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FC sucht den Quarterback: Lehmann hat die Nase vorn

Peter Stöger spricht von einer „interessanten Vorbereitung“ und von einer „hohen Leistungsdichte“ beim 1. FC Köln. Kurz: von einem harten Konkurrenzkampf um die Stammplätze. Der GEISSBLOG.KOELN betrachtet in den kommenden Tagen jede Position und sagt, welcher Spieler sich Chancen auf einen Stammplatz ausrechnen kann. Heute im Kader-Check: die Sechs.

Köln – Peter Stöger hat in seinem Zwischenfazit der Vorbereitung das System verraten, mit dem der Effzeh in der kommenden Saison ähnlich erfolgreichen, aber offensiveren und attraktiveren Fußball spielen möchte als in der vergangenen Spielzeit. „Wir wollen ein bisschen offensiver verteidigen, wenn es möglich ist. Von der Grundausrichtung haben wir ein 4-1-4-1 angelegt.“ Eine Schlüsselrolle in diesem System kommt dem einen, zentralen Spieler vor der Viererkette zu: der „Quarterback“, wie ihn Stöger auch schon genannt hat. Drei Spieler hat Stöger für diese Position zur Auswahl:

Leader Lehmann als Schlüsselfigur

Die Nummer eins ist aktuell Matthias Lehmann. Der Vize-Kapitän hat durch seine Erfahrung die Nase vorn, aber auch, weil er die Rolle – egal, neben welchem Nebenmann auf der Doppel-Sechs – in der vergangenen Saison zuverlässig ausgefüllt hat. Stöger weiß, dass er sich auf seinen Leader verlassen kann. Der 32-Jährige und sein Trainer verstehen sich, Lehmann weiß genau, was Stöger von ihm auf dem Platz erwartet. Gerade in der Kombination mit einer völlig neu formierten Innenverteidigung ist der erfahrene Profi wichtig für die Defensivorganisation.

Sein erster Stellvertreter ist Kevin Vogt. Der Hüne, der in der vergangenen Saison Höhen und Tiefen hatte, neben Lehmann aber eine solide Saison spielte und zur hohen Defensivstabilität einen großen Teil beitrug, wäre ebenfalls wie geschaffen für die Rolle des Quarterback. Laufstark, körperlich präsent, bissig im Zweikampf: einzig seine mitunter leichtfertigen Ballverluste lassen ihn aktuell hinter Lehmann zurückfallen. Mit seinen erst 23 Jahren verfügt Vogt aber bereits über die Erfahrung aus 90 Bundesliga-Spielen. Ein Faustpfand, auch für Stöger, wenn Lehmann mal schwächelt oder verletzt ausfällt.

Stöger: „Die Spielertypen verändern das Spiel“

Yannick Gerhardt ist für Stöger eigentlich der Prototyp des modernen Quarterback. Er bringt alles mit, um diese Rolle perspektivisch zu übernehmen. Der 21-Jährige hat eine schwierige erste Bundesliga-Saison hinter sich, in der er zum Schluss aber gezeigt hat, wozu er in der Lage ist. Allerdings, und das ist sein großes Plus, muss Gerhardt dieses Können nicht auf der Sechs einsetzen. Denn Stöger will im 4-1-4-1 künftig variabel bleiben – auch mit Gerhardt, wenn auch nicht auf der Sechs.

„Es ist ein großer Unterschied, ob ich vor einer Sechs mit Nagasawa und Jojic spiele oder mit Gerhardt und Vogt vor Lehmann, wie wir es schon erfolgreich gespielt haben. Es geht um die Spielertypen. Die verändern das Spiel.“ Deswegen können sich Gerhardt und Vogt trotz Lehmanns Vorsprung berechtigte Hoffnungen machen, auch im neuen System regelmäßig zum Einsatz zu kommen. Wer Stöger kennt, weiß, dass ihn die Zahlenspiele (4-1-4-1, 4-2-3-1, 4-3-3) wenig interessieren. Flexibilität steht für ihn an oberster Stelle. Weshalb zwar Lehmann zunächst gesetzt sein dürfte, Gerhardt und Vogt damit aber keineswegs außen vor bleiben.

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