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Stimmungsboykott sorgt für Verlierer auf allen Seiten


Timo Horn brachte die Sicht der Spieler nach der Partie auf den Punkt: „Ich denke, wenn das Spiel losgeht, sollten die Fans uns unterstützen“, sagte der Torhüter. „Wir brauchen sie, gerade in den Heimspielen. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn man als Einheit auftritt, das beeindruckt den Gegner. Aber dann auch noch vereinzelt Pfiffe zu hören, wenn man nach dem Spiel auf Platz fünf steht, ist unverständlich.“

Ich verstehe einige Gleichungen nicht, die Ultras aufmachen

Auch Peter Stöger brachte nach der Partie wenig Verständnis für die Fans auf. „Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen. Das einzige, wovon alle hier seit Jahren träumen, ist, dass es irgendwann mal nach Europa geht. Und dann hat man ein direktes Duell um diese Position und es kommt wenig Support.“ Ähnlich äußerte sich Sportchef Jörg Schmadtke. „Ich verstehe einige Gleichungen nicht, die Ultras aufmachen.“

Am Ende des Abends standen in dieser Frage nur Verlierer auf und neben dem Platz. Die in Gewahrsam genommenen Fans, die sich von der Polizei gegängelt fühlten, wohl aber selbst eine nicht unerhebliche Mitschuld an ihrem Festsetzen hatten; die Ultras in der Südkurve, die sich mit ihnen solidarisierten und mit einem Protest genau denen schadeten, die sie eigentlich unterstützen; die Spieler des Effzeh, die eine verständliche Reaktion zeigten, nun aber ausgerechnet vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach einen Graben zwischen sich und der Südkurve nicht überwinden konnten; und das restliche Publikum, das sich fragen muss, ob es sich nicht manchmal zu bequem dafür ist, selbst für Stimmung zu sorgen.

Ich hoffe, dass die Fans uns wieder bedingungslos unterstützen

Am Samstag steht nun das Duell mit dem Erzrivalen aus Gladbach an. Im letzten Jahr waren beide Derbys geprägt von Fan-Protesten. Diese sind bislang zumindest nicht angekündigt. Timo Horn brachte die Hoffnung zum Ausdruck, „dass die Fans uns am Samstag wieder bedingungslos unterstützen“. Es wäre eine Chance für alle Seiten, sich zu versöhnen und die für keine Seite ruhmreichen Vorfälle von Dienstag hinter sich zu lassen. Am besten mit drei Punkten und einer Derby-Party.


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