Carsten Wettich, Werner Wolf und Eckhard Sauren. (Foto: Bucco)

Heute stellt sich der FC-Vorstand der Investoren-Frage

Der Vorstand des 1. FC Köln folgt dem Wunsch vieler Fans und Mitglieder des Klubs. Am Sonntag stellen sich Werner Wolf, Eckhard Sauren und Carsten Wettich im Rahmen eines Mitglieder-Stammtisches dem Thema „Investoren im Fußball“. Die Verantwortlichen haben eine offene Diskussion angekündigt, um die Menschen im Vorfeld der Mitgliederversammlung im November über dieses Streitthema aufzuklären.

Köln – Am Sonntag ab 14 Uhr steht sie an, die große Diskussion um Investoren im Fußball, auch in Köln. In Form einer hybriden Veranstaltung können 225 Mitglieder vor Ort und alle Fans von zuhause aus mit dabei sein an einer Veranstaltung, die weit über bisherige Mitglieder-Stammtische hinaus geht.

Zwei Experten-Vorträge für die Grundlagen

Die FC-Verantwortlichen haben ein Programm aufgestellt, dass zwei Vorträge, ein Interview und eine Gesprächsrunde vorsieht. Es sprechen dabei nicht nur die Offiziellen der Geißböcke, sondern auch Experten. Moderiert wird das Event von Christoph Biermann (11Freunde), nachweislich ein Kenner des internationalen Fußballs und der zahlreichen Vereins- und Unternehmensmodelle im Fußball-Business.

Die Vorträge halten Professor Christoph Breuer, Leiter des Instituts für Sportökonomie an der Sporthochschule Köln, und Vizepräsident Eckhard Sauren. Breuer soll mit seinem Beitrag über die wirtschaftliche Situation des Profi-Fußballs und die Rolle von Investoren die Grundlage für die spätere Diskussion legen. Finanzexperte Sauren will erläutern, wie Investorenmodelle im Fußball funktionieren und wie das Geld fließ, das die Vereine brauchen.

Podiumsdiskussion als Höhepunkt

Anschließend wird Moderator Biermann den Kölner Präsidenten Werner Wolf interviewen, ehe es zur großen Diskussion kommt. Neben Biermann und Wolf werden Vizepräsident Carsten Wettich, Mitgliederrat Josef Derkum, Südkurve-Vertreter Andreas Mews und Fanprojekt-Mitglied Mark Langen mit auf dem Podium sitzen. Dazu kommt ein weiterer Professor, Chris Anderson von der London School of Economics.

Inwieweit auch die aktuelle Finanzlage der Geißböcke eine Rolle in den Gesprächen und Diskussionen spielen soll, ist nicht bekannt. Interims-Sportchef hatte in einem Interview in der Kölnische Rundschau am Samstag noch einmal anhand des Verbleibs von Ellyes Skhiri erläutert, dass der FC weiterhin große wirtschaftliche Sorgen hat, zu denen auch die Beschaffung von Kapital, konkret: Eigenkapital gehört.

Skhiri als Beispiel für die Finanzlage des FC

Beim Verbleib von Ellyes Skhiri müsse man „zwischen der sportlichen und wirtschaftlichen Komponente unterscheiden“, sagte Jakobs. „Sportlich sind wir eindeutig froh, dass er da ist. Die wirtschaftliche Komponente müssen wir als Klub regeln.“ Dazu gehört auch der alternative Zufluss von Geld, das als Eigenkapital in die Bilanz einfließen kann. Dazu hatte der FC im Frühjahr Mezzanine-Kapital auf dem Markt angeboten und inzwischen einen zweistelligen Millionen-Betrag eingesammelt.

GEISSBLOG-Serie zu den Kernfragen

Diese Mischform aus Kredit und Beteiligung wird in der Regel im Marktvergleich hoch verzinst, fließt aber als Eigenkapital in die Bilanz ein und ist nicht an ein Mitspracherecht der Investoren verbunden. Um dieses Mitspracherecht jedoch wird es am Sonntag unter anderem gehen, genauso wie um Fragen nach dem Verwendungszweck von Investorengeld, Rückkaufoptionen für abgetretene Anteile, ausgelagerte Betreibergesellschaften z.B. für Stadionkäufe, Satzungsfragen beim FC und grundsätzliche Unterscheidungen zwischen strategischen Partnern, Finanzinvestoren, Mäzenen und reinen Kreditgebern.


Der GEISSBLOG.KOELN hat dazu im Sommer 2020 in der Serie „Corona, Finanzen und Investoren“ den Streit um das Geld in der Bundesliga beleuchtet und aufgezeigt, welche Wege dem 1. FC Köln in Zukunft offen stehen.

Folge 1: Der entfachte Streit: Corona, Finanzen und Investoren
Folge 2: Die 18 Bundesligisten im Investoren-Check
Folge 3: Was der FC plant und was überhaupt möglich wäre
Folge 4: Nur wer keine Fehler macht, bleibt ohne Investoren erstklassig

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