Beim Freistoß von Wolze machte Timo Horn den Schritt raus aus der Torwartecke und musste dem Ball dann hinterher gucken. (Foto: Imago/Nordphoto)

Wackelabwehr & Offensivpower: Das war gut, das war schlecht

Das war schlecht: Unkonzentrierte Abwehr

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Das war schlecht

Die bereits angesprochene Kölner Körpersprache aus der ersten Halbzeit grenzte an Arbeitsverweigerung. Der Effzeh stand weder kompakt, noch wurden die Zweikämpfe im Zentrum angenommen. Dazu gesellten sich einige haarsträubende Fehler. Die Folge: Duisburg bekam eine Menge Freiräume – und wusste diese geschickt zu nutzen. So wie beim 1:0 (2.), als Rafael Czichos erst einen katastrophalen Fehlpass in die Füße des Gegners spielte, Jonas Hector nicht in den Zweikampf kam und Kainz nur hinterherrannte, statt einzugreifen. Beim 1:2 (29.) wirkte Köln zudem nicht voll bei der Sache. Nach einem Freistoß sahen Czichos und Terodde zu, wie sich Lukas Fröde den Ball schnappte und zur erneuten Führung in die Maschen drosch.

So stark die ersten zehn Minuten im zweiten Durchgang waren, nach der 4:2-Führung nahm Köln wieder einen Gang raus und überließ dem MSV mehr Räume. Die Unkonzentriertheiten aus der ersten Hälfte kehrten dafür zurück. Kainz ließ sich am eigenen Strafraum den Ball abnehmen und hätte somit fast die sofortige Antwort der Duisburger eingeleitet (55.). In der Folge agierte das Anfang-Team passiv, statt gegen das angenockte Tabellenschlusslicht nachzulegen und somit die Entscheidung zu erzwingen. So ließ der FC den Gastgeber zurück ins Spiel kommen. Immer wieder konnte der MSV viel zu einfach Pässe in die Tiefe in Richtung Moritz Stoppelkamp spielen. So wie beim Anschlusstreffer zum 3:4 (71.), als Lasse Sobiech das Abseits aufhob und der eingewechselte Marcel Risse nur zuschaute. Eine Minute später tauchte wieder ein MSV-Angreifer vor dem Kölner Tor. Doch Timo Horn verhinderte mit einer starken Parade gegen Stanislav Iljutcenko den Ausgleich. Beim Freistoßtreffer zum 4:4 (81.) patzte der Torhüter allerdings, in dem er einen Schritt aus der Towartecke machte und dem Ball dann nur hinterherschaute.

Insgesamt wirkte die FC-Abwehr im gesamten Spiel – auch nach der 4:2-Führung –  viel zu fahrig. Fast alle Spieler leisteten sich zudem individuelle Fehler. Dabei hatte sich Kölns Defensive in den letzten Wochen deutlich gesteigert und bei den Erfolgen gegen Kiel und Heidenheim zweimal in Folge zu Null gespielt. Doch vier Gegentreffer beim Tabellenletzten lassen bei 35 Gegentoren in 28 Spielen an der Defensivstärke zweifeln. Das wird auch Sportchef Armin Veh gesehen haben. Der hatte im Juni des vergangenen Jahres noch betont, dass er Neuzugänge wie Sobiech, Czichos, Benno Schmitz und Matthias Bader “auch für die 1. Liga gewollt hätte”. Der Auftritt der Köln-Abwehr gegen Duisburg dürfte für Veh nun als Anschauungsmaterial dienen, auf welchen Positionen er im Aufstiegsfall eventuell noch nachrüsten sollte.

So geht es weiter

Am kommenden Montag steht das möglicherweise vorentscheidende Aufstiegs-Topspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV an. Der vergebene Sieg in Duisburg dürfte für den souveränen Spitzenreiter aus Köln keinen großen Dämpfer bedeuten. Abzuwarten bleibt allerdings, inwiefern der dramatische Vorfall um den Vater von Markus Anfang am Rande der Partie gegen den MSV Einfluss auf die Mannschaft haben wird. Unmittelbar nach dem Spiel begleitete der FC-Coach seinen Vater, der während der Partie einen Herzinfarkt erlitten hatte, in die Klinik. Dessen Zustand blieb auch am Tag danach “sehr ernst”, wie der Klub mitteilte. Ob Anfang am Freitag das Training des 1. FC Köln leiten wird oder am Montag auf der Bank sitzen wird, ist ebenfalls noch ungewiss.

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