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„Trau dich!“ Ruthenbeck macht es schon wieder!


Es war der 13. Dezember 2017, als Stefan Ruthenbeck als Interimscoach des 1. FC Köln beim FC Bayern München antrat und nach einem guten Spiel nur knapp mit 0:1 unterlag. Die Geißböcke traten mit einer Rumpftruppe an (Mittelstürmer Lukas Klünter) und Ruthenbeck brachte mit Chris Führich einen Debütanten im Profibereich. Eine Szene blieb damals besonders in Erinnerung, als Ruthenbeck Führich für alle hörbar ein „Trau dich!“ vor einem Zweikampf mit Rafinha zurief. Drei Jahre später hat es Ruthenbeck wieder getan – mit Erfolg für die U19.

Köln – Als die U19 des 1. FC Köln am Freitagmittag im Derby gegen Bayer Leverkusen antrat, erlebten Beobachter des Spiels, die auch am 13. Dezember 2017 in der Allianz Arena vor Ort waren, ein Déjà-vû. Damals war es Chris Führich gewesen, der einen Sprint über die linke Außenbahn anzog, direkt an der Trainerbank vorbei. Ruthenbeck stand dort, die Hände auf die Knie gestützt, und brüllte seinem Spieler zu: „Trau dich!“ Führich ging ins Eins-gegen-Eins mit Rafinha – und setzte sich durch. Der Konter führte zwar nicht zum Torerfolg, doch er blieb nachhaltig in Erinnerung (hier gibt’s die Story dazu).

Am Freitag nun geschah Selbiges erneut: Ruthenbeck, inzwischen Erfolgstrainer der Kölner U19, stand am Spielfeldrand, als Marvin Obuz kurz vor Schluss den Ball auf der linken Außenbahn bekam, direkt auf Ruthenbecks Höhe an der Seitenlinie. Erneut schrie Ruthenbeck: „Trau dich!“ Und Obuz traute sich! Der Linksaußen zog in Richtung Strafraum, machte einen doppelten Übersteiger gegen seinen Gegenspieler, ging links vorbei – und als alle mit einer scharfen Hereingabe rechneten, jagte Obuz den Ball mit Wucht in den Winkel im kurzen Eck. Ein Traumtor zum 4:0 gegen den Erzrivalen, das alle Zurückhaltung brach. Obuz ließ sich von seinen Teamkollegen feiern, Ruthenbeck breitete die Arme aus und jubelte ausgelassen an der Seitenlinie.

„Trau Dich!“ In München forderte Ruthenbeck Führich auf, sein Herz in die Hand zu nehmen. (Foto: imago/MiS)

Ausgerechnet Obuz, der bereits mehrfach an der Schwelle zwischen Nachwuchs und FC-Profis stand, in der Vorbereitung zwischenzeitlich mit der Mannschaft von Trainer Markus Gisdol trainieren durfte. Der Junioren-Nationalspieler gehört zu den vielversprechenden Offensivtalenten aus der Kölner Kaderschmiede. Ruthenbeck weiß, dass der Youngster noch effektiver werden muss, um es nach oben zu schaffen. Und so pushte er ihn am Freitag zum Traumtor. „Wie bei Chris Führich, stimmt“, sagte Ruthenbeck dem GEISSBLOG.KOELN und erklärte: „Wir haben auf den Außenbahnen in den letzten Jahren mit Thielmann, Lemperle, Obuz, Wydra oder Breuer richtig gute Jungs. Den Unterschied macht dann aus, dass sie mutig ins Eins-gegen-Eins oder Eins-gegen-Zwei gehen. Darin müssen sie eine gute Quote entwickeln. Das entscheidet letztlich mit darüber, ob sie im Profibereich stattfinden können oder nicht.“

Ruthenbecks einstiger Ziehspieler Chris Führich ist inzwischen Stammspieler beim SC Paderborn in der Zweiten Liga und hat sich mit drei Toren und einer Vorlage in den ersten sechs Saisonspielen bereits gut eingeführt. Tim Lemperle traf am Samstag für die Kölner U21 in der Regionalliga, Jan Thielmann gehört regelmäßig zum Kader der FC-Profis. Einige Jungs haben den Sprung also schon geschafft oder sich zumindest in eine vielversprechende Position gebracht. Talenten wie Obuz oder Wydra will Ruthenbeck nun dabei helfen. „Jeder Bundesliga-Trainer wünscht sich Spieler, die solche Situationen gut auflösen können. Deswegen werden wir sie immer wieder fordern, in diese Duelle zu gehen.“ Am Freitag half es dem FC zum 5:0-Kantersieg über die Werkself. Ein Spiel, das der U19 einen Schub geben soll für die kommenden Wochen.

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