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Wer ist das Herz des 1. FC Köln? Zerreißprobe mit Fans droht


Die Frage lautet: Wo liegen die Grenzen tatsächlich? Und daran anknüpfend: Was wäre die Folge, sollte der FC den Dialog abbrechen? Klar scheint, dass von Fan-Seite der Dialog nur noch dann gewählt wird, wenn er unausweichlich ist. So zum Beispiel nach den Vorfällen vergangene Saison in Mönchengladbach.

Das Derby am Samstag gegen die Borussia könnte deshalb zum Startpunkt einer Zerreißprobe werden, in dem der Effzeh versucht, den Dialog aufrecht zu erhalten und gerade die Ultraszene diese Grenzen austesten wird. Schon die Geschehnisse rund um die Partie am Samstag dürften Aufschluss darüber geben, wie diese Zerreißprobe für den Klub ausgehen könnte.

Die Luft im eigenen Strafraum anzünden

Und was wären die Folgen, sollte es zum endgültigen Bruch kommen? Immer wieder werden als Horror-Szenario für die Bundesliga die „englischen Verhältnisse“ genannt: reine Sitzplatz-Arenen, keine Stimmung, extreme Ticketpreise. Abgesehen von den Ticketpreisen gibt es einige, die diesen Weg zumindest in Teilen bevorzugen würden. Besonders jene, die schon häufiger in englischen Stadion zu Gast waren.

Moritz Volz spielte selbst lange Jahre in England, kennt sich bestens aus. Er beschrieb kürzlich in einem Interview das Erlebnis in einem engen Fußballstadion auf der Insel so: „Du kannst im Stadion die Augen schließen und zuhören. Die Zuschauer verraten dir, was auf dem Spielfeld passiert. Wenn die Leute aufspringen, hörst du die Sitzklappen zurückschlagen, das Raunen der Menge. Das habe ich auch schon als Spieler so empfunden. Wenn wir an der Anfield Road gegen Liverpool gespielt haben und dann die Reds auf die Kop Stands gespielt haben, da hättest du die Luft bei uns im eigenen Strafraum anzünden können. Da lag eine brutale Anspannung in der Luft.“

Auch der Effzeh hat seine Kop Stands. Das ist die Südkurve. Am Samstag kann sie zeigen, dass diese Stimmung, die aufgeladene Anspannung, die leicht entflammbare Luft, auch friedlich möglich ist. Und im Sinne des Effzeh. Denn das Herzstück des 1. FC Köln steht auf dem Rasen: es ist die Mannschaft.

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2 Kommentare
  1. hapeen says:

    Die sind doch nicht ganz dicht im Karton.
    Ich bin seit den Zeiten von Leo Wilden, Heinz Hornig, Ewert usw. mit dem FC verbunden.
    Ich bin ein wirklicher Fan, hab mit meinem FC gelitten und stand mit Weisweiler vorm Rathaus und hab mir die Lunge aus dem Hals gebrüllt.
    Aber nie, nie habe ich Pyro gezündet, oder mich böse (hust, nuja) über gegnerische Fans ausgelassen. (Sieht man mal von Leprakusen und Ostholland ab) . Leute wie ich, von denen es viele tausende gibt, sie sind das Herz des FC. Still leidend, und hoch erfreut über unsere Entwicklung. Nicht der Mob, der Busse angreift und Menschen zusammenknüppelt. Mit denen will ich nichts zu tun haben, mit denen haben wir echte Fans nichts, aber auch gar nichts gemein.
    Es wird Zeit, das MEIN Verein sich von diesen Chaoten distanziert. Endgültig.

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