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Die Hinrunde des Grauens: Chronik eines Niedergangs

Die Ursprünge und Anfänge des Absturzes

Als der 1. FC Köln am 20. Mai 2017 erstmals seit 25 Jahren wieder in einen europäischen Wettbewerb einzieht, kann noch niemand ahnen, dass sich dieses Ereignis als Segen und Fluch zugleich erweisen wird. In den kommenden sieben Monaten erlebt der Effzeh einen nie da gewesenen Absturz. Die Chronik eines Niedergangs.

Die Sommerpause

Noch am Tag des größten Erfolgs seit 25 Jahren geht etwas kaputt. Wirklich erkennbar wird dies aber erst Monate später. Peter Stöger ist kräftemäßig am Ende. Aber auch die Mannschaft, die eigentlich feiern will, muss zu einer China-Reise aufbrechen, auf die niemand Lust hat. Die folgenden Wochen werden statt von Freude über den Erfolg überschattet von einem unsäglichen Transfertheater um Anthony Modeste. Zu allem Überfluss lassen es sich einige FC-Profis im Urlaub zu gut gehen. Statt sich professionell auf die neue Saison vorzubereiten, lassen sie es schleifen. Das soll weitreichende Folgen haben.

Die Vorbereitung

Die Vorbereitung beginnt mit dem nicht enden wollenden Theater um Modeste, ehe der Franzose während des ersten Trainingslagers tatsächlich nach China wechselt. In dieser Phase arbeiten die FC-Profis an ihrer Fitness für die Dreifachbelastung. Doch Stöger ahnt, dass einige Spieler körperlich den Anforderungen hinterher hinken. Zu allem Überfluss reißt im Stillen das Tischtuch zwischen dem FC-Coach und Sportchef Jörg Schmadtke. Die getätigten Transfers werden zu Streitpunkten, obwohl ein halbes Jahr später klar werden wird, dass zumindest Jannes Horn und Jorge Meré gute Investitionen sind. Entscheidend aber ist: Jhon Cordoba ist ursprünglich lediglich als Ergänzung zu Modeste im Sturm eingeplant. Der eigentliche Ersatz aber kommt nie. Andere Spieler ebenfalls nicht – die Spieler, die gebraucht werden: ein weiterer Mittelstürmer, ein torgefährlicher Flügelspieler und ein Sechser. Die Optionen, die sich Schmadtke überlegt hat, platzen. Stattdessen kommt mit Tim Handwerker nur noch ein Jugendspieler. Nachwuchs und Talent statt Bundesliga-Erfahrung und Stärke auch in der Breite – Stöger ist unzufrieden, behält dies aber für sich, Schmadtke hingegen setzt nicht um, was möglich gewesen wäre. Fehler, die sich rächen werden und sich bereits in der Vorbereitung andeuten. Nur ein Sieg in den Testspielen, selbst gegen Regionalligisten ist der FC nicht in der Lage Tore zu erzielen. Das Drama beginnt.

Pleitenserie zum Saisonstart

Nach dem Pflichtsieg im DFB-Pokal gegen Lehe kassiert Köln direkt die ersten Pleiten in der Liga. Ein 0:1 im Derby in Gladbach, obwohl die Chancen vor dem gegnerischen Tor da sind. Ein 1:3 gegen den HSV, obwohl Hamburg in der ersten Hälfte nur zweimal aufs Tor schießt, aber doppelt trifft. Der FC dagegen versagt in der Offensive. Noch schlimmer aber beim 0:3 in Augsburg: Jhon Cordoba und Yuya Osako liefern die erste symptomatische Szene der Saison, zu zweit vor dem gegnerischen Torwart schaffen sie es nicht zu treffen. Im direkten Gegenzug fällt das 0:2. So wird der Europa-Auftakt beim FC Arsenal zwar zu einem Fan-Fest, doch neben dem 1:3 bei den Gunners verletzt sich Jonas Hector schwer und fällt den Rest des Jahres aus. Dem Verletzungsschock folgt der erste Tiefpunkt: ein 0:5 bei Borussia Dortmund, blamabel und erstmals auch mit selbst geäußerten Zweifeln an der psychologischen Krisenfestigkeit der Mannschaft.

27 Kommentare
  1. Andy Andy
    Andy Andy says:

    Auf den Punkt gebracht. Leider ist der Vorstand insbesondere Herr Spinner zu eitel um zurückzutreten. Alleine die Abfindung in Höhe von ca. 3,3 Millionen an den Totengräber Schmadtke wäre für mich ein Grund den Vorstand zu entmachten. Aber wo Sie ja jetzt fürstlich entlohnt werden kleben die an ihren Stühlen. Alle schimpften auf WO zu seiner Zeit , doch wie man sieht, es geht noch schlimmer. Spürbar anders halt.

