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Hat Modeste die Nase vorn? Gisdol will an System festhalten


Durch die Gelb-Sperre von Jhon Cordoba wird der 1. FC Köln am Freitagabend beim SC Paderborn auf seinen zuletzt treffsichersten Stürmer verzichten müssen. Mit Mark Uth kehrt dagegen ein Angreifer zurück. Eins zu eins wird Trainer Markus Gisdol diesen Tausch auf dem Rasen aber nicht vollziehen. Das deutete der FC-Coach am Mittwoch an.

Köln – Jhon Cordobas Statistiken der letzten Wochen sind inzwischen den meisten Fans hinlänglich bekannt. In den ersten zehn Spieltagen blieb der Kolumbianer ohne Treffer, in den folgenden 13 Partien traf der 26-Jährige zehn Mal. Nur Erling Haaland traf in der Rückrunde häufiger, in der Bundesliga-Torjägerliste fehlt dem Mittelstürmer nur ein Treffer, um zu den Top fünf der Saison zu gehören.

Umso schwerer wiegt Cordobas Ausfall in Paderborn – eigentlich. Denn vor Saison hatten sich die Geissböcke noch auf die Fahnen geschrieben, dass sich der Großteil der Liga nach solchen drei Mittelstürmern wie Cordoba, Anthony Modeste und Simon Terodde die Finger lecken würde. Nun ist das verbliebene Duo gefragt, in Paderborn die richtige Antwort zu geben und Cordoba bestmöglich zu ersetzen. Nicht nur offensiv, sondern auch defensiv. Denn: „Unsere nominelle Neun ist unser erster Spieler, der gegen den Ball arbeiten muss“, sagte Markus Gisdol am Mittwoch. „Das ist für uns sehr wichtig und Grundvoraussetzung für jeden Spieler, der auf dieser Position spielen will.“

Die brennen darauf ihre Chance zu bekommen

Ob Modeste oder Terodde – auf das Duo wird also auch viel Laufarbeit gegen die unbequemen Paderborner zukommen. Dass einer der beiden Stürmer den gesperrten Cordoba ersetzen wird, gilt als sicher. Denn obwohl Mark Uth nach seiner Schalke-Vertragssperre zurückkehren wird, gilt Uth nicht als erste Wahl für die Position ganz vorne im Sturmzentrum. Auch das ließ Gisdol durchklingen. „Wir können Anthony Modeste oder Simon Terodde aufbieten, wir könnten eventuell aber auch mit einer etwas anderen Neun spielen, indem wir Mark ein Stück weiter vorziehen“, sagte Gisdol. Durch sein Zögern bei der Personalie Uth als Alternative ließ er jedoch erkennen, dass es auf Modeste oder Terodde hinauslaufen dürfte. Auch, um die Statik im eigenen Spiel nicht zu verändern und dem eigenen System treu zu bleiben.

Der erfolgreiche FC unter Gisdol hat sich im 4-2-3-1 gefunden, mit Uth auf der Zehn kam noch eine neue Komponente in der Winterpause hinzu. Der Mittelstürmer wird seitdem von einem Trio besetzt, zu dem Uth nicht zählt. „Wir spielen mit einer zentralen Spitze, davon haben wir drei im Kader“, sagte Gisdol und meinte Cordoba, Modeste und Terodde. Nun fehlt jener, der zuletzt glänzte. „Die anderen brennen darauf ihre Chance zu bekommen.“ Und damit nicht Uth, der auf der Zehn gebraucht wird und wohl sicher wieder in die Startformation rücken wird.

Vor Uth läuft es auf Anthony Modeste als erste Alternative zu Cordoba hinaus. Der Franzose, einst einer der großen Knipser in der Bundesliga, hat in dieser Saison große Probleme ins Rollen zu kommen. Nun würde es überraschen, wenn Gisdol den 31-Jährigen in Paderborn noch von Beginn an von der Leine lassen würde. Eine Chance, auf die Modeste seit langem wartet und die er wohl unbedingt nutzen will. Das war bereits in den vergangenen Wochen im Training zu spüren, als Cordoba bereits mehrere Spiele mit der vierten Gelben Karte spielte und es nur eine Frage der Zeit war, ehe er die fünfte sehen würde. Nun ist die Sperre da und Modeste will die 90 Minuten am Freitagabend nutzen, um der Mannschaft zu helfen und sich selbst wieder in den Fokus zu schießen.

Auf Tony liegt immer ein besonderer Fokus

„Ich sehe einen gut aufgelegten Tony Modeste, der seine Rolle zu 100 Prozent annimmt, weil er auch gesehen hat, dass Jhon unheimlich gut drauf ist“, sagte Gisdol am Mittwoch. Der FC-Coach weiß, unter welch besonderer Beobachtung Modeste in Köln steht. „Auf Tony liegt immer ein besonderer Fokus aufgrund seiner extrem eindrucksvollen guten Zeit, die er hier schon hatte.“ Doch die Vergangenheit soll nicht vergangen bleiben, wenn es nach Gisdol geht. Im Training zeigte sich Modeste zuletzt sehr treffsicher und auch wieder ähnlich spektakulär wie zu seinen besten Zeiten. „Ich sehe ihn noch immer als einen richtig guten Torjäger“, sagte Gisdol. Am Freitag soll Modeste es wieder zeigen. Auch, um die Serie an erfolgreich kompensierten Ausfällen der letzten Wochen fortzusetzen.

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