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„Auffällig, wenn er nicht da ist“: Schlax ist der U21-Mittelfeldmotor


Er ist einer der heimlichen Antreiber im Spiel der U21 des 1. FC Köln: Luca Schlax hat in seinem zweiten Jahr den Durchbruch geschafft und zählt zum Stammpersonal in der Regionalliga West. Mit seiner resoluten, aber fairen Spielweise avancierte er zum Leistungsträger und Dauerbrenner im Mittelfeld. „Es ist auffällig, wenn er nicht da ist“, adelt ihn sein Trainer Mark Zimmermann. Ein Porträt.

Köln – In der vergangenen Saison hatte Luca Schlax richtig Pech. Gerade erst aus der U19 in den Seniorenfußball bei der U21 aufgerückt, zählte er dort bereits zum Stammpersonal in der Regionalliga West. Am sechsten Spieltag Ende August 2019 brach jedoch im Heimspiel gegen Alemannia Aachen (4:2) der Knöchel am Sprunggelenk. Es folgte die Auswechslung in der 12. Minute, fortan war er wochenlang zum Zuschauen verdammt. „Ich war dadurch drei Monate raus und habe etwas gebraucht, um zu meiner alten Form zurückzukommen“, erinnert sich Schlax im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN und ergänzt: „Ich habe deswegen auf der Bank gesessen, aber mich trotzdem dazu entschlossen, um ein Jahr zu verlängern.“

Schlax hinter Krahl und Nottbeck der Dauerbrenner

Vor der aktuellen Saison gab es ein Gespräch mit dem Trainer über die angedachte Rolle: „Er hat mir gesagt, dass die Karten neu gemischt werden.“ Schmunzelnd fügt der 20-Jährige an: „Meine Chance habe ich ganz gut genutzt und freue mich, dass der Trainer mir so viel Vertrauen schenkt.“ Mit 1975 Einsatzminuten ist der Sechser derzeit hinter Torwart Julian Krahl und dem Kapitän Lukas Nottbeck der Dauerbrenner im Regionalliga-Team des FC. Als Nottbeck kürzlich gelbgesperrt gegen Mönchengladbachs U23 zuschauen musste, führte Schlax das Team sogar als Kapitän aufs Feld.

Wer die Spiele der U21 verfolgt, stellt erstaunliche Parallelen zwischen dem routinierten Lukas Nottbeck und dem jungen Luca Schlax fest. Beide agieren zumeist nebeneinander auf der Doppelsechs. „Ich habe schon sehr viel von ihm gelernt und lerne auch weiterhin dazu, zumal wir ähnliche Spielertypen sind“, beschreibt Schlax seine Beziehung zum Nebenmann, „wie Lukas auf dem Platz kommuniziert, wie er die Spieler motiviert und Anweisungen gibt, da kann ich von lernen, mich daran orientieren und weiterentwickeln.“ Tatsächlich macht sich Schlax mittlerweile auf dem Platz auch lautstark Luft, wenn ihm etwas missfällt, und treibt seine Mitspieler an.

Manchmal etwas zu ungestüm

„Er ist ein wichtiger Spieler im Aufbauspiel, körperlich nicht besonders robust, aber intelligent und fleißig“, adelt Zimmermann seinen Mittelfeldmotor und zeigt Steigerungspotenzial auf: „Manchmal ist er etwas zu ungestüm, aber das legt sich mit der Erfahrung.“ Schlax wiederum möchte sich noch in einem anderen Bereich verbessern: „Gerne würde ich noch torgefährlicher werden und mit Vorlagen und Torbeteiligungen mehr auf mich aufmerksam machen.“

Zeit genug hat er am Geißbockheim auf jeden Fall. Kürzlich verlängerte Schlax, der 2014 zum 1. FC Köln kam und dort die Jugendmannschaften von der U15 bis zur U19 durchlief, seinen Vertrag vorzeitig bis 2023. „Ich spüre das Vertrauen der Verantwortlichen und denke, dass ich mich hier gut entwickeln kann. Ich möchte auf und neben dem Platz mehr Verantwortung übernehmen“, skizziert er seine Pläne.

Für Schlax ist das Engagement beim FC auch ein gelebter Traum: „Ich bin schon jahrelang FC-Fan, war als Jugendlicher öfters im Stadion mit Freunden und der Familie. Der FC war schon immer mein Verein, weil ich auch aus der Umgebung komme“, äußert der gebürtige Brühler, der heute in einem Stadtteil Wesselings wohnt. Und auch der FC hat aktuell viel Freude an seinem defensiven Mittelfeldspieler. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung des Mittelfeldmotors weitergehen wird.

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