Ellyes Skhiri hat gegen Leipzig gemeinsam mit Salih Özcan auf der Doppelsechs gespielt. (Foto: IMAGO / Bösener)

Ellyes Skhiri hat gegen Leipzig gemeinsam mit Salih Özcan auf der Doppelsechs gespielt. (Foto: IMAGO / Bösener)

Doppelsechs macht FC stabiler – Aber kostet offensive Durchschlagskraft

Der 1. FC Köln ist gegen RB Leipzig mit Ellyes Skhiri und Salih Özcan auf der Doppelsechs aufgelaufen. Zwar konnten die Geißböcke den Gegner durch eine erhöhte Defensivstabilität weitestgehend vom eigenen Strafraum fern halten, offensiv hat die veränderte taktische Ausrichtung jedoch für einen Mangel an Durchschlagskraft gesorgt.

Anthony Modeste hat den Geißböcken am Freitagabend in Leipzig sicherlich gefehlt. Diese Tatsache lässt sich alleine an der Anzahl an Kopfballduellen ablesen, die der FC gegen den Vizemeister bestritten hat: Nur 31 Mal waren die Kölner in ein Luftduell gegangen. Zum Vergleich: Gegen den SC Freiburg waren es mit dem Franzosen in der Startelf mit 72 mehr als doppelt so viele.

Doch nicht nur die Abwesenheit des besten Stürmers hatte den FC gegen RB offensiv an Durchschlagskraft gekostet. Auch die Umstellung auf eine Doppelsechs sorgte dafür, dass es offensiv an einer zusätzlichen Anspielstation fehlte. Zwar hatten die Kölner mit 52 Prozent eine im Vergleich zum Rest der Saison passable Pressingeffizienz, allerdings schafften es die Kölner insgesamt nur 28 Mal, in das gegnerische Drittel einzudringen. Im Saisonvergleich ist das der schlechteste Wert, wobei der FC immerhin durchschnittliche 60 Mal in die gegnerische Hälfte eindringen konnte, danach aber den Ball zu schnell wieder hergegeben hatte. Zudem erreichten die Kölner einen weiteren Minusrekord: Mit nur sieben Vorstößen in den gegnerischen Strafraum blieben die Kölner bei dieser Statistik erstmals einstellig.

56 Balleroberungen, 13 in der gegnerischen Hälfte

Was offensiv an Anspielstation fehlte, hatten die Kölner dafür jedoch vermehrt im eigenen Spielaufbau aus der Abwehr heraus. Zu Beginn der Partie war es immer wieder Salih Özcan, der sich als abkippender Sechser zwischen die Innenverteidiger fallen ließ und den Pass auf Skhiri im Zentrum suchte. Im weiteren Spielverlauf tauschten die Rollen auch mal und der Tunesier übernahm die zentrale Position im Dreieraufbau.

Im gesamten Spiel hatte der FC derweil 56 aktive Balleroberungen, wovon alleine ein Drittel auf Skhiri (sechs) und Özcan (13) zurückzuführen sind. Allerdings: Von den 56 Balleroberungen fanden nur 13 in der gegnerischen Hälfte statt. Der FC spielte am Freitagabend also eher ein Mittelfeld- denn ein Angriffspressing oder wurde an der vordersten Linie von den Leipzigern frühzeitig überspielt.

Nicht jede Mannschaft heißt RB Leipzig

So hat die Umstellung auf die Doppelsechs den Geißböcken gegen Leipzig zwar mehr Stabilität in der Defensive verliehen, sodass Leipzig weitestgehend vom eigenen Strafraum fern gehalten werden konnte und die Gastgeber insgesamt nur auf sechs Torschüsse gekommen waren. Gleichzeitig mussten die Kölner offensiv dafür aber auch Tribut zollen. In den seltensten Fällen wird in den verbleibenden zwölf Saisonspielen aber eine Mannschaft mit solche einer offensiven Wucht und defensiven Konsequenz auf die Geißböcke treffen, wie es am Freitag die Leipziger getan haben. In dem Moment, als das Team von Trainer Domenico Tedesco mit 3:0 in Führung lag, schaltete seine Mannschaft auch einen Gang zurück, wodurch der FC in der gegnerischen Hälfte mehr Freiräume bekommen hatte. Somit dürften die Kölner an den kommenden Spieltagen ebenfalls wieder damit rechnen, offensiv besser zur Entfaltung zu kommen – womöglich auch wieder nur mit einem Spieler auf der Sechs.

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