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Neuer Innenverteidiger wohl nicht mehr nach Benidorm


Nach Mark Uth und Elvis Rexhbecaj soll noch ein dritter Neuzugang den 1. FC Köln in der Rückrunde 2019/20 verstärken – wohl aber nicht mehr während des Kölner Trainingslagers in Benidorm. Sportchef Horst Heldt fahndet weiter nach einem Innenverteidiger, der den Konkurrenzkampf um die Plätze im Abwehrzentrum noch einmal verstärken soll. Lasse Sobiech scheint kaum mehr eine Rolle zu spielen, dagegen könnte Sava Cestic aufrücken. Und welche Rolle spielt Jorge Meré? 

Aus Benidorm berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Horst Heldt machte am Dienstag keinen Hehl daraus, dass die Suche nach einem neuen Innenverteidiger wohl noch ein paar Tage dauern wird. „Am Mittwoch kommt niemand und irgendwann macht es auch keinen Sinn mehr, einen neuen Spieler noch ins Trainingslager zu holen“, sagte der Sportchef nach den beiden Testspielen gegen Charleroi (1:2) und Mechelen (2:2). Und da der FC am Samstag wieder zurück nach Köln fliege, „werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit im Trainingslager keinen Neuzugang mehr sehen“.

Gegen die beiden belgischen Teams stellte Trainer Markus Gisdol zunächst Lasse Sobiech mit Jorge Meré und später Sava Cestic mit Rafael Czichos auf. Sebastiaan Bornauw fehlte wegen leichter Rückenprobleme. Das Quintett stellt aktuell die Innenverteidigung der Geissböcke, Cestic spielt zwar eigentlich noch für die U19, doch bis auf wenige Unsicherheiten machte er gegen Mechelen einen stabilen, robusten und bereits lautstarken, selbstbewussten Eindruck. Wäre der 18-Jährige also schon in der Rückrunde ein Backup? Wohl noch nicht, deutete Heldt an. „Wir müssen mit dem Szenario rechnen, dass uns ein Innenverteidiger dauerhaft wegbrechen könnte. Es steht außer Frage, dass Sava es gut macht. Ob er aber der Spieler wäre, der uns in so einem Fall als Absicherung gut tun würde, kann ich noch nicht vollumfänglich beantworten.“

Was meint Heldt mit „dauerhaft wegbrechen“?

In dieser Aussage schwangen mehrere Dinge mit. Erstens, dass Cestic zwar ähnlich wie Jan Thielmann schon einen guten Job macht, im Gegensatz zu dem Offensivspieler aber auf einer neuralgischen Position spielt, auf der jeder Fehler hart bestraft werden kann und eine Nominierung Cestics in der Bundesliga ein ungleich größeres Risiko wäre als bei Rechtsaußen Thielmann. Zweitens, dass die FC-Bosse neben Cestic auch Sobiech nicht zuzutrauen, im Zweifelsfall länger als Ersatz für die arrivierten Kräfte zu agieren. Andernfalls müsste Heldt ja keinen neuen Innenverteidiger suchen, hätte er doch mit dem hoch gewachsenen Ex-Paulianer vier gestandene Spieler für die zwei zentralen Positionen in der Viererkette. Und drittens ließ die Formulierung „dauerhaft wegbrechen“ aufhorchen, sprach der Sportchef damit womöglich nicht von einem zwischenzeitlichen Ausfall eines Leistungsträgers, sondern von einem Abgang.

Bekanntermaßen reißen die Gerüchte um Jorge Meré und eine Rückkehr nach Spanien nicht ab, diesmal auch aus privaten Gründen, verbunden mit angeblichem Heimweh nach Spanien und seiner Freundin. Bekanntermaßen ist Meré in Deutschland bis heute nicht gänzlich angekommen, spricht die Sprache auch nach zweieinhalb Jahren noch nicht und hat eine enttäuschende Hinrunde hinter sich. Auffällig in Benidorm: Jorge Meré war am vergangenen Samstag noch so krank, dass er – im Gegensatz zum ebenfalls angeschlagenen Rafael Czichos – nicht direkt ins Trainingslager nach Benidorm reiste. Am Montag landete er dann an der Costa Blanca. Doch während Czichos in den ersten Tagen nach dessen Erkrankung noch individuell trainiert hatte, stand Meré schon am nächsten Tag wieder die vollen 90 Minuten im Testspiel gegen Charleroi auf dem Platz. Von einer Krankheit keine Spur.

Warum also hatte Meré den Start ins Trainingslager verpasst, wenn er sofort nach seiner Ankunft in der Lage war wieder auf dem Rasen Vollgas zu geben, während andere Spieler vorsorglich geschont wurden? Zur Erinnerung: Heldt hatte angekündigt, mit Meré in Benidorm das Gespräch suchen zu wollen. Einen Abgang des Spaniers hatte er nicht gänzlich ausschließen wollen. Gut möglich also, dass die Suche nach dem neuen Innenverteidiger sehr wohl auch an der Zukunft Jorge Merés beim FC hängt.

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