,

Kämpferischer Beierlorzer: „Nur heute und morgen zählen“


Achim Beierlorzer macht sich offenbar keine Illusionen. Der Trainer des 1. FC Köln weiß um seine Situation bei den Geissböcken. Verliert der FC am Freitagabend gegen 1899 Hoffenheim, dann wird seine Zeit in Köln wohl enden. Für den Erfolg gegen die formstarken Kraichgauer will er alles tun – nur ändern werde er sich nicht.

Köln – Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des 1. FC Köln gegen die TSG aus Hoffenheim sollte es nur um das Sportliche gehen, eröffnete Pressesprecherin Lil Zercher. Doch weder sie noch Trainer Achim Beierlorzer dürften ernsthaft geglaubt haben, dass Fragen zu den Vorfällen zu Wochenbeginn ausbleiben würden. Schließlich hatten diese sehr wohl mit dem Sportlichen zu tun, ganz konkret mit dem indirekt formulierten Ultimatum für den 51-Jährigen mit Blick auf die Partie gegen Hoffenheim.

Zu den Besprechungen der Gremien hinter verschlossenen Türen wollte Beierlorzer sich nicht äußern. Er sei nicht dabei gewesen. „Ich bin also kein Zeuge wie bei einem Fall von Sherlock Holmes“, sagte der FC-Coach. Am Montag hätten Sportchef Armin Veh und er, „wie immer am Tag nach einem Pflichtspiel“, über das vergangene Spiel gesprochen und die 0:2-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf diskutiert. Anschließend hatte er das Training geleitet und war mittags zum Bahnhof gebracht worden. „Ich konnte die Situation sehr wohl einschätzen und bin nach Rücksprache mit dem Klub, wie immer am freien Tag in der Woche, zu meiner Familie gefahren.“

Vier Punkte mehr und wir würden heute nicht so reden

Erst im Anschluss hatten die Gremien getagt, Gespräche mit Beierlorzer über dessen Zukunft gab es nach Aussage des FC-Coaches in den folgenden Tagen nicht. Dennoch hat er offenbar sehr wohl wahrgenommen, was der Vorstand am Dienstag verkündete. „Nur heute und morgen zählen“, sagte Beierlorzer und zeigte damit, dass er das unausgesprochene Ultimatum sehr wohl zur Kenntnis genommen hat. „Ich lebe nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft. Was kommt, weiß ich nicht. Wir müssen einfach alles investieren, um morgen erfolgreich zu sein.“ Er wisse, dass man bislang zu wenig Punkte geholt habe. „Vier Punkte mehr und im Pokal weiter und wir würden heute nicht so reden“, gestand Beierlorzer, der betonte: „Ich will mit der Mannschaft unbedingt da unten rauskommen.“

Dafür muss er gegen Hoffenheim etwas Zählbares mitnehmen. Die TSG hat die letzten vier Bundesliga-Spiele gewonnen, ist eine der aktuell formstärksten Teams der Liga. Der FC hingegen muss nach drei Niederlagen in Liga und Pokal dringend die Kurve bekommen. Ein auf den ersten Blick ungleiches Duell also, doch Beierlorzer glaubt an seine Spieler. „Ohne Augenwischerei: In vielen Spielen wäre mehr drin gewesen. Deshalb bleibe ich dabei: Wir können mit dieser Mannschaft in der Bundesliga bestehen.“ Von seinem Weg werde er jedoch nicht abrücken und auch die Spieler nicht härter an die Kandare nehmen. „Ich bleibe meiner Art treu. Was würde die Mannschaft denn von mir denken, wenn ich jetzt zu einem anderen Lebewesen mutieren würde?“ Ob die Spieler es ihrem Trainer mit einer guten Leistung danken werden? „Das Ergebnis können wir nicht garantieren, aber den Einsatz können wir garantieren.“ An diesen Worten werden sich am Freitagabend vor allem die Spieler messen lassen müssen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar