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Voloder und Lemperle: Ruthenbeck erklärt die beiden Neu-Profis


Der 1. FC Köln setzt auf seinen Nachwuchs. Nachdem in dieser Saison bereits Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jan Thielmann ihr Bundesliga-Debüt gegeben haben, wurden nun auch die beiden U19-Spieler Robert Voloder und Tim Lemperle mit ihren ersten Profi-Verträgen ausgestattet. Im Team von Stefan Ruthenbeck gehörten beide zu den absoluten Leistungsträgern, weshalb der Trainer die Stärken und Schwächen des Duos bestens einschätzen kann. 

Köln – So mancher Bundesliga-Konkurrent dürfte zur Zeit neidisch in die Domstadt blicken. Nicht nur, dass die Profis des 1. FC Köln in der Rückrundentabelle den vierten Platz belegen. Vor allem im Nachwuchs tummeln sich am Geißbockheim derzeit zahlreiche Talente. Nach der gewonnen U17-Meisterschaft im vergangenen Jahr und dem knapp verpassten Einzug in die Endrunde der U19, grüßen beide Mannschaften in dieser Spielzeit wieder von der Tabellenspitze. Doch nicht nur in den jeweiligen Junioren-Bundesligen trägt die Nachwuchsarbeit am Geißbockheim Früchte. Inzwischen kommen auch immer mehr Eigengewächse bei den Profis an.

Die besten Beispiele sind dabei die Bundesliga-Debüts von Noah Katterbach, Ismail Jakobs und Jan Thielmann in der laufenden Saison. Ihrem Beispiel folgen könnten in naher Zukunft auch Robert Voloder und Tim Lemperle. Während sich Lemperle bereits im Trainingslager in Benidorm zeigen durfte, stand Voloder vor der Corona-bedingten Saisonunterbrechung bereits zwei Mal im Kader der Profis. Nun hat der FC in dieser Woche beide Spieler mit ihrem ersten Profi-Vertrag bis 2023 ausgestattet und plant das Duo in der Zukunft fest für den Bundesliga-Kader ein.

Besser so als andersherum

Für U19-Trainer Stefan Ruthenbeck kommt die Beförderung der beiden Talente nicht überraschend. In seinem Team gehörten beide Spieler zu den absoluten Leistungsträgern in der A-Junioren-Bundesliga. Dass Voloder bei den Profis aktuell den Vorzug vor Sava Cestic erhält, der wie Lemperle bereits im Trainingslager dabei war, ist unter anderem seinem stärkeren linken Fuß geschuldet. „Innenverteidiger mit einem starken linken Fuß sind rar“, weiß Ruthenbeck und hebt die Qualitäten des Neu-Profis hervor: „Robert hat ein unglaublich gutes Spielverständnis, kann dadurch spielerische Akzente setzen und hat einen guten Defensivkopfball. Bei ihm wird es eine Frage der körperlichen Anpassung sein, wie er sich gegen Stürmer wie Jhon Cordoba behaupten kann. Aber besser so als andersherum.“ Körperliche Defizite seien dabei vor allem im jungen Alter noch wesentlich leichter aufzuholen als ein fehlendes Spielverständnis.

Seit dieser Saison ist Voloder auch Kapitän der U19-Mannschaft. Damit hat der Innenverteidiger den nach Würzburg gewechselten Torhüter Vincent Müller abgelöst. Ruthenbecks Gründe, den 19-jährigen zum Chef auf dem Platz zu machen, waren dabei nicht nur sportlicher Natur. „Robert ist nicht nur klar im Kopf und ist ein geduldiger Mensch, sondern bringt auch Werte mit wie Bodenständigkeit und Ehrlichkeit“, lobt der Trainer seinen Schützling. Dabei ging das Kapitänsamt mit einem weiteren Entwicklungsschritt einher: „Zu Beginn war er noch recht leise, mit der Binde ist er mehr aus sich herausgegangen.“

Wird nur schwer zu verteidigen sein

Einen Tag nach der Vertragsverlängerung von Voloder durfte sich auch Tim Lemperle über seinen ersten Profi-Vertrag freuen. Der Offensivspieler sei dabei allerdings nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Position kaum mit dem Innenverteidiger zu vergleichen. „Tim ist ein völlig anderer Typ als Robert“, sagt Ruthenbeck und erklärt: „Er hat seinen eigenen Kopf und benötigt Führung.“ Rein sportlich ist der Trainer aber davon überzeugt, dass es Lemperle über kurz oder lang in der Bundesliga schaffen wird. „Er bringt ein enormes Potential mit, gerade im Eins gegen Eins. Das habe ich auf diesem Niveau nur selten gesehen.“ Nach elf Toren in 16 Spielen in der B-Junioren-Bundesliga zogen die Geißböcke den dribbelstarken Spieler bereits in der Winterpause der vergangenen Saison in die U19 hoch. In der aktuellen Saison traf Lemperle in 15 Spielen drei Mal und bereitete acht weitere Treffer vor. Aufgrund seiner guten Flanken setzte Ruthenbeck den 18-jährigen Rechtsfuß auch vornehmlich auf der rechten Seite ein. Lemperle selbst bevorzugt aber wohl eher die linke Seite, um in die Mitte zu ziehen und mit rechts abzuschließen. „Tim hat an seinem ersten Kontakt gearbeitet, ist sehr explosiv, besitzt eine enge Ballführung und hat gelernt die richtige Entscheidung in Dribblings zu treffen“, beschreibt Ruthenbeck die Qualitäten des Youngsters im Eins gegen Eins. Einzig die Körperlichkeit müsse bei ihm ähnlich wie bei Voloder noch weiter aufgebaut werden. „Wenn er sich angepasst hat, wird er auch im Profibereich nur sehr schwer zu verteidigen sein.“

Eine Option für die Startelf dürften beide Spieler beim Bundesliga-Restart am kommenden Wochenende jedoch noch nicht sein. Während Voloder möglicherweise nach wie vor für Rafael Czichos im Kader stehen könnte, befindet sich Lemperle nach einer Verletzung am Außenband noch im Aufbautraining. Im weiteren Saisonverlauf könnte der Flügelspieler jedoch hinter Ismail Jakobs als Nummer zwei aufgebaut werden.

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