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Absurde Foul-Debatte: Tuchel klagt, Stöger kontert lässig

Der 1. FC Köln hat sich am Samstag als moralischer Sieger beim 1:1 gegen Borussia Dortmund fühlen dürfen. Die Geissböcke hatten den großen BVB trotz arger Verletzungssorgen an den Rande einer Niederlage – und an den Rande der Verzweiflung gebracht. Auch dank einer harten Spielweise.

Köln – Thomas Tuchel hat sich in den letzten Monaten einen Namen gemacht, (Fast-)Niederlagen damit zu begründen, dass seine Mannschaft so häufig gefoult worden war. Die „20“ stand plötzlich in Fußball-Deutschland als Symbol, als Schwelle zwischen Erlaubtem und zu hartem Spiel. Begeht eine Mannschaft über 20 Fouls, so Tuchels Theorie, spielt sie unfair.

Der BVB wusste, was ihn erwarten würde

Der 1. FC Köln hatte Dortmund in den Tagen vor dem Spiel bereits wissen lassen, dass es ordentlich auf die Socken geben würde. Beim BVB konnte also niemand behaupten, er hätte es nicht kommen sehen. Dennoch beklagte Tuchel hinterher: „Wir mussten viel einstecken.“ Tatsächlich mussten Lukasz Piszczek, Gonzalo Castro und Sokratis alle drei im Laufe der Partie angeschlagen ausgewechselt werden. Und tatsächlich zog der Effzeh nicht zurück. Die Borussia zeigte sich an diesem Tag allerdings auch nicht gerade als Kind von Traurigkeit.

„Für mich persönlich sind 20 Fouls die Obergrenze“, sagte Tuchel. „Wir haben heute mit 18 außergewöhnlich viele Fouls gemacht. Ich bin nicht begeistert von einem Spiel mit 44 Fouls. Es war sehr intensiv, aber manchmal ist es halt so.“

Superdribbler durften kein Tempo aufnehmen

Genau das hatte sich wohl der FC an diesem Tag gedacht: Manchmal ist es halt so – der Erfolg heiligt die Mittel. Die Geissböcke jagten alles, was Schwarz-Gelb aussah und einen Ball hatte, bearbeitete die Gegenspieler in vielen Bereichen des Feldes Mann-orientiert und zog Fouls, wenn nötig, auch in Strafraum-Nähe. Hauptsache, die Superdribbler um Ousmane Dembele und Marco Reus konnte im entscheidenden Sektor vor dem Tor kein Tempo aufnehmen.

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