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Nakamba (noch) zu teuer: Muss der FC erst verkaufen?


Marvelous Nakamba heißt das Objekt der Begierde beim 1. FC Köln für die offene Stelle im defensiven Mittelfeld. Der Spieler des FC Brügge hat am Dienstag selbst bestätigt, dass er zu den Geissböcken wechseln will. Das Problem: seine Ablösesumme. Müssen die Kölner erst andere Spieler verkaufen, um sich den 25-Jährigen leisten zu können?

Köln – Eigentlich schien es undenkbar: In England kursierte die mögliche Ablösesumme von 20 Millionen Pfund (rund 22,3 Mio. Euro), die Aston Villa und Newcastle United für Marvelous Nakamba vom FC Brügge zahlen müssten. Der 1. FC Köln wäre bei dieser Summe längst raus gewesen. Doch tatsächlich will der Nationalspieler aus Simbabwe unbedingt zu den Geissböcken wechseln – und hat sich damit scheinbar deutlich erschwinglicher gemacht. „Ich möchte Brügge verlassen und mich in der Bundesliga mit dem 1. FC Köln beweisen“, zitierte die BILD den 25-Jährigen am Dienstag. „Die letzten sechs Monate waren sehr enttäuschend für mich.“

Nakamba meinte den verlorenen Stammplatz in Brügge, nachdem er in der Saison 2017/18 als Leistungsträger im defensiven Mittelfeld ein Schlüssel zur Meisterschaft für die Belgier gewesen war. Eine Verletzung hatte Nakamba anschließend zurückgeworfen und aus der Stammelf gespült. 2018/19 hatte er nur noch 13 Startelf-Einsätze in der Liga verzeichnen können, dazu vier weitere in der Champions League. Diese Argumente konnte er nun offenbar nutzen, um seine Ablösesumme in Brügge deutlich zu drücken. Inzwischen sickerte aus Belgien durch, dass sieben Millionen Euro für den starken Balleroberer und giftigen Sechser mit gutem Spielaufbau aufgerufen werden.

Sieben Millionen sind eigentlich zu viel

Das Problem: Auch die sieben Millionen Euro sind für den 1. FC Köln eigentlich zu viel. Denn die Geissböcke wollen nicht nur einen weiteren Sechser, sondern auch noch einen Innenverteidiger verpflichten. Das Kölner Transferbudget für beide Spieler ist limitiert, liegt gemeinsam deutlich unter zehn Millionen Euro. Die sieben Millionen Euro alleine für Nakamba würden da den Rahmen sprengen. Eigentlich.

Denn klar ist auch: Der FC will auch noch Spieler abgeben. Salih Özcan steht auf der Verkaufsliste, Frederik Sörensen und Jannes Horn ebenfalls. Matthias Bader soll verliehen werden, Nikolas Nartey scheint inzwischen ebenfalls ein Verkaufskandidat geworden zu sein (mehr dazu hier). Große Summen könnte der FC bei keinem der genannten Spieler nicht erwarten, in manchem Fall müsste Sportchef Armin Veh sich freuen, wenn er den Spieler überhaupt von der Gehaltsliste bekäme. Doch für Nakamba bräuchte es gegebenenfalls zumindest einen Millionenverkauf, um sich den Sechser aus Brügge leisten zu können.

Marktwerte der FC-Spieler tief gefallen

Die Probleme dabei sind offensichtlich: Özcan und Nartey haben nur noch ein Jahr gültige Verträge, wollen aktuell nicht verlängern, um sich anschließend ausleihen zu lassen. Verkäufe würden wenig Geld einbringen, bei Özcan noch mehr als bei Nartey. Sörensens Marktwert ist nach der schleichenden Ausbootung in Köln praktisch auf einen Nullpunkt gesunken. Zudem verdient der Däne fürstlich in Köln. Die Geissböcke können keinen großen Reibach erwarten. Gleiches gilt für Horn, bei dem niemand mehr von der Fabel-Offerte aus Leipzig (zwölf Millionen Euro) spricht. Vielmehr hat sich nach einer schwachen Zweitliga-Saison das Interesse um den Linksverteidiger gelegt. Und doch sind sie diejenigen, die Armin Veh noch einmal etwas mehr Spielraum verschaffen würden. Alleine, bislang ist es ruhig um ihre Personen – und damit ein Nakamba-Deal nur in Form eines Kraftaktes mit dem entsprechenden Risiko machbar. Oder mit sehr viel Verhandlungsgeschick auf Kölner Seite.

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