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Matchwinner Kainz: Die Ösi-Connection beeindruckt


Dank zweier Tore von Florian Kainz hat der 1. FC Köln am Sonntagabend seinen Bundesligaauftakt gegen Hertha BSC gewinnen können. Der Österreicher war aber nicht nur aufgrund seiner beiden Treffer einer der stärksten Akteure auf dem Feld. Nach seiner langen Leidenszeit könnte Kainz in der neuen Saison nun zu einem Schlüsselspieler in der Offensive werden. 

Köln – Seine beiden Treffer gegen Hertha BSC dürften für Florian Kainz eine Erlösung gewesen sein. Und das nicht nur, weil er damit seiner Mannschaft den ersten Saisonsieg beschert hatte. Vielmehr dürfte der Doppelpack am Sonntagabend das endgültige Ende seiner langen Leidenszeit gewesen sein. Fast genau vor einem Jahr, im Trainingslager 2020, verletzte sich Kainz so schwer, dass er aus Donaueschingen abreisen und in Köln operiert werden musste. Dass der Flügelspieler in der Schlussphase der vergangenen Saison überhaupt noch einmal spielen konnte, überraschte auch die Verantwortlichen am Geißbockheim. Doch am 27. Spieltag feierte der Nationalspieler sein Comeback gegen den VfL Wolfsburg.

Ich habe Selbstvertrauen getankt

Allerdings war dem 28-jährigen seine lange Pause teilweise noch deutlich anzumerken. Zwar traf Kainz beim wichtigen 3:2-Auswärtssieg gegen den FC Augsburg und bereitete im Relegationsrückspiel gegen Kiel zwei Treffer vor. Trotzdem dürfte der Österreicher erst jetzt, nach vollständig absolvierter Vorbereitung, wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Im DFB-Pokal gegen Carl-Zeiss Jena war der Offensivspieler den Geißböcken allerdings noch keine Hilfe. Immer wieder lief sich Kainz an der tiefstehenden Abwehr des Viertligisten fest und wurde bereits in der 68. Minute von Steffen Baumgart ausgewechselt.

Trotzdem vertraute der Trainer Kainz auch zum Bundesliga-Auftakt und ließ den Flügelspieler auf der halblinken Position auflaufen. Anfänglich noch mit der ein oder anderen falschen Entscheidung im Spiel nach vorne und unsauberen Flanken, steigerte sich Kainz gerade im zweiten Durchgang merklich. Mit seinem Doppelpack binnen drei Minuten drehte der ehemalige Rapid-Spieler die Partie komplett zugunsten der Geißböcke und wurde so zum umjubelten Matchwinner. „Ich freue mich riesig, dass ich heute zwei Tore gemacht habe“, sagte ein sichtlich zufriedener Florian Kainz nach dem Spiel. „Wenn man in einem Heimspiel vor den Zuschauern zwei Tore macht, gibt einem das ein super Gefühl und ich habe Selbstvertrauen getankt.“ Dabei hätte Kainz beinahe noch ein drittes Tor erzielt. Schon in der ersten Halbzeit hatte er die Führung auf dem Fuß, doch Schwolow lenkte seinen platzierten Flachschuss gerade noch um den Pfosten. Trotzdem waren am Ende zwei Drittel seiner Torabschlüsse am Ende auch von Erfolg gekrönt. Doch nicht nur aufgrund seiner beiden Treffer überzeugte Kainz am Sonntagabend. Mit einer Passquote von starken 91 Prozent und 80 Prozent gewonnener Zweikämpfe sowie knapp zehn gelaufenen Kilometern war der FC-Profis einer der stärksten Akteure auf dem Platz.

Ösi-Trio weiß zu überzeugen

Beim FC hofft man nun, dass der zweite Doppelpack seiner Bundesliga-Karriere (den ersten hatte er auch gegen die Hertha erzielt) Kainz für die kommenden Aufgaben Auftrieb geben wird. Seine beste Saison hatte der gebürtige Grazer in der Saison 2019/20 unter Markus Gisdol, als er in der Rückrunde fünf Tore erzielte und im gesamten Saisonverlauf sieben Vorlagen beisteuerte. Diese Marke dürfte sich Kainz, der gerade in seiner Anfangszeit beim FC noch mit Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte, für die kommende Saison nun wohl als Mindestziel setzen.

Helfen könnten ihm dabei auch zwei Landsleute und ebenfalls ehemalige Rapidler. Mit Kainz, Neuzugang Dejan Ljubicic und Rückkehrer Louis Schaub, hat der FC inzwischen drei Ex-Rapid-Spieler in seinen Reihen bei den Profis. Auch Youngster Philipp Wydra wechselte 2019 aus Wien ans Geißbockheim, ist aktuell aber noch keine Option für den Kader von Steffen Baumgart. Doch dass die Ösi-Connection gerade mit Kainz und Ljubicic funktionieren kann, hat bereits das Spiel gegen die Hertha gezeigt. Auch der Neuzugang machte eine starke Partie und harmonierte im offensiven Mittelfeld bereits gut mit Kainz. So ließ sich Ljubicic häufig in die Tiefe fallen, wenn Kainz einmal den Weg durch die Mitte gesucht hatte oder bediente seinen Landsmann direkt mit einem Pass in die Schnittstelle. Mit Louis Schaub standen die beiden anderen Österreicher am Sonntag zwar nicht gemeinsam auf dem Feld, weil auch Ljubicic ausgewechselt wurde, als Schaub in der 76. Minute für Kainz in die Partie kam. Doch auch der Rückkehrer machte während der Vorbereitung und auch in seinen beiden Kurzeinsätzen gegen Jena und Hertha einen ordentlichen Eindruck und sorgte noch einmal für neuen Schwung in der Offensive. So könnte die neue Österreich-Connection dem FC in den kommenden Wochen und Monaten noch viel Freude bereiten.

 

19 Kommentare
  1. Gerd1948 sagte:

    Kainz hat damals viel Geld gekostet, aber wie richtig beschrieben, hat er auch sofort zurück bezahlt. Er hat nen feinen Fuß und wird von manch einem zwecks Wichtigkeit noch immer unterschätzt. Nach dem Verkauf Jakobs ist er noch mal sehr sehr wichtiger geworden, weil er eben auch über die Außenposition was bewirken kann. Seine Standards sind gut und an Scorerpunkten wurde schon erfolgreich gearbeitet.

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  2. Truebe Tasse sagte:

    Schaub ist ein Spieler, den man nicht abgeben sollte. Er dürfte keiner für die Startelf sein, aber als Ergänzung von der Bank ist er sehr wertvoll. Er wird zwar niemals der begnadete Anläufe und Balljäger werden, den Baumgart braucht, aber dennoch kommen seine Stärken in diesem System eher zum Vorschein als in Gisdols Mauertaktik.

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  3. FC Neukoelln sagte:

    Sehr schön, dass auch Schaub hier gewürdigt wird. Ich empfand seine beiden Kurzeinsätze zuletzt nämlich ähnlich belebend und bin durchaus überrascht davon. Ist körperlich viel robuster und wirkte zielstrebiger als z.B. Duda. Eventuell kommt ihm der Trainerwechsel sehr zupass und lässt ihn frei aufspielen in einer Zeit, in der er rein gar nichts mehr zu verlieren hat, weil ihn zuletzt ja ohnehin niemand mehr auf dem Zettel hatte. Könnte ein tauglicher Ergänzungsspieler werden.

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