„Schwimmender Freigeist“: Diese Erinnerung soll FC-Stürmer stark machen

Luca Waldschmidt im Testspiel gegen Fortuna Köln. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Luca Waldschmidt im Testspiel gegen Fortuna Köln. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Luca Waldschmidt gehört beim 1. FC Köln zu den auffälligsten Akteuren der aktuellen Sommer-Vorbereitung. Dabei kommt der Offensivspieler unter Lukas Kwasniok eine Position weiter vorne zum Einsatz. Der Trainer erklärt die Gründe dafür.

Kein Spieler hat in der laufenden Vorbereitung bislang mehr Tore erzielt als Luca Waldschmidt. Viermal war der Offensivspieler in den bisherigen vier Testspielen erfolgreich gewesen. Alle vier Tore erzielte der 29-Jährige dabei mit seinem starken linken Fuß. Insbesondere der Treffer gegen Leicester City sowie sein Doppelpack gegen Siegburg stellten dabei die starke Schusstechnik von Waldschmidt unter Beweis.

Dass der gebürtige Siegener in der bisherigen Sommer-Vorbereitung vermehrt zu Abschlüssen kommt, hat dabei einen einfachen Grund. Lukas Kwasniok lässt den Angreifer in vorderster Front als falsche oder besser gesagt mitspielende Neun agieren. „Luca ist ein schwimmender Freigeist“, erklärte der Trainer am Mittwoch nach dem einmal mehr auffälligen Test seines Schützlings.

Waldschmidts Vorteil als Neuner

Der Vorteil von Waldschmidt in der Sturmspitze: „Wenn er auf der Zehn spielt, dann schwimmt er gerne auf die Sechs zurück. Wenn er auf der Neun spielt, schwimmt er halt nur auf die Zehn zurück und ist nicht ganz so weit weg vom Tor. Wenn er in dem Raum Bälle bekommt, ist er dem Tor näher.“ Dabei verändert sich freilich auch die gesamte Dynamik im Kölner Spiel, wenn Waldschmidt ganz vorne auf dem Platz steht. Ein klassischer Stoßstürmer wie Neuzugang Ragnar Ache, der am zweiten Pfosten auch mal mit einer hohen Flanke gesucht werden kann, ist Waldschmidt schließlich nicht.

Dafür mache Waldschmidt das Kölner Spiel „variabler und unberechenbarer“, erklärte Kwasniok, der sich insbesondere im Zusammenspiel mit Isak Johannesson über „mehr Spielwitz“ im Zentrum und „Kombinationsspiel auf engem Raum“ freuen kann. Gleichzeitig habe der Trainer das Gefühl, Waldschmidt sei „sehr glücklich darüber, die Rolle so ausführen zu dürfen.“

Kwasniok erinnert Waldschmidt an die EM 2019

Von dieser Idee überzeugt werden musste Waldschmidt wohl ohnehin nicht. Schon beim ersten längeren Telefonat zwischen Trainer und Spieler, erzählte Kwasniok, war die Position eines der großen Themen. „Ich habe ihn daran erinnert, dass er bei der U21-EM als falscher Neuner, als Freigeist-Neuner, Torschützenkönig geworden ist“, sagte der 44-Jährige.

Im Sommer 2019 hatte Waldschmidt mit seinen sieben Toren maßgeblichen Anteil daran, dass die deutsche U21-Nationalmannschaft Vize-Europameister wurde und sich nur im Endspiel Spanien geschlagen geben musste. Tatsächlich hat bis heute kein anderer deutscher Spieler mehr Tore bei einer U21-EM erzielen können. In diesem Sommer war Nick Woltemade mit sechs Treffern lediglich kurz davor gewesen – der Rekord bleibt jedoch bei Waldschmidt.

Was vor Jahren geklappt hat, kann ja auch heute nochmal funktionieren.

Lukas Kwasniok

Beim FC hat man nun die Hoffnung, dass Waldschmidt auf dieser Position wieder zu alter Stärke zurückfinden kann. In der vergangenen Zweitliga-Saison erzielte Waldschmidt am Ende acht Tore und drei Vorlagen. Ob der Angreifer das in der Bundesliga wiederholen kann, bleibt abzuwarten. Kwansiok zumindest ist zuversichtlich: „Was vor Jahren geklappt hat, kann ja auch heute nochmal funktionieren. Wir alle wären bei einer Wiederholung nicht ganz so traurig.“

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