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Stadion-Pacht: Wann der FC zahlen müsste und wann nicht


Rund 9,5 Millionen Euro kostet den 1. FC Köln in der Bundesliga jährlich die Pacht des RheinEnergieStadions. Seit nun knapp zwei Monaten ist dort jedoch angesichts der Corona-Pandemie kein Ball mehr gerollt. Und auch im Falle der Saison-Fortsetzung müsste der FC auf seine Zuschauereinnahmen von rund neun Millionen Euro aus fünf Partien verzichten. Trotzdem plant die Kölner Sportstätten GmbH aktuell keinen Erlass der Stadionpacht. 

Köln – Der 1. FC Köln muss als Bundesligist jährlich rund 7,9 Millionen Euro an Pacht und 1,6 Millionen Euro an Betriebskosten an die Kölner Sportstätten GmbH (KSS) überweisen. Die Coronavirus-Pandemie reißt jedoch bekanntlich ein großes Loch in die Kasse der Geissböcke. Da half es, dass unter der Woche der DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärte, dass die Medienpartner ihre letzte ausstehende Zahlung in Mai unter Vorbehalt der Wiederaufnahme der Liga ausschütten würden. „Uns hilft jeder Euro“, hatte Alexander Wehrle im Anschluss daran klar gemacht.

Ein paar weitere Euro hofft der Kölner Geschäftsführer daher auch, in einem Gespräch mit der KSS hinsichtlich der Stadionpacht zu finden. Doch dies dürfte sich als ein schwieriges Unterfangen herausstellen. Wie die Kölnische Rundschau berichtet, hatte der FC in diesem Monat um ein Gespräch zum Thema Pachtzahlung gebeten. Zwar wolle die Stadtverwaltung in der nächsten Sitzung des Stadtrates das Thema Mieterlass für städtische Immobilien aufgreifen, aktuell dürfe der FC jedoch nicht mit einem Erlass rechnen. In einem der Rundschau vorliegenden Verwaltungsvorlage heißt es: „Aktuell ist kein Mieterlass für Mieterinnen und Mieter geplant. Sollte eine Mieterin oder ein Mieter in eine existenzbedrohliche Lage kommen, könnte darüber neu nachgedacht werden, um den Mieter auf der Anlage zu halten.“

Bei Saisonabbruch stünde Pachtzahlung in Frage

Trotz der Coronakrise befindet sich der 1. FC Köln nach eigenen Angaben aber zur Zeit nicht in einer existenzbedrohlichen Lage. Zuletzt betonten die Verantwortlichen, bis zum geplanten Saisonende am 30. Juni weder in Liquiditäts- noch in Überschuldungsprobleme zu geraten. Da die DFL und die Vereine davon ausgehen, den Ligabetrieb im Laufe des Mai wieder aufnehmen zu können, muss der Effzeh also auf ein Entgegenkommen der Stadt hoffen, um die Pacht reduzieren zu können.

Anders sähe dies freilich bei einem Saisonabbruch aus. Dann wäre fraglich, ob die KSS rechtlich auf einer Entrichtung der Pacht bestehen könnte. Schließlich würde der FC die Leistung der KSS nicht mehr in Anspruch nehmen können. Auch bei dem wahrscheinlichen Szenario längerfristiger Geisterspiele weit über die laufende Saison könnten die Kölner gute Chancen haben, die zu entrichtende Pacht zumindest reduzieren zu können. Klarheit darüber dürften die Gespräche zwischen FC und KSS bringen, die in der nächsten Woche stattfinden sollen.

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