  2. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Zu der Schmadtke-Abfindung von 3,3 Mio Euro: Das war möglicherweise eine typisch „kölsche Lösung“!
    Soweit wir es wissen können, stand damals Toni Schumacher auf der Seite Peter Stögers. Er wollte ihn noch zum Arsène Wenger des FC machen, während es schon nicht mehr lief. Währenddessen – so unser vermeindliches Wissen heute – wollte Werner Spinner und Jörg Schmadtke die Trennung vom Trainer. Was Alexander Wehrle wollte, ist wohl nicht so ganz klar. Wahrscheinlich wollte er Peter Stöger zumindest bis zum Ende der Hinrunde halten. Also gab es in der Führungsetage auf jener dunkwürdigen Sitzung, nach der Schmadtke ausschied, keine Einigkeit. Daher kam es wohl zu einer „kölschen Lösung“, mit der beide Seiten einigermaßen leben konnten: Spinner/Schmadtke schluckten die Tatsache, dass Stöger (vorerst) bleibt. Dafür erhielt Schmadtke ein Schmerzensgeld, das Spinner durchgesetzt haben dürfte. Schumacher/Wehrle kriegten zwar ihren Willen in Sachen Trainer, mussten aber dafür die üppige und nicht gerechtfertigte Abfindung schlucken.
    So macht man das eigentlich in Köln immer, meiner Erfahrung nach, nicht nur beim FC.

  3. Paul Paul
    Paul Paul says:

    Ja, das war alles Schrott in der Hinrunde, und der Hybridrasen und der Vorstand müssen raus, aber der FC wird die Spiele gegen den HSV und Werder gewinnen und dann 7 Punkte mehr als diese beiden Vereine holen, dann ist alles gut! Das schaffen wir!!!!

  4. OlliW
    OlliW says:

    Wenn man das so liest in der Chronologie der Ereignisse, dann ist das echt übel! Was kann alles passieren. Jeder Drehbuchautor würde nachhause geschickt mit den Worten: „Schriev ens jet bessje realistischer und näher am Leeve! Und nit esu ne Fäntasy-Horror-Story!“

