Lukas Kwasniok hat die Startelf des 1. FC Köln bei RB Leipzig umgebaut, um in der Defensive variabler zu sein. Den richtigen Moment für eine nötige Veränderung verpasste er jedoch und zeigte sich hinterher selbstkritisch.
Es lief die 44. Spielminute in Leipzig, als sich das Spiel gegen den 1. FC Köln wandte. Bis dato hatte der FC auf der linken Abwehrseite Leipzigs Johan Bakayoko im Griff gehabt. Tom Krauß, überraschend als Linksverteidiger im Einsatz, konnte den schnellen und dribbelstarken Angreifer stoppen. Dann aber war es nicht mehr möglich.
Bakayoko schlug einen Haken, ließ Krauß und Jakub Kaminski stehen, sprintete zur Grundlinie und legte von dort den Ball in die Mitte. Christoph Baumgartner hätte die Hereingabe beinahe schon mit einem feinen Hackentrick über die Linie bugsiert. Marvin Schwäbe parierte noch stark. Doch den Nachschuss konnte Romulo zum 1:2 verwerten.
Darum spielte Krauß links hinten
Nur vier Minuten später war es wieder Bakayoko, der nun nicht mehr zu halten war. Eric Martel beging ein Foul vor dem Strafraum und David Raum traf sehenswert per Freistoß zum 1:3. Die Partie war vorentschieden. Vier Minuten, die dem FC etwas Zählbares kosteten. Vier Minuten, in denen die FC-Fans vor Ort sich gewünscht hatten, mit einem 1:1 in die Pause zu gehen, dann aber in der Halbzeit ihre Wunden lecken mussten.
Lukas Kwasniok gehörte ebenfalls dazu. Dabei hatte er sich mit Krauß als Linksverteidiger eigentlich eine passende Variante überlegt. „Wir wollten mit Tom jemanden haben, der Bakayoko auf dessen starken Fuß verteidigen kann. Das ist als Rechtsfuß leichter“, sagte der FC-Coach hinterher. „Darüber hinaus wollten wir uns die Option offen halten, jederzeit auf die Fünferkette switchen zu können. Das ist mit Tom möglich.“
Kwasniok wollte früher umstellen
Gegen den Ball hatte der FC mit einer Viererkette agiert – und genau diese hatte kurz vor der Pause so viel Druck bekommen, dass sie nicht mehr gehalten hatte. „Da beiße ich mir in den Allerwertesten“, gestand Kwasniok, „weil Leipzig in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit mit ihren hohen Achtern fünf Spieler auf unserer letzten Reihe hatten. Ich habe die ganze Zeit Eric und Tom so weit zurückziehen wollen, dass wir mit drei hinten verteidigen. Dann aber habe ich es leider in die Halbzeit hineingeschoben. Das war unglücklich.“
Kurzum: Kwasniok hätte mit der taktischen Veränderung „einen Tick früher reagieren können“. Dann hätte der FC womöglich die beiden Tore nicht kassiert und den Leipziger Ansturm vor der Pause noch verteidigen können. Andererseits hatte Krauß bis dato und auch später seine Seite gut verteidigt. Bis sich schließlich die individuelle Qualität des Gegners durchsetzte und damit das Spiel zu Leipziger Gunsten entschied.








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