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Zweite Liga: Der irre Abstiegskampf als Lehre für den Effzeh


Der 1. FC Köln geht als Favorit in die kommende Zweitliga-Saison. Diese gestaltete sich im letzten Jahr allerdings mehr als ausgeglichen. Auch ambitionierte Teams mussten am Ende um der Klassenerhalt zittern, den die halbe Liga erst in den letzten beiden Spieltagen perfekt machen konnte. Das sollte dem Effzeh eine Warnung sein.  

Köln – Es ist fast schon ein ungeschriebenes Gesetz: 40 Punkte braucht man, um die Klasse sicher zu halten. Dies hätte in der abgelaufenen Zweitligaspielzeit allerdings fast nicht gereicht. Am Ende blieb die SpVgg Greuther Fürth mit 40 Zählern aufgrund des besseren Torverhältnisses gerade so in der Liga. Dafür musste Erzgebirge Aue mit ebenfalls 40 Punkten auf dem Konto in den Relegation. Einen solchen Abstiegskampf hatte die Zweite Liga bis dato noch nicht gesehen.

Die halbe Liga musste zittern

Vor dem letzten Spieltag der abgelaufenen Saison mussten neben dem bereits abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern noch sieben Mannschaften um den Klassenerhalt zittern. Erst der FC St. Pauli auf Rang zehn konnte sich bereits sicher sein. Zwei Spieltage vor dem Ende trieb sich das Abstiegsgespenst sogar noch bis Platz sieben herum. Das heißt: Zwischen Rang vier und 16 lagen lediglich neun Punkte.

Ausgeglichenste Zweite Liga aller Zeiten

Noch nie lagen die Mannschaften im deutschen Unterhaus so nah beieinander. Alleine die Tatsache, dass es Holstein Kiel mit zehn sieglosen Spielen in Folge trotzdem auf den dritten Platz geschafft hat, zeigt, wie ausgeglichen und auf der anderen Seite unkonstant die Teams in der abgelaufenen Saison waren. Auch der SV Sandhausen lag nach 20 Spieltagen auf dem vierten Rang und konnte sich Hoffnungen auf eine vordere Platzierung machen, musste aber ebenfalls am letzten Spieltag noch um wichtige Punkte gegen den Abstieg kämpfen. Eintracht Braunschweig lag am 30. Spieltag noch auf Rang elf – und stieg letztlich direkt ab. Der SV Darmstadt 98 hingegen belegte zwischen den Spieltagen 16 und 32 immer einen der letzten drei Plätze und landete am Ende auf Rang zehn.

Die Saison als Warnung für den Effzeh

Zwar dominierten die ersten drei Teams Fortuna Düsseldorf, 1. FC Nürnberg und Holstein Kiel fast vom Start weg die Liga, dennoch wird der 1. FC Köln die abgelaufene Spielzeit genau zur Kenntnis nehmen müssen. Der Effzeh darf nicht an einen Selbstläufer glauben. Zwar hat die Liga gezeigt, dass sich in ihrer Breite nicht gut genug ist, damit viele Teams ernsthaft über den Sprung in die Bundesliga nachdenken können. Auch hat die Schwächephase Kiels gezeigt, dass selbst in solchen Wochen die Top-Teams nicht um ihren Posten an der Spitze zittern müssen. Gleichfalls war die Saison ein Zeichen, wie eng es in der Liga zugehen kann.

Markus Anfang weiß dies freilich. Kölns großer Faustpfand könnte deshalb ein Trainer sein, der dieses verrückte Treiben in der Zweiten Liga in der vergangenen Saison ganz genau miterleben konnte. Bei seinem Amtsantritt in Köln erklärte Anfang demnach auch im Interview mit der Kölnischen Rundschau: „Die Zweite Liga ist schwer, das konnte man an Braunschweig und Kaiserslautern sehen, die andere Ambitionen hatten und abgestiegen sind. Dieses Wissen nehmen wir mit nach Köln. Wie schwer und ausgeglichen diese Liga ist und wie schwer es ist, Spiele zu gestalten.“

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