  5. Hermann
    Hermann says:

    Natürlich ist so ein Zusammenbruch wie der unsere, immer ein Ergebnis von vielen Faktoren, die auf unglückliche Weise ineinandergreifen und gegen die man dann im weiteren Verlauf auf fahrlässige Weise nicht adäquat reagiert. Wenn wir schon in die Retrospektive eintauchen, muss ich leider noch mal Nachtreten.
    Mir wird es für immer ein Rätsel bleiben wie man es versäumt hat den 5. Platz letztes Jahr richtig einzusortieren. Geblendet von dem sich erfüllenden Traum Europa, hat man willfährig alles für ganz toll befunden, was eigentlich einer eingehenden Analyse bedurft hätte. Diesen 5. Platz hat man als eigene Stärke angesehen, dabei war es vielmehr die Schwäche der anderen die dazu geführt hat. Vergessen hat man den unansehnlichen Fussball der letzten Jahre, das Dutzend Unentschieden pro Saison, der fehlende Matchplan, der oft zu einem Rückstand geführt hat und durch das taktische Korrigieren dann noch zu einem Remis oder Sieg geführt hat. Vergessen unsere Abhängigkeit von einem Stürmer, vergessen das unsere einzige erfolgsversprechende Art zu spielen das Umschaltspiel war, das warten auf den Ballverlust des Gegners, um dann im schnellen überbrücken des Mittelfelds den einen Treffsicheren in aussichtsreiche Position zu bringen. Vergessen das wir mit dem Ball in unseren Reihen seit Jahren nichts anzufangen wissen. Vergessen die Mutlosigkeit, Ideenlosigkeit und das Phlegma unseres Trainers, was sich auf die Mannschaft und dementsprechend auf unser Spiel übertragen hat. Vergessen das absurde festhalten an Nichtleistungsträgern, welches geradezu groteske Züge angenommen hat.
    Jeder in den führenden Positionen beim FC hat seinen Teil zum Problem beigetragen, Peter Stöger hat jedoch den größten Anteil daran. Was kann man ihm Rückblickend zugute halten? Aufstieg – Platz 12 – Platz 9 – Platz 5. Das hat zu viele bei uns hier geblendet und Peter Stöger geschützt und die völlig verschrobene Heiligenverehrung ermöglicht. Sicher muss man sich bei differenzierter Betrachtungsweise der Frage stellen, was man den nun lieber möchte; einen durchschnittlichen Fussball der uns in der Tabelle noch oben bringt, oder aber den Versuch des ansehnlichen Fussballs der uns tabellarisch vielleicht nicht nach oben schwemmen würde? Man darf aber auch erwähnen, das sich ein gepflegter Fussball und Erfolg nicht per se ausschliessen. Dazu fehlen uns die Spieler? Auch die Verantwortung der sportlichen Leitung.
    Wie konnte man nur an einem Trainer festhalten, der sich im Sommer zu ersten Sondierungsgesprächen mit dem Verein trifft, bei dem er jetzt Trainer ist? Zorc sagte, man habe sich kennenlernen wollen. Sind wir denn wirklich so dumm das zu glauben? Wir können doch als Baby nicht so oft vom Wickeltisch gefallen sein.
    Ich habe mich bereits lang und breit über unsere problematische Erwartungshaltung ausgelassen, denn genau diese hat dazu geführt das wir nicht rechtzeitig gehandelt haben. Wir haben zu wenig erwartet, die Tabelle hat uns genügt, unfähig zu erkennen das diese Momentaufnahme regelmäßig bestätigt werden muss. So haben wir gehofft das sich unser Durchschnittsfussball nicht entwickeln muss, denn die Erfahrung lehrt ja das wir damit von Jahr zu Jahr einen besseren Tabellenplatz erreichen konnten. Rausch und Olkowski können nichts? Lehmann altert uns unter den Händen weg? Jojic pendelt zwischen Weltklasse und Unfähigkeit? Wir verändern nichts? Hey geschenkt; Aufstieg-12-9-5-London…..Absturz….und das ganze wieder von Vorne.
    Man sieht ja momentan wie Stöger seine Idee vom Fussball um die Ohren fliegt, in einem Verein der eine andere Erwartungshaltung hat. Jetzt traut er sich nicht mehr zu sagen; wir verändern nichts, jetzt kann er garnicht schnell genug beteuern das der BVB nach der Winterpause einen attraktiveren Fussball zeigen wird. Jetzt kann er noch nichtmal mehr in München bei den großen Bayern feige auftreten und jetzt hilft auch das Gefasel; wir waren gefühlt dieses oder jenes nichts mehr. Bei uns musste er das nicht, wir sind ja nicht der BVB. Was auch stimmt, die Voraussetzungen sind völlig unterschiedlich, trotzdem nehme ich es ihm übel das wir als Durchschnitt, als beliebig angesehen wurden. Jetzt verlangen nicht nur die Fans, Hurra Fussball sondern ganz Fussballdeutschland vom BVB die Stärke, die Bayern kitzeln zu können. Jetzt ist Stöger getrieben und schon verändert er seine Haltung, war ja bei uns nicht nötig, uns konnte man den ewig gleichen Brei vorsetzen, jetzt wollen alle Steak und zwar auf den Punkt gebraten.
    Man hätte sich im Sommer trennen müssen, nach dem „ich fühle mich so leer“ geblubber, hab aber noch genug Energie um mich mit dem BVB an einen Tisch zu setzen. Heute bin ich der festen Überzeugung das Schmadtke diesen Gedanken auch im Sommer hatte, sich aber weder gegen die Pro Stöger Strömungen im Verein, noch gegen die Stöger Anbetung der Fans durchsetzen konnte. Insofern meine ich das wir uns, oder sagen wir, der größte Teil der Genügsamen unter uns, nicht von Schuld freisprechen können.

  6. Elke L.
    Elke L. says:

    Sehr gute Überlegungen Hermann. Wir, die meisten zumindest, haben es nicht besser verdient.

    Hätte man im Sommer Peter Stöger entlassen, wären die meisten Fans Sturm gelaufen, Schmadtke hätte dennoch nicht anders eingekauft und ein neuer Trainer wäre dann im Laufe des Herbstes schon entlassen worden, denn der Start mit nicht fitten Spielern wäre wahrscheinlich genauso in die Hose gegangen. ABER immer hätte es geheißen, ja klar den Stöger entlassen und jetzt haben wir den Salat. Und es wäre schon viel eher der Ruf nach dem Vorstand Raus erklungen.

    Der Geissblog schreibt in seiner Zusammenfassung, dass es im Sommer begonnen hätte, zwischen Stöger/Schmadtke zu kriseln. Ich glaube eher, dass der kicker eher Recht hat indem er in der print letztens schrieb, dass die Risse Ende letzten Jahres entstanden sind. Das würde dann auch die schleichend veränderte Einstellung und Mutlosigkeit unserer Jungs erklären, die dann natürlich ab Sommer verstärkt zu beobachten war. – Das ist aber immer so, wenn die Chefs sich nicht einig sind, dann beginnt es auch im Betrieb zu kriseln, viele ziehen nicht mehr mit oder setzen sich nicht mehr so ein, wie sie es eigentlich könnten.

