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Kölner Flankengötter machen Leo zum Kopfball-Monster

Nach dem spektakulären 4:3-Erfolg über Werder Bremen hat sich der 1. FC Köln in eine starke Ausgangsposition für die beiden Saison-Endspiele gebracht. Eine Statistik ist dabei nicht nur besonders beeindruckend, sondern auch Liga-Bestwert. Zudem haben die Kölner mit Leonardo Bittencourts Kopfballstärke eine bis dato unbekannte Waffe dazu gewonnen. 

Köln – Mit seinen 1,71 Metern gehört Leonardo Bittencourt nicht zu den größten Spielern im Kader des 1. FC Köln. Es ist also wenig verwunderlich, dass seine Mitspieler ihn bisher eher selten mit hohen Flanken bedienten. Doch gegen Werder Bremen avancierte der Mittelfeldmann zum Kopfball-Ungeheuer. Nicht nur, dass er das 2:0 nach herausragender Flanke von Lukas Klünter per Kopf selbst erzielte. Er legte den Treffer von Simon Zoller zum 3:2 auch noch per Kopf auf.

Kölner Flanken brandgefährlich

Bittencourts Kopfballtreffer war allerdings nicht nur für ihn speziell. Es untermauerte zudem eine besondere Stärke der Kölner in dieser Saison. Bittencourt traf zum 13. Kölner Tor in dieser Spielzeit nach einer Flanke, später erzielte Modeste Tor Nummer 14 nach einer Flanke. Damit ist der Effzeh ligaweit das erfolgreichste Team nach Hereingaben von außen.

Am Freitagabend war Bittencourt nicht der Flankengeber, sondern deren Verwerter. Seine Bestform hat er zwar noch nicht wieder erreicht, dafür fehlen noch einige Prozent an körperlicher Fitness. Doch für den Effzeh ist der Flügelspieler im Saisonendspurt wieder zu einer echten Waffe geworden. „Wenn der jetzt schon Kopfballtore macht, wird es schwer ihn zu stoppen“, sagte Jörg Schmadtke nach dem Spiel mit einem Schmunzeln. Auch Matthias Lehmann freute sich mit seinem Teamkollegen: „Leo war in dieser Woche noch fünf Mal im Kraftraum, um sich da hochschrauben zu können.“

Das Timing stimmt, doch körperlich meist unterlegen

Dass Bittencourt bei den meisten Abwehrspielern nicht als Kopfball-Monster gefürchtet ist, liegt nicht daran, dass ihm das Talent dazu fehlt, die Bälle mit dem Kopf zu nehmen. Vielmehr sind es die anatomischen Grundvoraussetzungen, die noch mehr Kopfballtreffer verhindern. „Die Jungs wissen, dass wenn ich im Fünfmeterraum zum Kopfball komme, der Ball meistens drin ist“, sagte das Energiebündel nach dem Sieg über Bremen. Das Problem: „Ich habe ein gutes Timing, bin nur meist körperlich unterlegen und komme eigentlich nie dazu.“

Die Gala gegen Bremen mit einem Tor und zwei Assists hat dem Offensivspieler aber sichtlich gut getan. „Ich werde dem Trainer mal sagen, dass ich in Zukunft bei Standards vorne reingehen möchte“, witzelte Bittencourt später. Auch, wenn Peter Stöger diese Option wohl nicht ziehen wird, ist bei Kölns Schlüsselspieler das Selbstbewusstsein wieder voll da. Für den Saisonendspurt könnte der 23-Jährige noch enorm wichtig werden.


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