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Ruthenbecks erster Auftritt: „Ich habe ein Händchen dafür“

Der 1. FC Köln bestreitet am Donnerstagabend sein letztes Gruppenspiel in der Europa League. Nur mit einem Sieg ziehen die Geissböcke in die K.o.-Runde ein. Nach über vier Jahren steht gegen Roter Stern Belgrad das erste Mal nicht Peter Stöger an der Seitenlinie. Für Interimscoach Stefan Ruthenbeck wird die Partie bei den Serben eine ganz besondere Premiere. 

Belgrad – Auf der offiziellen UEFA-Pressekonferenz äußerte sich der Coach unter anderem über die angespannte Personalsituation, die Vorbereitungen auf das Spiel und die Chancen auf ein Weiterkommen.

Das sagte Ruthenbeck über…

…seinen ersten Eindruck von der Mannschaft: „Die Mannschaft ist auf das Spiel vorbereitet und angriffslustig, das hat sie im Training gezeigt. Mit dieser Atmosphäre und all dem was in den letzten Wochen passiert ist, wird sie vielleicht auch zurückzahlen und den Bock umstoßen. Der Mannschaft ist klar, dass das ein Endspiel ist. Es ist ein Alles oder nichts Spiel.“

…die Vorbereitungen auf das Spiel: „Wir haben viel geredet die letzten Tage, immer wieder in kleineren Gruppen. Wir haben uns einen Plan zurechtgelegt und intensiv trainiert, damit die Jungs vorbereit sind. Heute Abend werden wir der Mannschaft nochmal die Belgrader zeigen. Wenn wir hier zu brav sind, bekommen wir ein Problem. Wir wollen das Spiel mit einer gewissen Intensität angehen, um hoffentlich für eine Überraschung sorgen zu können.

Wir wollen mutig sein

…die angespannte Personalsituation: „Ich mag es nicht, bevor das Spiel gespielt ist, nach Alibis zu suchen. Alle Jungs, die wir dabei haben, wollen spielen und haben den Anspruch Profis zu sein. Es ist eine kleinere Gruppe als in der Vergangenheit. Jeder Spieler kann in der ersten Elf stehen und wir werden keine Alibis suchen.“

…die Taktik für das Spiel: „Wir wollen mutig sein. Wir wollen nicht unheimlich tief stehen und nur ans Verteidigen denken. Wir wollen auch mal den Ball haben und unser Spiel durchziehen. Es wird Phasen geben, wo der Gegner versucht zu pressen, dann müssen wir gut verteidigen. Wir müssen aber auch versuchen, mit der Kugel mal nach vorne zu kommen. Wir wollen aber auch nicht zu viel verraten.“

…das wichtige Bundesligaspiel gegen Freiburg: „Das ist jetzt eine Phrase, aber: Das kommende Spiel ist das Wichtigste. Natürlich wollen wir auch in der Liga bleiben, aber momentan ist erstmal das Spiel in Belgrad wichtig.

Wenn mir das jemand vor einer Woche gesagt hätte, den hätte ich mit Sicherheit für verrückt erklärt

…sein persönliches Europa-League-Erlebnis: „Wenn mir das jemand vor einer Woche gesagt hätte, den hätte ich mit Sicherheit für verrückt erklärt. Es ist eine ganz tolle Geschichte für mich als Kölner, das Spiel mitzunehmen und die Jungs coachen zu dürfen. Es ist ein ganz besonderes Event.

…seine Erfahrungen in Endspielen: „Bis in ein Endspiel habe ich es nicht so häufig geschafft. Es gab schon ein paar Pokalrunden, die ich überstanden habe. Ich habe schon ein Händchen dafür, und weiß, was ich den Jungs zu erzählen habe.

…seinen Kontakt zu Peter Stöger: „Ich habe ein paar Mal versucht anzurufen, aber ihn nicht erreichen können.“

 

3 Kommentare
  1. Rainer Schwinn
    Rainer Schwinn says:

    Herr Ruthenbeck sagte: „Ich bin anders als Peter Stöger, ich bin nicht besser, ich bin nicht schlechter. Es wird ein anderes Training geben, es wird eine andere Ansprache geben, ich lasse anders spielen“.
    Wunderbar sage ich, dann wird heute Abend Belgrad weggefegt und bis zur Winterpause sind es dann nur noch 2-3 Punkte zum Nichtabstiegsplatz (wenn das nicht nur vollmundige Worte von Herrn Ruthenbeck waren).
    Jedenfalls sind keine weiteren Verletzen hinzugekommen, die Ausgangslage für Herrn Ruthenbeck hat sich gegenüber seinem Vorgänger nicht verschlechtert – man darf gespannt sein, ob den großen Worten überhaupt etwas an Taten folgt.

  2. Elke L.
    Elke L. says:

    Mir reicht schon, wenn unsere Jungs anders auftreten, als bei dem Heimspiel gegen Roter Stern. Nach langer Zeit mal wieder im Stadion, war ich entsetzt, wie unsere Fußballer sich damals in HZ 1 verhalten haben. Die Angst war spürbar bis in die Zuschauerränge.
    Des Weiteren ist es mir lieber, dass der Verantwortliche eine schwierige Aufgabe positiv annimmt, denn mit einer Einstellung „wir werden alle sterben“ wird es nicht besser, im Gegenteil.
    Und mal ehrlich, wer will es im verdenken, dass er sich freut bei einem Euroleague Spiel an der Seitenlinie zu stehen – eine nie wiederkehrende Gelegenheit

  3. OlliW
    OlliW says:

    Nicht verstecken, frech sein, alles rein hauen. Und sich ruhig unterschätzen lassen! Der FC kann heute eigentlich nur gewinnen. Ruthenbeck kann in den vier Tagen nicht viel bewirkt haben. Höchstens mental, und das wäre schon was. Wenn tatsächlich ein Sieg rausspringt – perfekt. Wenn sie alles versuchen und dennoch verlieren oder nur unentschieden spielen, wird keiner die Mannschaft aufhängen wollen.

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