    Von daher sollten wir als Fans vielleicht auch mal abgewöhnen vorschnell irgendetwas zu verurteilen, was „die da oben“ entscheiden. Und die Entscheider beim FC sollten in Zukunft auch mutiger handeln und dieses Geschäft ordentlich führen, ohne sich zu sehr von Gefühlen und Symphatien leiten zu lassen; und dadurch zeigen, dass wir alle etwas daraus gelernt haben.

    • Michael H
      Michael H says:

      Das Problem ist, dass der Vorstand von Anfang an über wenig bis keine Fußballexpertise verfügte und auch keine Krise durchstehen mußte. Im Gegenteil: alles lief wie am Schnürchen. Das führte zu Pflichtverletzungen oder zumindest -vernachlässigungen an der Spitze. Irgendwann zwischen Juni und November hätte der Vorstand dann handeln müssen – und tat es nicht. Erst dann, als Schmadtke mehr oder weniger deutlich die „Vertrauensfrage“ stellte. Und das diese letztlich überhastete Entscheidung gegen Schmadtke und für Stöger in die Hose ging, sollte mittlerweile auch der letzte Stöger-Jünger reaisiert haben.

      Ich bin gespannt, wie sich der Vorstand in dieser Frage rechtfertigen wird. Leider ist es bis zur JHV noch zu lange hin, um das vernünftig aufzuarbeiten.

  7. Jose Mourinho
    Jose Mourinho says:

    Die ganze Sermon von Hermann ist leider typisch. Jetzt wollen es wieder alle gewusst haben.
    Die handelnden Personen, auch Stöger aber vor allem Schmadke, haben sicher nicht alles richtig gemacht. Aber es ist völlig absurd, nach den wirtschaftlich und sportlich besten vier Jahren der jüngeren Vergangenheit alles madig zu machen, weil es in einer Halbserie katastrophal läuft.

    Sie denken also tatsächlich der Aufstieg in die Bundesliga und die daraufhin konstante Verbesserung der Abschlusstabelle bis hin zu Platz 5 beruht allein auf dem Unvermögen der Konkurrenz? Lächerlich. In einem Haifischbecken wie der 2. Liga und dem Millionengeschäft 1. Liga kann ich eine solche These einfach nur absurd nennen.

    Stöger hat die Taktik den Gegebenheiten angepasst und dann jahrelang das Beste draus gemacht.
    Ich war nahezu jedes Spiel im Stadion und hatte auch regelmäßig nicht den Eindruck, dass Fans und Verantwortliche damit unzufrieden waren. Und auch bei Dortmund hat er es auf Anhieb geschafft, eine Serie von 7 sieglosen Spielen mit 2 Siegen zu beenden. Selbst beim BVB fliegt einem durch eine 1-2 Niederlage bei den Bayern sicher nichts um die Ohren.

    Ich würde mich freuen, wenn der kommende Trainer auch nur annähernd in Reichweite dieser Leistung der letzten 4-5 Jahre kommen würde. Selbst der Wiederaufstieg wird eine mehr als harte Angelegenheit…die Stöger damals übrigens easy gemeistert hat.

    • Michael H
      Michael H says:

      Absurd ist wenn überhaupt Ihr Beitrag.

      Stöger hat aus individuellen Spielern eine Mannschaft geformt und dieser eine unattraktive, aber prinzipiell konkurrenzfähige Taktik übergestülpt. Das war vor rund vier Jahren. Weiterentwickelt hat sich da aber praktisch nichts und die letzte Saison wäre bestenfalls mit Platz 14 geendet, wenn Modeste nicht zufällig die Saison seines Lebens gespielt hätte und wir nicht ein unglaubliches Glück mit der Vermeidung von Verletzungen gehabt hätten. Ein Abstieg wäre auch nicht unwahrscheinlich gewesen.

      Die Kritik an Stöger und seine limitierten taktischen Fähigkeiten als Trainer kann man hier seit mindestens einem Jahr in den Kommentaren lesen. Die Erwartung einer sehr schweren Saison (auch wenn wir wohl eher von 15 statt 6 Punkten ausgegangen waren) war auch Usus.

      Kurz und knapp: mittelfristig werden sich nur Trainer in der Bundesiga halten, die anpassungsfähig sind und sich weiterentwickeln können. Meine Meinung ist nach wie vor, dass Stöger diesem Profil nicht entspricht.

      • Elke L.
        Elke L. says:

        Nicht nur hier Michael H.
        Auch in den Foren wird das schon länger diskutiert, fand dann bis in diesen Sommer allerdings immer da ein Ende, weil man ja auf Platz….landete. Auch gab es im letzten Jahr schon mmer Warnungen von Fans: was ist, wenn Modeste im Sommer geht bzw. wenn Modeste mal eine Serie von Spielen hat, in denen er nicht trifft, dann wird das böse enden. Leider haben diese Leute recht gehabt.

        • Hermann
          Hermann says:

          Micha, Elke und Mike, Danke sehr für Eure Antworten. Ich muss sagen das ich es mir abgewöhnt habe auf Kommentare zu antworten, die meinen nicht richtig gelesen oder verstanden haben und dann eine Wertung abgeben. Niemand muss sich meiner Meinung anschliessen und ich fühle mich auch nicht mehr dazu berufen jemanden davon zu überzeugen. Ich freue mich aber sehr das ich mich Euren Meinungen anschliessen kann und bedauere es zugleich das unsere Annahmen und natürlich die von anderen Kommentatoren, die frühzeitig zu warnen begonnen haben, zur Realität geworden sind. Ich hätte es auch lieber gesehen das Stöger sich selbst, unseren Fussball und die Spieler hätte weiterentwickeln können. Das wäre uns allen ja in unseren Wünschen entgegenkommen, aber es war absehbar das dies nicht eintreten wird.

      • Jose Mourinho
        Jose Mourinho says:

        Selbstverständlich haben sich etliche Spieler weiterentwickelt. Und auch und gerade diese Spielerentwicklung ist Job des Trainers. Von den Talenten Horn und Bittencourt über Zweitligaspieler wie Heintz und jetzige Nationalspieler wie Hector. Auch Modeste ist erst unter Stöger aufgeblüht. Wer hat den vorher sowas hinbekommen? Soldo? Der ebenfalls sympathische Solbakken? Oder Kumpel Stani? Nee, aber die bis zu dieser Saison nur aufsteigende Entwicklung unter Stöger war natürlich ausschließlich günstigen Faktoren geschuldet? Das nenne ich weltfremd.

        Natürlich konnte man diese Saison als schwierig erwarten. Die letzte war ja kaum zu toppen und wenn DER Torjäger eine Mannschaft verlässt gibt es außer bei den ganz großen Clubs überall Probleme. Aber hätte „Schmaddi“ seinen Job gemacht und auch nur einen halbwegs knipsenden Ersatz verpflichtet sowie der DFB statt dem Witz einen echten Videobeweis eingeführt, dann stünden wir in sicherem Gebiet der Tabelle.

    • Mike
      Mike says:

      Schade, dass Sie nicht neben mir im Stadion gesessen haben, dann hätte Sie einen anderen Eindruck gehabt. Taktikmängel, 3er-Kette ohne entsprechende Spieler, unnötiges Festhalten an bestimmten Spielern, etc., meine Sitznachbarn können ein Lied davon singen und entsprechende Kommentare von mir finden Sie auch hier. Und sollte er diese Sturheit und mangelnde Flexibilität der letzten 11/2 Jahre auch beim BVB fortsetzen, wird ihm nicht soviel Geduld entgegengebracht – das ist sicher. Wie es hätte anders gehen können, zeigt Ruthenbeck bereits in Ansätzen.

      • Jose Mourinho
        Jose Mourinho says:

        Schon witzig, mit welchem Selbstbewusstsein manche Leute echte Profis kritisieren. „Taktikmängel, 3er-Kette ohne entsprechende Spieler, unnötiges Festhalten an bestimmten Spielern, etc“ Wie viele Vereine der Bundesligen haben Sie eigentlich schon trainiert? Meister in Österreich? Aufstieg? Europa? Nee, aber dafür Bundestrainer im Kopf…

        • Mike
          Mike says:

