Timo Hübers war gegen den SC Freiburg meist vor seinen Gegenspielern am Ball. (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Timo Hübers war gegen den SC Freiburg meist vor seinen Gegenspielern am Ball. (Foto: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Abwehrchef Hübers? “Kann schnell in die Rolle hineinwachsen”

Der 1. FC Köln hat einen neuen Abwehrchef: Nach dem Weggang von Rafael Czichos ist Timo Hübers in den vergangenen Wochen in seine neue Rolle hineingewachsen. Gegen den SC Freiburg erlebte der Innenverteidiger dabei seinen bisherigen Höhepunkt.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Es war das wohl stärkste Spiel von Timo Hübers im bisherigen Saisonverlauf. Kaum einmal hatte der Innenverteidiger gegen die Freiburger Angreifer das Nachsehen. So gewann der 24-Jährige 78 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte zudem 79 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler. Der Verteidiger gehörte zweifelsohne zu den besten Spielern am Samstagnachmittag im RheinEnergieStadion.

Hübers ist aber nicht der Typ dafür, sich selbst nach so einer Leistung abzufeiern. Viel lieber bleibt der Abwehrspieler bescheiden. “Das könnt ihr gerne schreiben. Ich habe nur versucht, meinen Job zu machen”, sagte Hübers mit einem breiten Grinsen im Gesicht, auf seinen Auftritt angesprochen. Gleichzeitig sei die Partie wie maßgeschneidert für ihn gewesen: “Antizipieren, Bälle ablaufen, Kopfballduelle. Da waren heute einige Situationen dabei, die meinem Spielstil liegen”, erklärte der ehemalige Hannoveraner.

“Ich gehe mit einem Lächeln nach Hause”

Überhaupt erst zum zweiten Mal blieben die Kölner in dieser Bundesliga-Saison ohne Gegentor. Wie schon gegen den VfB Stuttgart hieß es am Ende in Müngersdorf 1:0. Für einen Abwehrspieler natürlich eine besondere Freude: “Was für die Jungs vorne das Toreschießen ist, ist für uns das Verhindern. Auch wenn es mir immer keiner glauben mag: Das macht mir auch Spaß. Ich gehe mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause”, zeigte sich Hübers sichtlich zufrieden.

Dass sich Hübers im Laufe der Saison derartig fest spielen würde, war im Sommer noch nicht abzusehen. Mit einer langen Verletzungshistorie aus Hannover nach Köln gewechselt, musste sich Hübers erst einmal der Skepsis erwehren. Die Stimmen verstummten aber, als nach der Vorbereitung alles nach einem Stammplatz aussah. Als sich der Innenverteidiger dann aber direkt im ersten Spiel gegen die Hertha verletzte, deutete wenig darauf hin, dass sich Hübers zum Stabilisator in der Defensive aufschwingen könnte.

Hübers wächst in die Rolle des Abwehrchefs

“Timos Rolle war von Anfang an wichtig. Dann hat er sich leider früh in der Saison verletzt”, sagte André Pawlak nach dem Sieg über den SC Freiburg. “Jetzt zeigt er das, was wir von ihm erwartet haben.” Überhaupt hatte der Trainer nur Lob für seinen Spieler übrig: “Genau das stellen wir uns unter modernem Verteidigen vor. Er ist im Kopf total klar, sodass er schnell in eine Rolle des Abwehrchefs hineinwachsen kann.”

Interims-Sportchef Jörg Jakobs, der Hübers im vergangenen Sommer ablösefrei verpflichtet hatte, wollte nach der starken Teamleistung eigentlich keinen Spieler explizit hervorheben. Um die Leistung von Hübers kam aber auch der 51-Jährige nicht herum: “Timo Hübers hat praktisch alle Zweikämpfe gewonnen, viele kluge Bälle hinten rausgespielt und war immer da, wo er sein musste. Er hat die Abwehr stabilisiert, da gibt es nichts zu kritisieren – er strahlt sehr viel Dominanz aus.” Und mit diesen Leistungen dürfte einen Monat später letztlich niemand mehr über den Abgang von Rafael Czichos sprechen.

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