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Draxler oder Hector: Welchen Weg wählt Anthony Modeste?


3. „Ich habe immer gesagt, dass ich gehen würde, wenn die Klubs sich einigen“

Nun ist es aber nicht so, dass der 1. FC Köln seine Leistungsträger in den letzten Jahren reihenweise vom Hof gejagt hätte. Ein kurzes Gespräch mit Jonas Hector hätte Modeste gezeigt: Wenn ein Spieler sich in Köln wohl fühlt und unbedingt bleiben will, wird er nicht zu einem Verkauf gedrängt, nur weil die Ablösesumme stimmt. Sonst hätte der Effzeh bei Hectors Angeboten aus Barcelona, London oder Paris längst aktiv auf einen Transfer drängen müssen.

Die Spieler, die den Klub in den letzten Jahren für viel Geld verließen, taten dies aus freien Stücken. Anthony Ujah ging nach vor, Kevin Wimmer verwirklichte sich seinen Traum von England und Yannick Gerhardt wollte nach Wolfsburg. Und Modeste? Fakt ist: Schon vor der Entscheidung des Klubs, welche Spieler am Trikot-Shooting zur neuen Saison teilnehmen sollten, war es Modeste selbst gewesen, der mit einem Wechsel kokettierte – als er im März im französischen Fernsehen einen Wechsel nach Marseille nicht ausschließen wollte.

4. „Eine Zukunft ins Auge fassen, um meine Karriere in Köln zu beenden“

Wollte Modeste deshalb mit Jörg Schmadtke reden? Nicht wegen eines Wechsels, sagte der Franzose. Es wäre ihm bei einem Gespräch um die Frage gegangen, wie sein Karriereende in Köln aussehen könne. Das verwundert alleine deswegen, weil der Vertrag des Stürmers noch vier Jahre bis 2021 läuft – mit 29 Jahren scheint der zweifache Familienvater von einem Karriereende noch weit entfernt.

Alexander Wehrle und Jörg Schmadtke waren beide in Shenyang mit dabei. (Foto: 1. FC Köln/René Schiffer)

Fakt ist allerdings, dass es zu keinem Gespräch gekommen ist. Das müssen sich beide Seiten ankreiden lassen. In der Gemengelage hätten auch Schmadtke und Wehrle proaktiv auf den Stürmer zugehen können, um die Fronten von vorne herein zu klären. Das geschah nicht, weil man keinen Bedarf sah. Offenbar gab es ihn doch. So war es wiederum auch Modestes Pflicht gewesen, das Gespräch zu suchen. Spätestens auf der China-Reise wäre dazu – im passenden Umfeld – Zeit gewesen.

5. „Wie es weitergeht, weiß niemand“

Dieser Satz ist wohl der zutreffendste für die gesamte Situation. Ein Ausgang ist völlig offen. Modeste machte überdeutlich, dass er mit Schmadtke und Wehrle aktuell keinen engen Umgang pflegen möchte. Auf seine Mitspieler und das Trainerteam hingegen freue er sich. Das darf er am Montag gerne demonstrieren.

Dennoch bleibt ein ernstes Gespräch mit der Geschäftsführung nicht aus. Alle Parteien müssen sich in die Augen schauen und Tacheles reden: Was will der Stürmer? Was will der Klub? Keine Spielchen mehr, sondern der direkte Austausch ohne Berater, Medien und Filter. Das wird am Montag wohl passieren. Danach sollten alle wissen, wohin die Reise geht.


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