          Schon witzig, mit welchem Selbstbewusstsein manche Leute die Arbeit von echten Profis positiv bestätigen:“ Selbstverständlich haben sich etliche Spieler weiterentwickelt.“;
          oder ebenfalls kritisieren:“ Wer hat denn vorher sowas hinbekommen? Soldo? Der ebenfalls sympathische Solbakken? Oder Kumpel Stani? Nee, . . .“
          „Der Bundestrainer im Kopf“:
          • Wie oft hat PS in der Vorsaison und vor allem in der Hinrunde mit einer 3/5er-Kette angefangen, Gegentore kassiert und dann umgestellt auf 4er-Kette? Ist Ihnen nicht aufgefallen? Spätestens beim Spiel BVB gegen Bayern hätten Sie es bemerken können!
          • Wie oft in der Vorsaison und vor allem in der Hinrunde sind die beiden Außen in der 5er-Kette beim Gegenangriff nicht rechtzeitig zurückgekommen? Ist Ihnen nicht aufgefallen?
          • Wie oft hat PS in der Vorsaison und vor allem in der Hinrunde offensiv agieren lassen, ohne einen entsprechenden offensiven, kreativen Mittelfeldspieler zu haben und die entstehende große Lücke zwischen Osako und Lehmann schließen zu können? Ist Ihnen nicht aufgefallen?
          • Wie oft hat PS Osako in der Vergangenheit immer wieder aufgestellt, obwohl weit von seiner Bestform entfernt war? Ist Ihnen nicht aufgefallen?
          • Wie oft hat PS Rausch immer wieder die Ecken schießen lassen und in der Offensive flanken lassen ohne das der Ball einen Mitspieler erreichte? Ist Ihnen nicht aufgefallen?
          • Wie oft hat PS an Olkowski festgehalten, obwohl er von der Schnelligkeit den gegnerischen Offensivkräften unterlegen war? Ist Ihnen nicht aufgefallen?
          • Und so weiter, und so weiter . . . In der Vorsaison konnte man das, wenn man wollte, alles bereits sehen. Der Unterschied zu dieser Saison ist, dass durch mangelnde Fitness und Verletzungspech von einigen Leistungsträgern die Mängel nicht mehr aufgefangen werden konnten. Ist Ihnen nicht aufgefallen?
          Das Ihnen das alles nicht aufgefallen ist, dafür kann ich ja nichts. Ich äußere hier meine Meinung wie Sie auch, allerdings verwende ich keine Totschlags-Argumente.

    • Robert H.
      Robert H. says:

      Das ist völlig richtig, Jose Mourinho! Leider schaltet der Misserfolg das klare Denken bei einigen völlig aus. Wer Stöger als alleinigen „Schuldigen“ für die Misere hinstellt, und dabei behauptet, dass die Katastrophe über die ganze Ära „vorhersehbar“ und eigentlich das Eintreten nur eine Frage der Zeit gewesen wäre, macht es sich nicht nur zu einfach sondern beweist ein geradezu grotesk anmutendes Unverständnis. Na klar – man hätte Stöger schon im Sommer entlassen sollen, besser noch er wäre zurückgetreten, das ging nur nicht, weil es so viele „Jünger“(!!) gegeben hat, die das verhindert haben — ich nehme das keinem einzigen hier ab, der mir das nicht mit Quellennachweis belegt, dass er das wortwörtlich im Sommer so gesagt oder gefordert hat. Ich kann da einfach nur den Kopf schütteln.
      Spätestens dann, wenn die Spielweise unter neuen Trainern „attraktiver“ werden sollte, die Ergebnisse aber dennoch ausbleiben – dann werden einige vielleicht ihre Sichtweise überdenken. Das Gespann Ruthenbeck/Veh kann den Fussball der Mannschaft verbessern wie es will ( was ich im übrigen bei dem Personal schwierig finde) – bei einem Fortdauern der Niederlagenserie werden einer oder beide das Saisonende nicht beim FC erleben.

      • Mike
        Mike says:

        Andersrum wird ein Schuh draus: Auf Grund der „Erfolge“ hat das Denken und Hinsehen bei einigen ausgesetzt. KEINER macht Stöger zum alleinigen Schuldigen und NEIN, die Katastrophe hat keiner wirklich kommen sehen – habe ich aber auch nicht behauptet – aber von Schmadtke direkt auf Spinner als Schuldigen zu kommen und den Trainer bei 3 Punkten nach 14 Spieltagen vollkommen aus der Verantwortung zunehmen, ist wohl ein Witz.

  8. Detlef Lodenkämper
    Detlef Lodenkämper says:

    Am Ende letzter Saison (Platz5!!) habe ich an dieser Stelle Peter Stöger gedankt und gleichzeitig den Wunsch geäußert, es mit einem neuen Trainer zu versuchen, weil ich Zweifel daran hatte, ob PS nach Modestes Abgang in der Lage sein würde, der Mannschaft einen anderen, attraktiveren Spielstil zu vermitteln. Ich habe das damals als Frage in den Raum gestellt, wollte eine Diskussion anstoßen. Was ist dann passiert? Die freundlichste Reaktionen darauf waren, dass ich wohl nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte und von Fußball sowieso null Ahnung (mir wurde auch empfohlen, das Forum sofort zu verlassen). Jetzt sehe ich, wie einer nach dem anderen hier von denen, die den Wiener abgöttisch verehrt haben (und natürlich auch den lieben Schmaddi, wie er hier genannt wurde), nun plötzlich umfällt und auf Stöger draufschlägt. Ja ja, hinterher ist man immer schlauer, hinterher will es immer keiner gewesen sein. Frohes Fest!

