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Keine Kader-Kritik – aber Heldt lotet Transfer-Optionen aus


Nach den ersten zwei Tagen im Amt und zwei Trainingseinheiten mit den Profis des 1. FC Köln hat sich Horst Heldt erst einen kleinen Überblick über die Geissböcke verschafft. Der neue Sportchef wird wohl erst noch im Ernstfall Bundesliga herausarbeiten müssen, ob er den Kader im Winter verstärken muss oder ob der Trainerwechsel als Impuls ausreicht, um im Abstiegskampf gewappnet zu sein. Kritik an Vorgänger Armin Veh wollte er nicht üben.

Köln – Horst Heldt kennt Armin Veh schon lange. Nicht nur, weil beide zusammen 2007 Deutscher Meister wurden, Heldt als junger Sportdirekter beim VfB Stuttgart, Veh als erster Trainer, den Heldt ins Amt gehoben hatte. Insofern verwunderte es nicht, dass Heldt am Donnerstag, angesprochen auf den bestehenden Kader der Geissböcke, keine Kritik am Vorgänger übte. „Der erste Eindruck ist, dass die Mannschaft intakt ist und eine enorme Qualität abrufen kann – auch, wenn sie das bislang nicht zufriedenstellend gemacht hat“, sagte der 49-Jährige.

Und weiter: „Es wäre nicht in Ordnung, wenn ich jetzt erklären würde, ich sähe eine Unwucht in dem Kader. Das wäre deplatziert“, erklärte Heldt. Jedoch legte der neue Sportchef fest, voran er es festmachen wird, ob er die Zusammenstellung als ausreichend für die aktuelle Situation des Effzeh erachtet. „Die elementarste Frage lautet: Ist der Kader in der Lage den Abstiegskampf zu bewerkstelligen? Wenn wir zu der Erkenntnis kommen, dass das nicht der Fall ist, werden wir die Empfehlung geben, im Winter noch etwas zu machen.“

Transfers auch eine Frage des Geldes

Aktuell ruhen alle Hoffnungen auf Markus Gisdol. Der neue Trainer soll den Effekt des neuen, gut kehrenden Besens einsetzen und aus dem vorhandenen Potential des Kaders mehr machen als Achim Beierlorzer vor ihm. Der Effekt des Trainerwechsels – schon vielerorts hat er gegriffen und aus bis dato formschwachen Spielern Leistungsträger gemacht. Dass beim FC einiges im Argen liegt und viele Spieler ihren Ansprüchen und den Forderungen des Klubs weit hinterhergelaufen sind, war augenscheinlich. Nun soll Gisdol in den sechs verbliebenen Spielen vor Weihnachten bei möglichst vielen Spielern wieder einen positiven Trend hinbekommen.

Heldt ist sich aber bewusst, dass dies nicht ausreichen könnte. „Zeit ist das, was wir am wenigsten haben“, sagte der neue FC-Geschäftsführer. „Trotzdem müssen wir sie uns nehmen, um uns ein Bild zu machen. Dann werden wir überlegen, ob und was wir im Winter machen können und was das Budget hergeben würde.“ Letzteres könnte ein entscheidender Knackpunkt sein, der dann doch noch mal – zumindest indirekt – zu einer Kritik an seinem Vorgänger führen könnte. Bekanntlich hatten Armin Veh und Alexander Wehrle das verfügbare Budget im Sommer weitgehend ausgereizt, Geld für weitere Neuzugänge ist praktisch nicht mehr vorhanden. Dessen ist sich Heldt offenbar auch schon bewusst. „Unsere Verpflichtung ist jetzt, so schnell wie möglich abzuklären, in welchen Dimensionen wir noch etwas machen könnten.“

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