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Draxler oder Hector: Welchen Weg wählt Anthony Modeste?


Wenn Peter Stöger am Montagnachmittag die Spieler des 1. FC Köln zum Vorbereitungsstart auf den Trainingsplatz ruft, werden die allermeisten Augen auf Anthony Modeste gerichtet sein. Um den Franzosen ist ein handfester Streit entfacht. 

Köln – Mit seinem Interview am Sonntag hat Anthony Modeste für Aufsehen gesorgt. „Ich möchte nicht, dass die mediale Anspannung weiter steigt.“ Mit diesen Worten eröffnete der 29-Jährige sein Statement, das dann aber einer Abrechnung mit Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle gleich kam. Was verbirgt sich hinter den Aussagen des Franzosen?

1. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt gebeten, gehen zu können.“

Dieses Argument liegt allen weiteren Äußerungen zu Grunde. Doch was ist es wert? Zur Erinnerung: Im Sommer 2016 versuchten Modestes Berater dessen Ausstiegsklausel für einen Wechsel nach China zu aktivieren. Das misslang, doch Modeste pokerte sich so zu einem hoch dotierten Vertrag inklusive Signing Fee, um die Ausstiegsklausel zu streichen. „Das ist Politik! Es war kein Thema zu wechseln“, sagte der 29-Jährige später.

Anthony Modeste mit dem 1. FC Köln in China. (Foto: 1. FC Köln/René Schiffer)

Nach dem neuerlichen Werben aus China im Februar folgten mehrfach kryptische Äußerungen Modestes. Im Zentrum stand seine Aussage: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich muss mit Jörg Schmadtke reden.“ Klar war zu diesem Zeitpunkt aber lediglich: Modeste hat einen gültigen Vertrag bis 2021 ohne Ausstiegsklausel. Warum also hätte Modeste von etwas anderem als einem Verbleib in Köln ausgehen sollen, wenn er selbst nicht hätte wechseln wollen?

2. „Man hatte mich nicht zu den offiziellen Foto-Aufnahmen der neuen Trikots eingeplant“

Der Stürmer erklärte dies mit dem Umstand, dass der Effzeh den Franzosen trotz überragender Saison nicht für das Foto-Shooting zum neuen Trikot berücksichtigt hatte. Ein Blick nach Gelsenkirchen hätte Modeste die Antwort geliefert. Dort fuhren im Sommer 2015 Busse und Autos mit Julian-Draxler-Transparenten durch die Stadt und verkündeten: „Mit Stolz und Leidenschaft bis 2018“ – nur wenige Wochen später wechselte Draxler nach Wolfsburg.

Ein Marketing-Super-GAU, den sich der Effzeh ersparen wollte. Nach den Angeboten im Sommer 2016 und Februar 2017 war man sich am Geißbockheim sicher, dass im Juni 2017 erneut ein Angebot aus dem Reich der Mitte kommen würde. Und nach dem Angebot über 55 Millionen Euro im Februar hatte man sich auch darauf verständigt: Sollte ein solches Gebot noch einmal kommen und Modeste wechseln wollen, würde man dem Deal zustimmen.

Weiterlesen: Hector widerlegt Modeste – wer bislang ging, tat dies freiwillig

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