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Für eine stabile Zukunft braucht der FC ein klares Votum

Heute wählt der 1. FC Köln seinen neuen Vorstand. Eine Wahl, die Signalwirkung haben wird. Gelingt es Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren die Mitglieder hinter sich zu vereinen, kann der FC wieder zur Ruhe kommen. Gelingt es jedoch der Opposition, dem designierten Präsidium Schaden zuzufügen, wird dies letztlich vor allem dem Klub als Ganzem schaden.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Es ist die Chance und das Risiko zugleich, das die demokratische Wahl am Sonntag in der Lanxess Arena mit sich bringt. Wolf, Sieger und Sauren haben die Chance, mit ihrer Präsentation, ihren Antworten und ihrem Auftreten zu überzeugen und jene Souveränität, Seriosität und Kompetenz zu vermitteln, für die das vorgeschlagene Vorstandstrio stehen will. Sie wollen und müssen das Vertrauen der Mitglieder gewinnen. Dann hätten sie die Chance auf ein starkes Wahlergebnis, das ihnen Rückenwind für die kommenden Wochen und Monate verleihen würde. (Das GBK-Interview mit dem Vorstandsteam findet Ihr hier)

Genauso aber besteht das Risiko, dass dies nicht gelingt, dass vielmehr die Opposition einen Sieg davon trägt. Dass diese Opposition existiert, ist nicht wegzudiskutieren. Dass damit auch ein Risiko einher geht, ebenso wenig. Auch, wenn eine Nicht-Wahl des Vorstands kaum denkbar erscheint, gilt genau dieser Gedanke der Sorglosigkeit in der Regel als Auslöser für schwache Wahlergebnisse. Und genau ein solches können Wolf, Sieger und Sauren nicht gebrauchen. Es mag sein, dass selbst ein Ergebnis zwischen 50 und 60 Prozent in einigen Monaten keine Rolle mehr spielen könnte. Doch in der jetzigen Phase, in der die Unterstützer von Toni Schumacher und Markus Ritterbach noch Morgenluft wittern und gegen die Vorstandskonkurrenten opponieren, hätte ein deutlicher Erfolg Signalwirkung.

Was machen Schumacher und Ritterbach?

Mit einem starken Ergebnis könnten Wolf, Sieger und Sauren sofort loslegen. Sie wüssten um eine stabile Basis im Rücken, könnten die Gespräche mit den FC-Mitarbeitern und den Fans, mit der Kölner Politik und den Sponsoren auf einer soliden Grundlage führen. Ein lediglich knapper Erfolg, zumal ohne Gegenkandidaten, wäre dagegen Gift für den Start ins neue Amt. Beim VfB Stuttgart hat man in den letzten zehn Jahren zweimal gesehen, wie angeschlagen ein Vorstandsteam von Tag eins an durch eine Amtszeit wankte, wenn das Ergebnis nur knapp über der Mehrheit lag. Ein solches Szenario würde nicht nur dem designierten FC-Präsidium schaden. Es wäre vor allem fatal für den FC.

Zu einer friedlichen, positiven und zukunftsgerichteten Mitgliederversammlung und zu einer Aufbruchstimmung könnten freilich auch Toni Schumacher und Markus Ritterbach beitragen. Sie könnten heute zur Wahl des vorgeschlagenen Vorstands aufrufen, könnten die Feindseligkeiten, Sticheleien und Machtkämpfe der letzten Monate hinter sich lassen. Sie müssten dafür jedoch ihre Niederlage eingestehen. „Gemeinsam gewinnen alle“ – unter diesem Motto sind Wolf, Sieger und Sauren angetreten. Sollten Schumacher und Ritterbach zu diesem „gemeinsam“ gehören wollen, könnte der 8. September zu einem wichtigen Sieg für den 1. FC Köln werden.

6 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Nun sollen also heute die Mitglieder, die Wolf und seine Mitstreiter eigentlich nicht wollen, die Drei dennoch wählen, weil ein niedriges Wahlergebnis angeblich den FC schadet. Sollen wir die Demokratie wirklich zu so einer Farce machen, Herr Merten.

    Wie wenig Wahlergebnisse mit 100 Prozent oder ähnlich hohen Werten Wert sind, das wissen wir doch aus der Politik. Jeder von uns kennt die Beispiele. Richtig ist viel mehr das: Selbst wenn Wolf & Co. heute nur mit 51 % gewählt werden sollte, können Wolf & Co. in den Monaten und Jahren danach einen großartigen und erfolgreichen Vorstand abgeben. Mit sachlicher und guter Arbeit und mit sozialer Kompetenz können sie die Mitglieder, die sie nicht gewählt haben sowie die Öffentlichkeit für sich gewinnen. Dann wird niemand ihnen ihr schlechtes Wahlergebnis vorhalten. Wir hatten ja schon einmal einen Kölner, der sogar nur mit Hilfe seiner eigenen Stimme gewählt wurde und anschließend beispiellos erfolgreich war: Konrad Adenauer. Also, Herr Merten, schlagen sie bitte keinen unnötigen Alarm.

    Wichtig wird sein, dass der neue Vorstand sich freischwimmt und ein eigenes Standing entwickelt, auch gegenüber den Machtzentren, die beim FC abseits der Öffentlichkeit und mehr im Hintergrund werkeln, nämlich Müller-Römer und seinen Gefährten und den Wortführern der so genannten aktiven Fanszene.

    Und der Geissblogg sollte das Geschehen beim FC weiterhin kritisch begleiten und nicht zum Hofberichterstatter des neuen Vorstands werden. Das wäre auch wichtig.

  2. LOCUTUS says:

    Bin sehr gespannt, wie sich das Ganze gleich in der Arena darstellen wird.
    Befürchte ja, dass der Brandstifter und Selbstdarsteller TS mit dem Intriganten MR alles versuchen werden, die nächste Eskalationsstufe zu zünden.
    Sollte dies tatsächlich passieren, müssen wir Mitglieder, die sich einen starken geeinten FC ohne Intrigen wünschen, unbedingt dagegenhalten.
    Mit allen Mitteln!
    Ich bin bereit!

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