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DFB ein "noch größerer Gegner" als die Derby-Rivalen

Nicht nur auf dem Platz ging es beim Rhein-Derby am Sonntagabend in Gladbach hoch her. Auch abseits des Feldes sorgten die Fans für Schlagzeilen. Bereits vor dem Anpfiff machten Anhänger beider Fan-Lager ihrem Unmut über den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschlossen Luft. Eine Annäherung scheint es nicht so leicht zu geben.

Gladbach – Noch während die Gladbacher Mannschaftsaufstellung vorgetragen wurde, rollte die Ultra-Gruppe „Sottocultura“ ein Banner aus. Die Botschaft dürfte dem DFB nicht gefallen haben. Wenige Minuten später lieferten sich Effzeh- und Borussia-Ultras einen Wechselgesang gegen eben jenen DFB. Auch die Kölner Anhänger rollten vielsagende Banner aus.

Der DFB weiß ganz genau, was wir von ihm halten

Die „Sottocultura“ hatte in einem Schreiben an die Stadionbesucher erklärt: „Wenn es für uns einen noch größeren Gegner als den FC gibt, dann sind es die Leute, die unseren Fußball zerstören wollen.“ Beide Fan-Lager positionierten sich am Spieltag und am Tag danach klar gegen die fortschreitende Kommerzialisierung, „Eventisierung“, gegen Kollektivstrafen und die DFB-Sportgerichtsbarkeit, gegen die Vernachlässigung des Amateurfußballs, gegen die Aushöhlung der 50+1-Regelung, gegen RB Leipzig und gegen Vereinbarungen wie die Testspiele von Regionalligisten gegen die chinesische U20-Nationalmannschaft.

Am Montag zog die Kölner „Wilde Horde“ nach, veröffentlichte ein Statement, das auch den Dialog-Vorstoß des DFB als scheinheilige Aktion entlarvt wissen wollte. „Der DFB weiß ganz genau, was wir von ihm halten. Etwa, dass wir seinen Worten keinen Glauben mehr schenken können. Genau mit diesem Kalkül brachten die Herrschaften vor ein paar Tagen ihr Angebot an die Öffentlichkeit. Nicht umsonst sitzen dort ehemalige Berufspolitiker am Ruder. Cleverer Schachzug, vermutlich auch in Vorkenntnis der geplanten Aktionen an diesem Wochenende, aber unterm Strich nichts mehr als der Versuch, mit einem verschimmelten Knochen ein Rudel Straßenköter ruhig zu stellen.“

Polizei zieht insgesamt positives Derby-Fazit

Eine kleinere Pyro-Show im Kölner Gästeblock blieb neben den Banner-Protesten und den gemeinsamen Anti-DFB-Rufen das im Stadion einzig sichtbare Zeichen der Proteste. Nach dem Spiel kam es dann noch zu unschönen Szenen auf dem Heimweg, die allerdings nichts mehr mit dem Deutschen Fußball-Bund zu tun hatten. Wie die Bundespolizei bekannt gab, kam es im Entlastungszug zum Kölner Hauptbahnhof zu mehreren Sachbeschädigungen durch FC-Anhänger. Demnach wurden Deckenverkleidungen abgerissen und Türen beschädigt. Außerdem sei eine Tür aufgebrochen worden. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Insgesamt aber sei das Derby am Sonntag „sehr friedlich“ verlaufen.


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