  9. Elke L.
    Elke L. says:

    Das ist doch genau das, was ich hier auch schon schrieb, dass etliche Fans vorher gewarnt haben….nachzulesen in Kölner Foren, die sehr übersichtlich sortiert sind und entsprechend die posts jetzt auch noch nachzulesen sind.
    Mir ist nur schon länger das Gerede über unsere ach so schöne Wohlfühloase – alle haben sich lieb – auf den Wecker gegangen ist. Jeder weiß, dass zuviel Druck schädlich ist, aber kein Druck ist genauso schädlich.

    Einer der Mehrschreiber hier, erwähnte doch letztens, dass es hier nicht darum geht, jemanden fertig zu machen, aber das man es verstehen möchte, wie das passieren konnte, was eben passiert ist. – Und es ist zuviel passiert.

    • NICK
      NICK says:

      Man muss halt unterscheiden von denen die „warnen“ und von denen die „vor alles warnen“. Die die damals vor Stöger „gewarnt“ haben, „warnen“ doch jetzt schon vor Ruthenbeck…machen aber selbst keinen eigenen Vorschlag. Wenn man sich immer so hinstellt, dass alles was gemacht wird generell Scheiße ist, dann ist es nachher einfach zu sagen „Hab ich doch gesagt“.

      Stöger hat absolut seine Erfolge und er hat auch Spieler weitergebracht und entwickelt. Viele aber auch nicht und das Spielsystem leider auch nicht. Aber hier zu schreiben, er hätte von Anfang an nur Mist gemacht ist Blödsinn. Wir haben ihm viel zu verdanken. Wir haben nur den Zeitpunkt der richtigen Trennung verpasst. Wie sagt man so schön „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“.

      Ich denke und hoffe, dass alle daraus gelernt haben und einsehen, dass einen kölschen Arsene Wenger nie geben wird, auch wenn man sich das noch so sehr wünscht.

  10. Huey L.
    Huey L. says:

    Da lässt sich nur mit der Bemerkung anschließen, dass auch die Präsidiumsschelte unter fast der gleichen Kategorie läuft. Vier Jahre lang wurde denen auf die Schulter geklopft und bei Mitgliederversammlungen gab es stehende Ovationen, weil sie den Verein wieder zu etwas gemacht haben und jetzt ist alles schon immer falsch gewesen. Dann hätte man damals Kalli Thielen wählen müssen, den ich als FC Größe wirklich schätze. Aber wer weiß, welchen Weg wir dann eingeschlagen hätten. Es war ja nun wirklich nicht alles richtig und schon gar nicht glücklich, was an Entscheidungen und Äußerungen rund um Schmadke/ Stöger gefallen ist und das wurde hier ja auch schon genug diskutiert. Aber man hat ja seine Fehler eingesehen und gelobt Besserung und diese Chance sollte man ihnen geben, statt immer nur draufzuhauen. Wer stünde denn ernsthaft als Alternative in unserer Situation zur Verfügung? So ein Präsidiumssturz würde den Verein doch endgültig in diesen Zeiten zerreißen. Wie gesagt, jeder hat eine zweite Chance verdient und das Präsidium ist weder für Kaderplanung, Training oder Taktik noch für die gesundheitliche Betreuung der Profis verantwortlich, sondern nur für die Aufsicht über die Leute, denen das obliegt. Das man denen gegenüber zu großzügig und zögerlich war, ist ja nun erkannt worden.

    • Karl Heinz Lenz
      Karl Heinz Lenz says:

