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Englische Woche als Test für Kölns neuen Erfolgsfaktor


Der 1. FC Köln muss vermehrt mit Verletzungssorgen seiner Leistungsträger kämpfen. Die Englische Woche mit dem Nachholspiel bei Borussia Mönchengladbach wird somit nicht nur zur Kraftprobe zwischen den rheinischen Rivalen, sondern auch zum Test der neuen Kölner Stärke, der Fitness. Die Geissböcke müssen sich die Kräfte gut einteilen. (Mehr dazu: Wird das Derby als Geisterspiel ausgetragen?)

Köln – Markus Gisdol lobte vor der Partie in Paderborn sein zentrales Mittelfeld. Jonas Hector, Ellyes Skhiri und Elvis Rexhbecaj hätten eine so gute Regenerationsfähigkeit, dass sie fast „im Eishockey-Rhythmus“ spielen könnten. Das Problem: Zumindest Hector läuft aktuell offenbar auf Reserve. Nach seinen muskulären Problemen in Berlin laboriert der Kapitän nun erneut mit den Nachwehen seines hohen Laufpensums in Paderborn. Ein Einsatz in Gladbach ist nicht gesichert.

Und so drohen den Kölnern erneut wichtige Ausfälle in einem Spiel. Zur Erinnerung: Erst fiel Noah Katterbach länger aus, dann Rafael Czichos. Parallel fehlten Sebstiaan Bornauw und Hector in Berlin, dann Mark Uth gegen Schalke. In Paderborn waren es Bornauw und Jhon Cordoba, der Belgier könnte ebenso wie Hector auch in Gladbach fehlen. Die Gründe waren ganz verschieden: Katterbach war unglücklich umgeknickt, Czichos mit einem Berliner Gegenspieler kollidiert. Bornauw war erst gesperrt, dann verletzt. Cordoba und Uth waren gesperrt, Hector angeschlagen.

Zwischen erzwungenen und notwendigen Wechseln

Dass die Kölner im Winter ihren erschreckenden Fitnessrückstand aus dem Sommer hatten aufholen müssen, trug zuletzt wohl auch dazu bei, dass so mancher FC-Profi mal kürzer treten musste. Doch insgesamt hat die harte körperliche Arbeit unter Markus Gisdol Früchte getragen. Die Mannschaft ist fitter, laufstärker, schneller und härter im Zweikampf, kurzum: konkurrenzfähig. Wie sehr, zeigen die Ergebnisse der letzten Wochen. Und doch stellt eine Englische Woche in solch einer Phase der Saison gerade für die Geissböcke eine besondere Herausforderung dar. Erstens, weil Köln die Erholungsphasen während einer regulären Woche eigentlich bräuchte, um für das nächste Spiel wieder topfit zu sein. Zweitens, weil jeder Ausfall zwar bislang herausragend kompensiert werden konnte, dies im Falle eines Aufsteigers aber nicht selbstverständlich ist, zumal es sich bei den Spielern samt und sonders um Leistungsträger handelt.

Kölns neue Erfolgsfaktoren – die Fitness einerseits und die Fähigkeit Ausfälle zu kompensieren andererseits – stehen in der Englischen Woche mit den Begegnungen in Mönchengladbach am Mittwoch und nur 69 Stunden später gegen den 1. FSV Mainz 05 auf dem Prüfstand. Womöglich wird Trainer Markus Gisdol gezwungen sein oder es sogar als notwendig erachten, auf mehr als nur den unvermeidlichen Positionen Änderungen vorzunehmen, um nicht nur im Nachholspiel körperlich auf der Höhe zu sein, sondern auch beim Wiedersehen mit Achim Beierlorzer zu zeigen, dass der 1. FC Köln unter Gisdol nichts mehr mit dem 1. FC Köln unter Beierlorzer zu tun hat.

Was den FC und Christian Streich verbindet

In jedem Fall wird diese Woche im März für den 1. FC Köln von großer Bedeutung sein. Warum, erklärte ungewollt Christian Streich, der Trainer des SC Freiburg. Nach dem 3:1-Sieg der Breisgauer gegen Union Berlin sagte Streich: „36 Punkte sind ganz anders als 33.“ Was er meinte: Mit 33 Zählern gibt es zumindest noch die Restgefahr, im Falle einer Negativserie doch noch mal unten reinzurutschen. Gleiches gilt natürlich für die 32 Kölner Zähler, während der FC mit 35 Punkten plötzlich seine Ausrichtung in dieser Saison verändern könnte. Oder um ebenfalls in Streichs Worten zu sprechen: „Wir sind ehrgeizig, wir wollen mehr.“ Das würde der FC auch gerne sagen, am liebsten schon am Mittwochabend nach einem Derbysieg.

Mehr dazu: Wird das Derby als Geisterspiel ausgetragen?

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