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Spinner lässt Zukunft offen: Mitgliederrat ist am Zug

Werner Spinner hat seine Zukunft als Präsident des 1. FC Köln offen gelassen. Im Rahmen des Trainingslagers der FC-Profis in Kitzbühel äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Geissböcke zurückhaltend auf die Frage nach seiner persönlichen Zukunft im Klub über 2019 hinaus.

Aus Kitzbühel berichtet Marc L. Merten

Nicht wenige hatten damit gerechnet, dass Werner Spinner sein Amt sofort niederlegen würde. Eine schwere Bypass-Operation am Herzen hatte den Präsidenten im Februar schwer geschwächt. Ein Rücktritt von seinem Amt wäre eine nachvollziehbare Entscheidung gewesen. Doch die OP verlief positiv, Spinner kehrte überraschend schnell wieder zurück und wirkt dieser Tage nicht wie ein amtsmüder Präsident.

Spinner nimmt Mitgliederrat in die Pflicht

Das betonte Spinner nun auch in Kitzbühel im Trainingslager der FC-Profis. Ihm gehe es gut und dem Vorstand gehe es in den kommenden Monaten lediglich darum, „alle Kräfte zu bündeln, damit der 1. FC Köln am Ende der nächsten Saison in die Bundesliga aufsteigt“, sagte Spinner. Doch Spinner, Markus Ritterbach und Toni Schumacher wissen freilich, dass die sportliche Entwicklungen von ihnen nur noch marginal beeinflusst werden kann. Dafür sind zunächst Sportchef Armin Veh und Trainer Markus Anfang hauptverantwortlich.

Spinner, Ritterbach und Schumacher müssen sich dagegen überlegen, wie es für sie als Vorstand weitergeht. Im Herbst 2019 läuft ihre Amtszeit aus. Weder ist bislang klar, ob sie für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen würden, noch, ob der Mitgliederrat das amtierende Präsidium überhaupt noch einmal vorschlagen würde. Schließlich liegt das Vorschlagsrecht beim Rat und nicht beim Vorstand selbst. Deswegen antwortete Spinner auch auf die Frage, wie es weitergehe: „Diese Frage muss der Mitgliederrat beantworten. Dieser schlägt das Präsidium vor und müsste erst einmal das jetzige Präsidium fragen, ob es weitermachen wollen würde.“

In der Vorstandsfrage sehen Spinner und Ritterbach, die sich am Donnerstag in Kitzbühel den Fragen der Journalisten stellten, den aktuellen Mitgliederrat allerdings nicht mehr zuständig. „Im Oktober wird ein ganz neuer Mitgliederrat gewählt“, sagte Ritterbach mit Blick auf die Mitgliederversammlung im Herbst 2018. „Dieser wird dann den nächsten Vorstand auswählen, der 2019 gewählt werden soll.“ Damit ließ der Vizepräsident durchblicken, das man erst einmal abwarten müsse, wer überhaupt im künftigen Mitgliederrat sitzen wird, ehe die Vorstandsfrage wieder auf den Tisch kommen könnte.

Man muss nachdenken, was man mit 71 macht

Die Überlegungen Ritterbachs und Spinner kommen nicht von ungefähr. Ein Teil des Mitgliederrates steht dem amtierenden Vorstand skeptisch gegenüber, nach GBK-Informationen gäbe es aktuell keine Mehrheit im Rat für eine erneute Nominierung des aktuellen Präsidiums. Dagegen werden sich wohl über 30 Kandidaten im Herbst zur Wahl des neuen Rates stellen, wodurch sich unter Umständen die Mehrheitsverhältnisse verändern könnten. Sicher ist aber: Erst nach der Wahl im Herbst wird die Frage Fahrt aufnehmen können, wen der Mitgliederrat als neues Präsidium im Herbst 2019 zur Wahl stellen könnte.

Klar ist aber auch: Einiges deutet darauf hin, dass zumindest Spinner nicht mehr für ein Amt im Vorstand zur Verfügung stehen würde. Das ließ der amtierende Präsident am Donnerstag zumindest vage durchklingen. „2019 werde ich 71 Jahre alt sein“, sagte Spinner. „Da muss man schon nachdenken, was man dann macht.“ Er könne nur für sich sprechen und nicht für seine beiden Vizepräsidenten, „aber ich habe noch keine Entscheidung getroffen“. Allerdings, so Spinner, „würde ich auch nie sagen: Ich möchte gerne weitermachen“, betonte der Präsident. „Das wäre unfair gegenüber dem Mitgliederrat. Er kann auf uns zukommen oder er kann sagen: Wir wollen etwas Neues.“

3 Kommentare
  1. Joss says:

    Spaß beiseite. So könnte er sich noch halbwegs anständig und mit Würde aus der Affäre verabschieden. Das mit dem Alter nehme ich ihm ab. In diesem Jahr machte er einen gesundheitlich mehr als nur angeschlagenen Eindruck. Ein Gentleman ist er trotzdem immer noch. Das kann man ihm nicht absprechen. Als Mensch ist er sehr in Ordnung.

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