      Genau so ist es! Prima Kommentar! In diesen Monaten den Vorstand als das große Problem des FC in den Mittelpunkt zu rücken, kann nur kontraproduktiv sein. Der Verein ist im Augenblick wieder handlungsfähig. Wir haben zwei Geschäftsführer, einen neuen Sportdirektor (oder welchen Titel die rechte Hand von Veh auch immer führt) und einen neuen Trainer. Und die Vorbereitung und der Start in die Rückrunde stehen an, in der Mannschaft und Verein voll gefordert sein werden. Bitte jetzt kein neues Drama um den Vorstand anzetteln! Der Boulevard würde sich zwar bedanken, aber der Verein und die Mannschaft wären die Verlierer. Bis zum Sommer müssen wir die Reihen geschlossen halten, um es mal so zu sagen. Aber auch dann sollten es die Gremien sein, die über Veränderungen im Vorstand beraten. Da bin ich ganz konservativ. Wenn wir wirklich einen neuen Vorstand brauchen sollten, dann muss das vereinsintern geklärt werden, nicht in der Presse und nicht durch Proteste und Geschrei im Müngersdorfer Stadion.
      Dazu noch: Des öfteren wird unser Vorstand ja als der Kopf vom Fisch bezeichnet, der als erster mit dem Stinken angefangen haben soll. Viele wissen nicht, dass der Vorstand beim FC nicht der Kopf ist, wie es zum Beispiel bei den Bayern der Vorstandsvorsitzende Rummenigge und der Aufsichtsratsvorsitzende Hoeneß sind. Die beiden bilden den Kopf der Bayern und die anderen unten drunter arbeiten Rummenigge und Hoeneß als den Entscheidungsträgern zu. Wie ich es verstanden habe, ist nach der Ära Overath, den viele ja als Sonnenkönig, der alles alleine entschied, kritisiert haben eine andere Struktur eingeführt worden. Und zwar ganz bewusst als Neubeginn. Beim FC haben nun der Geschäftsführer Sport und der Geschäftsführer Finanzen die Leitung der Geschäfte inne und verantworten das ganze operative Geschäft selbstständig. Bei den beiden Geschäftsführern liegt die Sachkenntnis (oder soll sie zumindest liegen) und die sollen wegen ihrer Fachkompetenz bei ihrer Amtsführung die Zügel in der Hand haben. Der Vorstand übt über die beiden nur eine Oberaufsicht aus, leitet aber in dem Sinne nicht die Abläufe. Dass, was Huey geschrieben hat, beschreibt es wohl richtig. Der Vorstand soll eine Aufsichtsfunktion wahrnehmen. Das ist etwas ganz anderes als in der Ära Overath und davor. Aber mit dieser Aufsichtsfunktion hat es zuletzt beim FC nicht mehr richtig geklappt, das stimmt. Nur: Was den Sport und die Finanzen angeht, sind eigentlich beim FC die Geschäftsführer der „Kopf“. Ich kann mir vorstellen, dass es bei solch einer Konstruktion darauf ankommt, dass Geschäftsführer und Vorstand gerne und gut miteinander kommunizieren. Und da liegt wahrscheinlich auch eine Fehlerquelle, wenn die Beteiligten nicht aufpassen. Aber den Vorstand alleine für die schwierige sportliche Lage des FC verantwortlich zu machen, ist Unsinn. Für die sportlichen Probleme tragen in erster Linie der Geschäftsführer Sport, seine Mitarbeiter und der Trainer die Verantwortung.

        • NICK
          NICK says:

          Ich bin auch dagegen, dem Vorstand jetzt die alleinige Schuld zu zu schieben. Die haben bisher immer Top-Leute als Geschäftsführer eingestellt und diese hatten ja auch ihre Erfolge. Wer von uns hätte denn Schmadtke und Stöger vor der Saison gewagt raus zu schmeißen und zu sagen „der hat nur Mist verpflichtet“?

          Was man den handelnden Personen vorwerfen muss – Sie haben den falschen zuerst rausgeschmissen. Auch wenn der Rausschmiss von Schmadtke evt. richtig war, der Zeitpunkt war blöd, so hat sich der eigentlich nötige Trainerwechsel nur verzögert. Da Schmadtke aber wahrscheinlich gekündigt wurde, weil er Stöger entlassen wollte, muss man dem Vorstand und hier wohl Toni Schumacher im Speziellen wohl vorwerfen, seine eigenen sportlichen Kompetenzen überschätzt zu haben und so den Effzeh in einige führungslos wirkende Wochen gejagt zu haben.

          Jetzt wurde aber die GF-Sport Position wieder interessant besetzt und wenn Veh einschlägt hat der Vorstand schon wieder gute Arbeit geleistet.

          Was mich am Vorstand aber stört, die öffentlichen Auftritte – Toni Schumacher – meist peinlich. Ritterbach gar nicht. Spinner meist sehr fragwürdig. Trotzdem schließe ich mich der „Vorstand raus!“-Geschichte nicht an. Ich denke dieser Vorstand kann noch gute Arbeit für uns leisten, wenn sie nicht wirklich so innerlich zerstritten sein sollten, wie die Presse schreibt.

          Vielleicht sollten die Drei mal wieder anfangen, bei Ihren Besprechungen, den Geissbock auf den Tisch zu stellen…

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