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Vehs Plan geht auf: Skhiri wird zum Unterschiedsspieler

Ellyes Skhiri erweist sich schon früh in der Saison als echter Gewinn für den 1. FC Köln. Schon gegen den BVB bereitete der Neuzugang das zwischenzeitliche 1:0 durch Dominick Drexler vor. Nun avancierte der 24-jährige Neuzugang aus Montpellier mit seinem Tor in der Nachspielzeit gegen den SC Freiburg zum Matchwinner.

Aus Freiburg berichtet Sonja Eich

Völlig erschöpft sank Ellyes Skhiri nach seinem erlösenden Treffer zum 2:1 gegen den SC Freiburg an der Eckfahne zu Boden. Seine Mitspieler bildeten eine Jubeltraube um den Tunesier, der den Geißböcken dank einer kaum mehr für möglich gehaltenen Einzelaktion in der Nachspielzeit die so wichtigen ersten drei Punkte der Saison gesichert hatte. „Ellyes macht das Tor mit einer sensationellen Energieleistung“, lobte auch Achim Beierlorzer hinterher den 24-jährigen.

Laufstärkster Spieler auf dem Platz

Schon in den ersten Spielen der neuen Saison hat Skhiri damit gezeigt, warum Sportchef Armin Veh bereit war, sechs Millionen Euro für den Mittelfeldspieler nach Montpellier zu überwiesen. Gegen den VfL Wolfsburg kam Skhiri noch von der Bank, gegen den BVB und den SC Freiburg erwies sich der Halbfinalist des diesjährigen Afrika-Cups bereits als unverzichtbar. Der in Frankreich geborene und aufgewachsene Tunesier versteht es wie kaum ein zweiter im Kader des FC das Spiel zu lesen und Pässe des Gegners schon im Vorfeld richtig zu antizipieren. Insbesondere profitiert das Kölner Spiel bislang von seiner enormen Laufstärke. Gegen den BVB war Skhiri mit 12,77 Kilometern bereits der laufstärkste Spieler auf dem Platz gewesen. Auch gegen den SCF kam kein anderer Spieler an die Laufwerte des 24-jährigen heran. Nils Petersen spulte die zweitmeisten Kilometer auf dem Platz ab – aber immer noch anderthalb (!) Kilometer weniger als Skhiri mit 12,45 Kilometern.

So einen Typen brauchst du in der Mannschaft

Dass ausgerechnet derjenige, der bei über 30 Grad mit Abstand die meisten Meter abspulte, am Ende noch mit einem 35-Meter-Sololauf für die Entscheidung sorgte, rang auch seinen Kollegen nach der Partie Respekt ab. „Was Ellyes in der 92. Minute macht, ist Wahnsinn. Erst seine Vorlage, dann sein Tor – so einen Typen brauchst du in der Mannschaft“, zeigte sich Dominick Drexler beeindruckt. Skhiri hatte sich in der zweiten Minute der Nachspiel den Ball von Nicolas Höler ab und sprintete mit dem Ball in den Strafraum. In der Mitte spekulierte Schlotterbeck auf den Pass – doch Skhiri entschied sich für den direkten Weg und zog mit links trocken ab. „Es war keine herausgespielte Chance, sondern eine starke Einzelleistung. Man hat schon gegen Dortmund gesehen, wie er marschiert ist. Dass er sich dann nach so einem Spiel bei solchen Temperaturen noch mal den Ball schnappt! Ich dachte schon: Wann spielt er denn endlich den Ball ab? So war ich froh, dass er den einfach reingeschossen hat“, freute sich auch Simon Terodde.

Skhiri selbst beschrieb die Situation nach der Partie nüchtern: „Ich habe gesehen, dass sich die Tür geöffnet hat. Ich wollte eigentlich zu Tony spielen, bin dann aber weitergelaufen und habe einfach geschossen.“ So richtig wusste der Tunesier nach dem Treffer auch nicht wohin mit seiner Freude, lief zur Eckfahne und ging zu Boden. „Das Spiel war sehr schwer, es war sehr heiß. Aber ich habe noch die Energie für diesen Lauf gefunden und freue mich, dass die Mannschaft davon profitieren konnte.“ Anthony Modeste, der nach der starken Flanke Skhiris in der 52. Minute den Ausgleich erzielte, weiß, wie wichtig solche Erfolgserlebnisse für neue Spieler sind: „Ellyes hat lange Beine, das ist gut“, sagte er lachend und fügte ernst hinzu: „Wenn man als Neuzugang direkt trifft, ist das für ihn ein Traum und für uns sehr wichtig. Er hat seine Qualität gezeigt, hat gemacht, was er kann.“ Auch von Armin Veh gab es hinterher viel Lob. „Ellyes ist laufstark, das hat er schon in Frankreich gezeigt. Dass er am Ende noch die Kraft zu so einem Lauf hat, war für mich nicht verwunderlich. Er hat auch schon bei Montpellier gezeigt, dass er sich auch mal vorne einschaltet. Das ist wichtig und war kein Zufall“, erklärte Veh mit Worten, die noch einmal verdeutlichen, warum der Sportchef Skhiri zum zweitteuersten Transfer der Transferperiode gemacht hat. Ellyes Skhiri ist für den FC jetzt schon ein Unterschiedsspieler.

15 Kommentare
  1. Ulrich Treimer says:

    Klassespieler brauchen nur eine kurze Eingewöhnungszeit. Er ist jetzt schon der Kopf der Mannschaft, weil alle Mitspieler seine Leistung akzeptieren. So einen Spieler für 6 Mille zu bekommen ist schon stark.
    Und es gibt auch Spieler auf der Sechs, die nicht nur ihre Gegenspieler umhauen.

  2. Gerd Mrosk says:

    Ich finde fast,das er bei Ballbesitz oder überhaupt die 6 Birger überlässt bisher Er läuft wie ein VW die Räume zu ohne sehr viele Ballkontakte Wieviel hatte er? Weiss das einer aus dem Stehgreif und zum Vergleich mit Verstraete?

  3. NICK says:

    Also Verstraete spielt auffälliger, der gefällt mir auch gut. Skhiri verrichtet viel wichtige Arbeit, die der gemeine Zuschauer nicht so sehr wahrnimmt, daher gönne ich ihm Vorlagen und Tore umso mehr.

    Bisher muss man wirklich sagen – Beeindruckend, die meisten Neuzugänge. Bevor ich in Jubelstürme ausfalle, lasse ich sie aber nochmal paar Spiele spielen, aber wenn die wirklich weiter so spielen, korrigiere ich gerne meine Erwartungshaltung von Platz 15 auf 12 ;)

  4. FC Neukoelln says:

    Der Live-Kommentar auf FC-TV in den Sekunden unmittelbar vor dem 2:1 hätte prophetischer nicht sein und hätte zwei der grossen Qualitäten von Skhiri nicht besser in Worte fassen können:
    „Und das Ganze jetzt bei diesen Temperaturen dann auch schon eine Konditionsfrage und eine Frage des Willen… (das ’s‘ von Willens schafft er dann gar nicht mehr)… Skhiri… noch immer Skhiri… und es ist das 2:1!“
    Geiler Typ.

  5. Gerd Mrosk says:

    Ist manchmal gar nicht so weit ins nahe Ausland zu schauen Endlich mal Treffer zu verzeichnen Allerdings muss sich der Spieler da jetzt dran messen lassen Wird ihm aber gelingen denk ich Auch Verstraete zieht einfach sein Ding durch ohne Eingewöhnungszeit Vllt passt es ja weil einuge französisch sprechen schneller und besser

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