Stöger Schiedsrichter

Regelschulung: Spieler bekommen Einblick in den Videobeweis

Wenn in anderthalb Wochen die neue Bundesliga-Saison beginnt, müssen sich auch die Spieler des 1. FC Köln auf den Videobeweis einstellen. Mit der neuen Spielzeit bricht ein neues Zeitalter im deutschen Fußball an – über das die Profis des Effzeh aber noch nicht viel wissen. Das soll sich ändern.

Köln – Nach dem Training am Mittwochvormittag war es soweit: Die jährliche Regelschulung der Spieler und Trainer durch den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga stand an. Mittags trafen sich die Geissböcke mit Vertretern der Verbände und Schiedsrichtern zu einer ausführlichen Diskussion um die Änderungen zur neuen Saison.

Fehlstart des Videobeweises beim Confed Cup

Im Mittelpunkt dieser Schulung dürfte auch der Videobeweis gestanden haben. Zur neuen Saison wird dieser eingeführt, um „spielentscheidende Situationen“ künftig am Monitor zusätzlich bewerten zu können. Diese lauten: Tore, Elfmeter, Platzverweise und Spielerverwechslungen. In der vergangenen Saison wurde das System bereits offline getestet. Insgesamt 75 Prozent der Fehlentscheidungen in diesem Bereich hätten ausgemerzt werden können.

Am Mittwoch sollten die FC-Profis erfahren, wie das System künftig funktionieren soll. Ein Video-Assistent, der über Funk mit dem Hauptschiedsrichter auf dem Platz verbunden ist und der alle Situationen automatisch prüft oder aktiv vom Referee angefragt werden kann. Die Premiere des Videobeweises beim Confed Cup in Russland im Sommer schlug aufgrund schlecht geschulter Schiedsrichter kolossal fehl. Die Bundesliga-Referees sollen dagegen besser vorbereitet sein.

Ich bin ein Freund von schnellen Entscheidungen

Timo Horn hielt sich im Vorfeld der Schulung mit einem Urteil noch zurück. „Von Grund auf lehne ich den Videobeweis nicht ab. Da bin ich schon ein Befürworter“, sagte der Torhüter vorsichtig, verwies aber auf das misslungene Debüt beim Confed Cup. „Ich bin ein Freund von schnellen Entscheidungen. Die Abläufe beim Videobeweis müssen daher schneller von statten gehen“, sagte Horn mit Blick auf die langen Wartezeiten beim Turnier im Sommer in Russland. „Es kann nicht sein, dass ein ganzes Stadion zwei Minuten auf eine Entscheidung wartet.“

Bisher, verriet Horn, hätten die Spieler vom Verband noch keine Informationen erhalten. Dies sollte am Mittwoch nachgeholt werden, inklusive weiterer Veränderungen zur neuen Spielzeit, von denen sich Horn auch erst einmal überraschen lassen muss. „Die Liga und die Schiedsrichter lassen sich ja jedes Jahr wieder etwas einfallen. Ob das dann nachher auch so funktioniert, steht auf einem anderen Blatt“, sagte Horn. „Grundsätzlich müssen wir wissen, was sich ändert und worauf die Schiedsrichter im Speziellen schauen.“


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