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Neue Offensivreihe beim FC mit Limnios, Hrustic und Hack?


Ein Gesamtpaket, das den 1. FC Köln im ersten Jahr über vier Millionen Euro kostet – wahrlich kein Schnäppchen aus Sicht der Geißböcke. Doch Dimitris Limnios soll trotz des Corona-Schocks am späten Montagabend (mehr dazu hier) so schnell wie möglich Kölner werden und die Lücke stopfen, die Florian Kainz mit seiner Verletzung hinterlassen hat. Wann der Grieche vorgestellt werden kann, ist aufgrund der gesundheitlichen Fragen rund um seinen positiven Covid-19-Test unklar. Doch der 22-jährige soll nicht der letzte Neuzugang vor dem Start in die neue Saison bleiben.

Köln – Dass eine Verpflichtung bevorstand, war am Geißbockheim bereits am Montagmorgen zu vernehmen. Dann sickerte der Limnios-Deal durch. Der 22-jährige soll nicht nur als Ersatz für den verletzten Florian Kainz kommen, sondern als Sofort-Hilfe mit Perspektive seine Schnelligkeit, gute Technik und Aggressivität ins Kölner Spiel einbringen. Dafür legt der FC offenbar über drei Millionen Euro plus ein Gehalt von rund einer Million Euro hin. Eine Summe, die Sportchef Horst Heldt in ähnlicher Größenordnung womöglich in einigen Tagen in einen weiteren Transfervertrag eintragen könnte.

PAOK brauchte Geld – FC steckt sich für den neuen Flügelspieler

Der Limnios-Deal sieht im Detail vor, dass der FC insgesamt 3,3 Millionen Euro als Sockelablöse an PAOK Saloniki überweist, wovon 300.000 Euro an Limnios‘ Ex-Klub Atromitos Athen als zehnprozentige Transferbeteiligung weitergereicht werden. Eine solche Beteiligung hat sich auch PAOK im Deal mit den Geißböcken gesichert. Sollte der FC Limnios für mehr als die gezahlten 3,3 Millionen Euro weiterverkaufen, bekäme Saloniki 15 Prozent der Mehreinnahmen. Bis zu 500.000 Euro können allerdings noch in dieser Saison noch oben drauf kommen durch Boni für eine bestimmte Anzahl Einsätze und den Klassenerhalt. Viel Geld für den FC, der dafür jedoch am Gehalt spart. Dem Vernehmen nach kassiert Limnios bei den Geißböcken ein verhältnismäßig moderates Fixgehalt von rund einer Million Euro pro Jahr und liegt damit deutlich unter dem bisherigen Gehaltsdurchschnitt.

Dass Limnios ungeachtet des positiven Corona-Tests überhaupt zu den Geißböcken wechseln wird, überrascht mit Blick auf die vermeintlichen Interessenten der letzten Monate durchaus. Fenerbahce, Monaco, Mönchengladbach, Turin, Frankfurt – so mancher Klub klopfte Berichten zufolge bereits bei dem Flügelspieler an. Angeblich soll er zwischenzeitlich sogar eine Ausstiegsklausel in Höhe von 15 Millionen Euro gehabt haben, doch weil sein Vertrag nur noch bis 2021 läuft, war diese wohl nicht mehr aktiv. Sein Klub PAOK muss zudem in diesem Sommer aufgrund von Financial Fair Play Transfereinnahmen generieren, was den Geißböcken angeblich beim Preis behilflich war. Und so bleibt nur noch die Frage offen, wann genau der dritte Grieche beim FC nach Vasilios Tsiartas (beim FC von 2004 bis 2005, kam als Europameister nach Köln, machte aber nur vier Spiele) und Konstantinos Giannoulis (von 201o bis 2011 beim FC, machte kein einziges Spiel) vorgestellt werden kann (Spieler mit griechischen Wurzeln ausgenommen).

Hecking: „Im Moment sind wir von einer Einigung weit entfernt“

Der Transfer war bis Montag, als bereits eine Einigung aller Parteien bestand, gänzlich ohne öffentliches Aufsehen über den Tisch gegangen. Heldt hatte bei allen öffentlichen Interessensbekundungen an anderen Spielern im Hintergrund also doch an einem der völlig anderen Transfer gearbeitet und so die Aufmerksamkeit vom Limnios-Deal abgelenkt. Was allerdings nicht bedeutet, dass Kölns öffentlich formuliertes Interesse an Robin Hack oder Mark Uth nur Show war. Vor allem Hack steht weiterhin oben auf der Wunschliste und soll die nächste Sofort-Hilfe mit Perspektive bei den Geißböcken werden – zu ähnlichen Konditionen. Dazu passt, dass Nürnberg-Coach Robert Klauß im kicker einen Hack-Transfer nun doch nicht mehr ausschließen wollte. „Gewissheit gibt es bei keinem Spieler, für Robin gibt es mit Köln einen klaren Interessenten.“ Am Dienstag stand Hack nicht für die deutsche U21 im Spiel gegen Belgien auf dem Platz. Über eine Verletzung wurde zunächst nichts bekannt. Ein Hinweis, dass sich ein Wechsel ankündigt?

Klar ist, dass hinter den Kulissen die Gespräche zwischen Nürnberg und Köln wieder aufgenommen worden sind – diese aber wohl noch zäh werden könnten. Denn Hecking wurde am Dienstag von Nordbayern.de mit den Worten zitiert: „Im Moment sind wir von einer Einigung weit entfernt.“ Was im Umkehrschluss allerdings bedeutet, dass eine Einigung möglich scheint, was Hecking und Klauß vor wenigen Tagen noch für undenkbar erklärt hatten. Es geht also, wie schon bei Mamba und Paderborn, nur noch ums Geld. Aus Kölner Sicht ist dies zwar ein großes „Nur“. Der Limnios-Deal zeigt aber, dass die Geißböcke trotz der aktuell schwierigen Situation keineswegs das Risiko scheuen – zumindest bei Spielern, bei denen man glaubt, durch eine feste Verpflichtung einen perspektivisch noch höheren Wert zu schaffen. Ob die Möglichkeiten ausreichen, um neben dem griechischen Rechtsaußen auch den deutschen Linksaußen aus Nürnberg zu verpflichten? Sollten beide Deals unter Dach und Fach gebracht werden, hätte Köln nach langem Warten eine neue Flügelzange für die neue Saison und könnte personell plötzlich wieder durchatmen. Sollte sich zudem Ajdin Hrustic gegen Frankfurt und für den FC entscheiden, stünde sogar gleich ein Trio für die drei Positionen hinter dem Sturmzentrum parat, das viele Kölner Sorgen zumindest auf den ersten Blick vertreiben würde. Doch wenn diese Transferperiode eines gelehrt hat, dann die Unvorhersehbarkeit des Marktes und der Gesundheit der Spieler.

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