger nahm Modeste raus, der kurz vor einem Platzverweis stand, nachdem er bereits zuvor wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit hätte Rot sehen können. Für ihn kam Artjoms Rudnevs. Bitter wenige Minuten später: Konstantin Rausch musste nach einem Foul gestützt vom Platz gebracht werden. Für ihn kam Maroh, doch Rausch – nach einer guten Vorstellung – musste an alter Wirkungsstätte verletzt raus. Bitter auch, dass Schiri Kampka nach einer Stunde auf eine Heller-Schwalbe hereinfiel und Sidney Sam auf 1:3 stellen konnte. Darmstadt kam noch einmal auf, doch in die neue Hoffnung hinein vollendete Osako aus 20 Metern einen Konter zum 4:1 und zog so den Darmstädtern endgültig den Zahn. Es sprach für die Klasse des Effzeh an diesem Tag, dass sie mit Milos Jojic und Artjoms Rudnevs noch zwei Tore drauflegten. Sechs Tore in einem Bundesliga-Spiel – das sorgte für Feierstimmung pur im Kölner Gästeblock.

Fazit

Der 1. FC Köln hat einen verdienten Kantersieg eingefahren, wenngleich dieser in der ersten halben Stunde so nicht abzusehen war. Darmstadt stellte Köln vor Probleme, erst das Eigentor brachte einen Bruch in das Lilien-Spiel. Dann aber drehte Köln auf und räumte den unangenehmen Gegner mit selten gesehener Effizienz beiseite. Die beiden Wermutstropfen sind Rauschs Verletzung und die Möglichkeit, dass gegen Modeste wegen eines Schlags gegen Sulu ermittelt werden könnte.

So spielte der Effzeh

Kessler – Olkowski, Sörensen, Heintz, Rausch (56. Maroh) – Clemens, Höger, Hector, Bittencourt (74. Jojic) – Osako, Modeste (49. Rudnevs)

Tore

0:1 Sulu (ET, 32.)
0:2 Osako (37.)
0:3 Modeste (42.)
1:3 Sam (66.)
1:4 Osako (72.)
1:5 Jojic (85.)
1:6 Rudnevs (89.)


Alles zum 6:1-Kantersieg des Effzeh in Darmstadt


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8 Kommentare
  1. Lafayette
    Lafayette says:

    Zitat des Redakteurs „…Nein, Neuzugang Neven Subotic war nicht der Grund für den Effzeh-Sieg…“ …dem stimme ich so nicht zu ;-)

    Klar – es war eine gute Mannschaftsleistung des FC sowie die Schwäche und Verlorenheit der Darmstädter selber. Besonders für Osako freue ich mich sehr. Auch hat Stöger taktisch und ganzheitlich ein gutes Händchen mit den Einwechslungen bewiesen!

    Die Abschlußstärke in Sachen Chancenverwertung in diesem Spiel lag klar auch an der desolaten Defensive der Darmstädter. Wenn ein routinierter Offensivspieler so viel Freiräume wie hier in Darmstadt aufgezeigt bekommt, dann muss er das Ding einfach reinmachen. Das haben Osako – Modeste – Jojic – Rudnevs hier professionell bewiesen. Aber die Kunst darin besteht, frei nach Giovanni Trappatoni, die Dinger „…in der Enge…“ reinzumachen. Das heute in Darmstadt war purer Luxus. Clemens hat m.E. versagt. Trotzdem freut mich das wirklich sehr für unsere genannten Offensivkräfte heute. Gibt Selbstvertrauen und Mut für den Rest der noch kommt.

    Der Punkt ist allerdings: Mit der Verpflichtung von Subotic hat die Mannschaft insgesamt einen Schub in Sachen Qualität und Selbstvertrauen gewonnen. Für mich ist klar das Neven Subotic mit ein Kern im Grund für den Sieg des FC war. Ende.

    • R.S.
      R.S. says:

      Vorsicht! Ich bin wegen Subotic auch im Dreieck gesprungen, aber den Sieg über die schnell auseinander gefallenen Darmstädter, hat die Mannschaft (dank der klugen Taktik von Stöger!) schon ganz alleine geschafft.

      Du läufst eine sehr große Gefahr, einer – zum Teil seit Jahren eingespielten – Mannschaft, die obendrauf in dieser Saison mit viel Herzblut, oft deutlich nah am Limit spielt und zu recht auf dem 7. Tabellenplatz steht, völlig die Qualität abzusprechen. :-)

      Derjenige, der durch seine bloße Anwesenheit auf der Bank den FC durch das Feld fliegen lassen sollte war Christoph Daum ;-) und das ist GsD schon ziemlich lange her!

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