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Startelf-Debüt für Klünter im Kampf um seine FC-Zukunft

Er war die große Überraschung in der Startformation des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt: Lukas Klünter hat gegen die Adler sein Startelf-Debüt für den Effzeh in der Bundesliga gefeiert. Trainer Peter Stöger hatte ihm die Entscheidung erst kurz vorher mitgeteilt – um den 20-Jährigen nicht unnötig zu verunsichern.

Köln – Als um 19 Uhr die Aufstellungen beider Mannschaften bekannt wurden, staunten Fans, Journalisten und Experten nicht schlecht: Lukas Klünter hinten rechts in der Viererkette? War das ein Druckfehler? Nein, Peter Stöger hatte das Eigengewächs aus dem Nichts nominiert. Keine einzige Minute hatte der Rechtsverteidiger bis dato in dieser Saison in der Bundesliga gespielt. Überhaupt kam er auch zuvor auf lediglich einen einzigen Kurzeinsatz. Nun durfte er von Beginn an ran.

Er trägt den Verein im Herzen und hat es sich verdient

„Wir hatten den Eindruck, dass die Abstimmung in den letzten Spielen nicht ideal war. Deswegen haben wir Lukas die Möglichkeit gegeben“, erklärte Stöger später die Maßnahme. „Er trägt den Verein im Herzen und hat es sich verdient.“ In den folgenden 90 Minuten verdiente sich Klünter einigen Respekt. Der 20-Jährige spielte unaufgeregt, solide im Passspiel und stark im Zweikampf. Insgesamt wirkte der schnelle Rechtsfuß nicht wie jemand, der gerade sein Startelf-Debüt feierte.

„Das hat er richtig gut gemacht“, lobte Stöger hinterher. Der FC-Coach hatte dem Youngster erst kurzfristig über seine Pläne in Kenntnis gesetzt. „Wir haben ihn nicht lange darauf vorbereitet, weil wir nicht wussten, wie er reagieren würde. Deswegen haben wir ihm zwei Stunden vor dem Spiel gesagt, dass er sich fertig machen soll.“ Es funktionierte. Klünter spielte für Pawel Olkowski, machte seine Sache nach anfänglichen Problemen im Stellungsspiel ordentlich und präsentierte sich als zuverlässige Alternative.

Klünters Vertrag läuft wie: Wie geht es weiter?

Nur in der zweiten Hälfte musste Klünter zwischenzeitlich kämpfen. Muskelkrämpfe machten ihm in der Schlussphase zu schaffen. „Der ist nicht richtig austrainiert. Der hatte Krämpfe“, lachte Sportchef Jörg Schmadtke hinterher und lobte: „Er war stabil, ist gelaufen wie ein Hase, hat sich aber auch im Zweikampf ausgesprochen geschickt verhalten.“

Ob Klünter mit dieser Leistung seine Situation beim Effzeh verändert haben könnte? Der Vertrag des Eigengewächses läuft aus, in den vergangenen Wochen standen alle Zeichen auf Abschied, nachdem Klünter selbst in der Zeit der größten Verletzungssorgen nicht einmal auf Einwechslungen gekommen war. Nun der Überraschungseinsatz gegen Frankfurt – die Wende für den Youngster? Schmadtke wollte auf die Nachfrage nicht antworten. Ein Spiel liefert schließlich noch keine Argumente für einen neuen Vertrag. Doch gänzlich ausgeschlossen erscheint eine Zukunft des Rechtsverteidigers beim 1. FC Köln nicht mehr.


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8 Kommentare
  1. Koelschlenny
    Koelschlenny says:

    Eigentlich ist die Position des RV-Backups seit Breckos Weggang vakant. Der FC täte also durchaus gut daran, diese recht geräuschlos mit Klünter zu besetzen (Notlösungen wie Sörensen, Risse, Höger sind auch nächstes Jahr noch da, falls er völlig abstürzt) und sich dafür anderen Baustellen mit mehr Energie und Euros zu widmen.

  2. Kalter Kaffee
    Kalter Kaffee says:

    Richtig gut. Hätte nicht gedacht, ihn nochmal im FC-Trickot zu sehen. Und dann so ein Auftritt:
    Hellwach, zweikampfstark, gutes Passspiel. Und nebenbei eine mutige Entscheidung der Trainer.

    Der Kaffee ist fertig.

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