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Dialog mit Fans auf Eis – Spinner kündigt Strafen an


Der 1. FC Köln und seine aktive Fanszene: Diese ohnehin schon seit Jahren schwierige Beziehung ist in den letzten Monaten noch weiter abgekühlt. Insbesondere Präsident Werner Spinner und die Ultras stehen auf Kriegsfuß. Das wurde in den letzten Tagen einmal mehr deutlich.

Köln – Der Skandal von Belgrad war gerade drei Tage her, als sich ein deutlich hörbarer Teil der Südkurve nach dem Schlusspfiff gegen Freiburg an die Haupttribüne wandte. „Vorstand raus“, ertönte es. Werner Spinner war da schon nicht mehr im Stadion. Doch der Präsident hatte bereits vorher gewusst, was kommen würde.

Die aktive Szene hat sich aus dem Dialogprozess verabschiedet

Am Montag nun wurde Spinner auf die Rufe der Fans am Sonntag angesprochen. Seine Antwort ließ tief blicken. „Im Moment ist die Situation mit der aktiven Fanszene schwierig“, sagte der FC-Präsident. Der Vorwurf des Vorstands: „Es wird alles zusammengemischt: das Thema 100% FC, das Thema Stadionneubau, das Thema Investoren, jetzt die sportliche Krise. Die aktive Szene hat sich aus dem Dialogprozess verabschiedet. Wie wir das wieder hinkriegen, ist zur Zeit nicht absehbar.“

Dass Spinner selbst diese verschiedenen Punkte ungefragt auflistete und damit selbst vermengte, zeigt, wie tief die Frustration beim 69-Jährigen sitzt. Mehrere dieser Themenfelder hatte der Präsident unsouverän und dünnhäutig moderiert. Immer wieder hatte er sich deswegen in den letzten Monaten harte Kritik anhören müssen. Nun verliert ein Teil der Fanszene die Geduld mit dem Vorstand und fordert den Rücktritt. Diesen hat das Präsidium bekanntlich abgelehnt, stattdessen in einem offenen Brief eigene Fehler eingestanden.

Belgrad-Strafe soll an Fans weitergegeben werden

Dieses Schreiben hat die aktive Fanszene allerdings kaum beruhigt. Und der nächste Konflikt steht bereits vor der Haustür. Das beschämende Verhalten der FC-Ultras in Belgrad wird zu einer Strafe für den Effzeh durch die UEFA führen. Spinner nannte die Vorfälle vom vergangenen Donnerstag „nicht akzeptabel“. Der Klub müsse nun abwarten, wie hoch die Strafe durch die Europäische Fußball-Union ausfallen wird. „Dann werden wir sehen, wie wir damit umgehen, was Regresse angeht.“ Der FC hat rechtlich inzwischen die Möglichkeit, Strafen an die verantwortlichen Fans weiterzugeben. Dies werden die Geissböcke auch im Falle der Belgrad-Vergehen versuchen. Zumindest in dieser Hinsicht dürfte Spinner die Mehrheit der FC-Fans hinter sich wissen, denn die offene Ablehnung, die den Ultras bereits während des Spiels aus dem eigenen Fanblock entgegen schlug, offenbarte, dass sich auch unter den Fans längst mehrere Lager gebildet haben.

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