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Hans Schäfer zählt jetzt zu den Fußballgöttern

„Ein Wilder auf dem Platz“, sagt Toni Schumacher über Hans Schäfer. Das war er wohl, wenn man den Erzählungen glauben darf. Aber er war auch ruhig und gelassen, vor allem im Alter. Mit seinen 90 Jahren ist die große Ikone des 1. FC Köln eingeschlafen. Er gehört nun endgültig zu den Fußballgöttern.

Köln – Eine WM als Heilmittel gegen die Wunden eines Krieges. Nationale Titel als Aufschwung für eine verwundete Stadt. Hans Schäfers sportliche Taten wogen so viel mehr als die Meisterschalen und Pokale, die er mit dem 1. FC Köln und der Nationalmannschaft gewann. Seine Tore bedeuteten so viel mehr als die Titel, die sich auf den Wimpeln seiner Mannschaften aufreihten. Seine Worte zählten so viel mehr als alles, was je über ihn geschrieben wurde. Hans Schäfer war mehr als ein Fußballer. Auch, wenn er das nie sein wollte.

Vor allem war Hans Schäfer ne kölsche Jung. Er blieb sich treu, standfest, geradeaus, „de Knoll“ eben. Aber auch gesellig, ohne sich in den Vordergrund drängen zu wollen. Das Bad in der Menge in der Südkurve, im Mai 2014, genoss er, doch weniger, weil er etwas mit Personenkult hätte anfangen können, sondern weil es ihm zeigte, was aus seinem Effzeh und auf eine Art auch aus seiner Stadt geworden war. Denn für Schäfer waren FC und Stadt immer eng verbunden.

Künftig bleibt sein Platz auf der Tribüne in Müngersdorf frei. Doch Hans Schäfer wird den FC aus dem Fußballolymp weiter verfolgen. Denn wie sang schon einst Willi Ostermann?

Wenn ich ens nit mieh existiere,
wenn ich de Auge zojedonn.
Wenn ich mich bovve präsentiere,
janz hoch am Himmelspöözje stonn.
Dann soll der Petrus dat schon maache,
hä söhk de schönste Platz mir us.
Hä weiß et jitt dann jet ze laache:
ich bin en Kölle am Ring ze Huhs.

Ruhe in Frieden, Hans Schäfer!

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