Tim Lemperle bei seinem Treffer zum 1:3. (Foto: IMAGO / Bösener)

Tim Lemperle bei seinem Treffer zum 1:3. (Foto: IMAGO / Bösener)

Andersson, Lemperle oder Uth: Wer kann Modeste ersetzen?

Der 1. FC Köln hat die Wucht von Anthony Modeste am Freitagabend in Leipzig nicht ersetzen können. Die Geißböcken schafften es 70 Minuten lang nicht, Zielspieler Sebastian Andersson in Position zu bringen. Der Schwede wirkte wie ein Fremdkörper. Daher bleibt die Frage, wer den Franzosen im Falle eines weiteren Ausfalls ersetzen kann. 

Einige Minuten musste Tim Lemperle am Freitagabend auf seinen Einsatz warten. Und damit waren nicht die 80 Minuten gemeint, ehe das Trainerteam den Youngster vom Aufwärmen zur Bank beorderte. Vielmehr stand der Angreifer bereits einige Augenblicke bereit, ehe das Spiel das nächste Mal unterbrochen wurde und der Wechsel letztlich durchgeführt werden konnte. 

In den Schlussminuten, als das Spiel freilich schon entschieden war, sorgte der 20-Jährige jedoch mit seiner Dynamik noch einmal für Zug zum Tor und belohnte sich in der Nachspielzeit mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:3-Endstand. Auch wenn der Treffer letztlich nur noch Ergebniskosmetik bedeutete, sprach die Freude über das zweite Bundesliga-Tor des Nachwuchsstürmers von Steffen Baumgart am Seitenrand Bände. „Ich habe mich über Tims Tor gefreute, weil es das Gesicht der Mannschaft zeigt, weil sie immer weiterspielt“, erklärte der Trainer hinterher und lobte den Teamgeist seiner Spieler, sich selbst in aussichtslosen Situationen nicht aufzugeben. 

Mit den Wechseln kommt neuer Schwung 

Statt sich seinem Schicksal zu ergeben, blieb der FC in Leipzig mutig. Auch mit dem Risiko, weitere Gegentore durch die schnellen Umschaltmomente der Leipziger zu kassieren. Am Ende schaffte Lemperle in nur wenigen Minuten, was Sebastian Andersson in zuvor 86 Minuten nicht gelungen war. Seine einzige Großchance hatte der Schwede nach Zuspiel von Benno Schmitz aus aussichtsreicher Position kläglich vergeben. 

Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass der ebenfalls eingewechselte Mark Uth in diesem Moment die deutlich verwertbarere Ecke in den Strafraum getreten hatte, als es Florian Kainz in zahlreichen Versuchen zuvor gelungen war. Auch Uth sorgte nach seiner Einwechselung für eine merkliche Verbesserung im Kölner Offensivspiel. Der 30-Jährige zeigte sich deutlich agiler und mit dem größeren Drang nach vorne als sein Vorgänger Ondrej Duda. Als klassischer Stoßstürmer, der als Wandspieler und Abnehmer für Flanken bereitsteht, kann jedoch auch Uth nicht fungieren. 

Nicht außer Acht zu lassen ist zudem die Tatsache, dass RB Leipzig zum Zeitpunkt der FC-Wechsel bereits mit 3:0 in Führung lag und die Zügel deutlich lockerer gelassen hatte als zwischen der 45. und 60. Spielminute. Zum Vergleich: Nach nur acht Ballkontakten im ersten Durchgang konnte Sebastian Andersson in der zweiten Hälfte derer immerhin 20 für sich verbuchen. Allein dieser Umstand zeigt, dass die Kölner in der zweiten Halbzeit offensiv deutlich bessere Lösungen gefunden hatten, den Ball in die Spitze zu bringen.

Wie lange fehlt Modeste noch? 

An den Wert, den Anthony Modeste für diese Mannschaft in der aktuellen Saison mitbringt, scheint derzeit aber keiner seiner Teamkollegen heranzukommen. Alleine gegen Leipzig hatte Sebastian Andersson 15 Ballverluste, zwei davon in der eigenen Hälfte. Eigene Balleroberungen waren dem Schweden hingegen überhaupt nicht gelungen. Ob der FC mit Modeste ein besseres Resultat erzielt hätte, ist zwar spekulativ. Trotzdem wäre es für den FC wichtig, wenn der Angreifer bis zum nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt wieder einsatzfähige wäre. Nach seinem positiven Corona-Test am Donnerstag könnte sich der Franzose jedoch frühestens zwei Tage vor dem nächsten Spiel wieder aus der Isolation freitesten. 

Gelingt dies nicht, müssten die Kölner erneut eine Alternative aufbieten. Ob sich Lemperle mit seinem zweiten Saisontor für längere Einsatzzeiten empfohlen hat, bleibt abzuwarten. Steffen Baumgart erklärte, was er dafür von seinem Spieler erwartet: „Tim hat keine schwere Zeit. Er hat sich belohnt, den Kopfball setzt er sensationell. Das wollen wir von ihm sehen, er soll arbeiten und machen und dann wird er auch weitere Chancen bekommen zum Einsatz zu kommen.“ Dass bis zum gestanden Bundesliga-Spieler jedoch noch einige Spiele und Saisons vergehen könnten, machte der Trainer genauso klar: „Wenn wir mal sehen, wen Leipzig eingewechselt hat. Da haben wir mit unserem Tim einen, der auch ein Tor gemacht hat, aber der noch ein paar Jährchen braucht, um da hinzukommen.“ Andererseits hat Sebastian Andersson mal wieder gezeigt, dass er aktuell keine echte Alternative zu Anthony Modeste ist. 

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