Ein Bild aus Benidorm vor Corona: Sava Cestic und Ellyes Skhiri. (Foto: Bopp)

Darum blieb Skhiri beim FC – Cestic als Transfer-Verlierer?

Der 1. FC Köln kann sich über den Verbleib von Ellyes Skhiri freuen. Der Tunesier hat im Sommer keinen neuen Verein gefunden. Aber warum? Jörg Jakobs hat darüber nun aufgeklärt. Der Interims-Sportchef erklärte auch, dass der Klub Sava Cestic gerne verliehen hätte, der Innenverteidiger aber beim FC bleiben wollte. 

Köln – Aktuell weilt Ellyes Skhiri bei der Nationalmannschaft, und Kölns Mittelfeldstratege wird offenbar mit guten Gefühlen in die Domstadt zurückkehren. Nicht nur, weil er sich beim FC in diesem Sommer nie wegekeln wollte, sondern im Gegenteil das Herzstück der Geißböcke ist.

Sondern auch, weil er am Freitagabend ein Traumtor für sein Land gegen Äquatorialguinea erzielte – überhaupt erst sein zweites im Nationaldress, ein sehenswerter Schlenzer aus 20 Metern in den rechten Winkel. Ein Tor, mit dem er erneut auf sich aufmerksam macht – diesmal international. Doch an seinem Status beim FC wird sich zumindest bis zum Winter nichts mehr ändern. Skhiri bleibt.

Die Frage muss jedoch erlaubt sein: Warum? Schließlich war Skhiri einer der besten Sechser der vergangenen Bundesliga-Saison, der mit Abstand laufstärkste Spieler der Liga, dazu torgefährlich, körperlich verbessert, mit einer starken Passquote und guten Zweikampfwerten. Die Geißböcke hätten den 26-jährigen aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Klubs gerne verkauft. Doch es gab keinen Markt für den Spieler.

Der 1. FC Köln hat die Eckdaten für einen Transfer festgelegt und diese Ellyes Berater mitgeteilt

„Die Frage ist, zu welchem Preis hätte es einen Markt gegeben?“, sagte nun Interims-Sportchef Jörg Jakobs der Kölnischen Rundschau. „Der 1. FC Köln hat intern die Eckdaten für einen Transfer festgelegt und diese Ellyes Berater mitgeteilt. Warum es unter diesen Bedingungen dann keinen Markt für den Spieler gab, müssen Sie die Klubs fragen, die sich laut Medienberichten für Ellyes interessiert haben.“

Jakobs deutete damit an, dass Kölns geforderte Summe potentielle Interessenten abgeschreckt habe. Welchen Betrag die Geißböcke tatsächlich gefordert hatten, darüber lässt sich nur spekulieren. Klar ist lediglich: Der FC hätte Eigenkapital-bedingt nach allen Abzügen (Abschreibung der ursprünglichen Transfersumme, Beteiligung an der neuen Ablösesumme) über zehn Millionen Euro benötigt. Die geforderte Summe dürfte daher zumindest über 15 Millionen Euro gelegen haben.

Geld aus der Premier League blieb aus

Doch offenbar war nicht nur diese Summe das Problem, sondern auch, dass der Transfermarkt nie wirklich in Schwung kam, wie Jakobs betonte. „Es war gefühlt sehr ruhig. Alle haben gedacht, dass die Engländer irgendwann loslegen, aber tatsächlich wurden Spieler nur zwischen ihren Klubs hin- und hergeschoben.“ So blieb das Geld größtenteils in England und verließ den Premier-League-Zirkel nicht. Schon gar nicht in Richtung Köln.

Die Geißböcke können damit zumindest sportlich bestens leben, verspricht Skhiri doch einen qualitativen Quantensprung im Vergleich zu allen anderen Lösungen auf der Solo-Sechs im System von Steffen Baumgart. Auch für die Innenverteidigung ist Skhiri bislang von großer Bedeutung, zumal diese Position bei den Geißböcken in den letzten Jahren zu den Problemzonen gehörte.

Cestic ein Transfer-Verlierer: „Eine Leihe hätte Sinn gemacht“

Ein Spieler, der sich dort offenbar ins Abseits befördert hat, ist Sava Cestic. Die Geißböcke reagierte nach dem Abgang von Sebastiaan Bornauw mit den Verpflichtungen von Timo Hübers und Luca Kilian. Cestic war in der vergangenen Saison immerhin Innenverteidiger Nummer vier und konnte zunächst in der Bundesliga überzeugen. Dann aber fiel er in ein kleines Leistungsloch und kam nur noch bei der U21 zum Einsatz.

Im Sommer hätten die Geißböcke den serbischen U21- und A-Nationalspieler gerne ausgeliehen. Es gab Interessenten aus der Zweiten Liga (der GEISSBLOG berichtete). Doch Cestic hatte andere Vorstellungen. Das erklärte nun auch Jakobs. „Aus unserer Sicht hätte ein Leihe Sinn gemacht. Der Spieler möchte seine Chance aber beim FC suchen“, sagte der Interim-Sportchef. „Sava bleibt im Training der Profis und wird bei der U21 in der Regionalliga spielen.“

Luca ist gutes Beispiel für einen sinnvollen Transfer

Die Chance, die sich Cestic beim FC erhofft, wird er also wohl nur bei der Regionalliga-Mannschaft bekommen. An Czichos, Hübers, Kilian und Meré gibt es wohl kein Vorbeikommen. Auch, weil Cestic das Tempo in den Laufduellen fehlt und Steffen Baumgart genau dieses fordert – weshalb sich der FC-Trainer für die Kilian-Verpflichtung stark gemacht hatte.

„Luca ist gutes Beispiel für einen sinnvollen Transfer. Ein junger, schneller und bundesligatauglicher Spieler, der den Trainer und seine Spielidee kennt und zu für uns akzeptablen Bedingungen kommt“, sagte Jakobs. Zu diesen akzeptablen Bedingungen gehört eine Kaufoption über zwei Millionen Euro, über die der GEISSBLOG.KOELN am Samstag exklusiv berichtete.

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