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Streit hinter den Kulissen: Fortsetzung der Jugend-Saison fraglich


Es rumort heftig hinter den Kulissen: Eigentlich stand der Fahrplan für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den U19- und U17-Bundesligen am 17. April bereits. Das DFB-Präsidium sollte den entsprechenden Rahmenterminkalender am vergangenen Freitag eigentlich nur noch formal beschließen. Mittlerweile ist es jedoch wieder fraglich, ob die Saison tatsächlich fortgesetzt wird.

Köln – Seit Ende Oktober ruht der Ball in der U19- und U17-Bundesliga West. Doch nach einer gemeinsamen Videokonferenz aller beteiligten Vereine mit dem DFB am vergangenen Mittwoch schimmerte wieder Licht am Ende des Tunnels. Der DFB-Jugendausschuss hatte nach einem ersten Meinungsbild der Vereine beschlossen, dass der Spielbetrieb in beiden Altersklassen am 17. April wieder aufgenommen werden sollte. Hierzu wurde ein Hygienekonzept ausgearbeitet, das unter anderem regelmäßige Corona-Tests vorsieht. Die Kosten und Organisation dieser Testungen wollte der DFB größtenteils übernehmen. Zudem waren die Vereine angehalten, Hygienebeauftrage zu ernennen. Die Saison sollte im vollen Umfang fortgesetzt werden, chronologisch startend mit dem ersten ausgefallenen Spieltag. Auch eine Endrunde um die Meisterschaft wurde angedacht, wenn es der Terminkalender noch hergibt, im Halbfinale jedoch nur mit einem einfachen Duell ohne Rückspiel.

Vereine bitten um Überdenken

In der Folge haben sich 19 Vereine – der 1. FC Köln zählt als Befürworter eines möglichst raschen Starts nicht dazu – im Nachgang der Videokonferenz jedoch gegen die DFB-Pläne zur Saisonfortsetzung zusammengeschlossen und ein gemeinsames Positionspapier beim DFB eingereicht. Eine verantwortungsvolle Talentförderung im Zuge des Spielbetriebs sei demnach nicht möglich mit Blick auf die Unwägbarkeiten der Pandemie, die schulischen Herausforderungen für die Talente und die hohe Belastung in den englischen Wochen der Bundesligen. Zudem hätten sich nur 25,5 Prozent der Vereine der U19-Bundesliga und 15,4 Prozent der Vereine der U17-Bundesliga für einen Restart am 17. April ausgesprochen. Die Mehrheit stütze diesen Plan also womöglich gar nicht. Die Vereine baten daher um ein Überdenken und regten an, statt der normalen Meisterschaften Freundschafts- oder Entwicklungsspiele konkreter ins Auge zu fassen.

Und der DFB reagierte. Der Restart wurde am Freitag nicht wie ursprünglich geplant beschlossen. Stattdessen setzte der Verband alles zurück auf Anfang. Am Freitagnachmittag versendete der DFB ein neues Rundschreiben an die Vereine der U19- und U17-Bundesligen und informierte darüber, dass die „finale Entscheidung über die Fortführung der Junioren-Bundesliga-Saison 2020/21 zunächst vertagt“ worden sei. Stattdessen wolle man ein aktuelles Meinungsbild der Vereine abholen. Bis Dienstagnachmittag um 15 Uhr können nun alle Vereine erneut ein Votum abgeben, ob sie für oder gegen eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 17. April sind. Anhand dieses Meinungsbildes werde das DFB-Präsidium zeitnah über das weitere Vorgehen beraten. Da der DFB am Freitag auf den Druck zahlreicher Vereine einen überraschenden Rückzieher machte, erscheint es aktuell eher unwahrscheinlich, dass die Saison am 17. April tatsächlich fortgesetzt wird. Ob es mit der Saison 2020/21 grundsätzlich weitergehen kann, ist zudem ungewisser denn je.

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