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Über zehn Millionen: Köln zahlt jetzt höchste Stadion-Pacht

Seit dem Aufstieg des 1. FC Köln im Jahr 2014 zahlen die Geissböcke die zweithöchste Stadionpacht in der Bundesliga. Das ändert sich zur neuen Saison. Der Effzeh wird künftig noch mehr als die bisherigen 9,5 Millionen Euro jährlich zahlen – und damit künftig so viel wie kein anderer Bundesligist.

Köln/Kitzbühel – Mitte August ist es endlich soweit: Dann wird die Machbarkeitsstudie vorgestellt, die sich mit einem Ausbau des RheinEnergieStadions befasst. Ist es möglich, in Müngersdorf künftig über 70.000 Zuschauer unterzubringen? Fragen der Statik, der Parkplatzsituation, des Lärmschutzes, des Denkmalschutzes und der weiteren Infrastruktur in Müngersdorf müssen beantwortet werden.

Die Antworten auf diese Fragen werden darüber entscheiden, ob der 1. FC Köln über das Jahr 2024 hinaus im RheinEnergieStadion spielen wird. Bekannt ist, dass die Geissböcke das Stadion am liebsten kaufen und ausbauen würden. Bekannt ist aber auch, dass die Geissböcke mit 9,5 Millionen Euro die zweithöchste Stadionpacht in der Bundesliga bezahlen. Zumindest war dies in der vergangenen Saison noch so.

Drei Europa-Heimspiele machen Pacht teurer

Durch die Qualifikation für die Europa League erhöht sich diese Pacht nun. Nach GBK-Informationen muss der 1. FC Köln künftig über zehn Millionen Euro jährlich an die Stadt Köln überweisen, da mindestens drei Heimspiele in der Gruppenphase zu den bisherigen Heimspielen einer Saison hinzukommen. Diese Erhöhung der Pacht ist freilich durch die Mehreinnahmen in Europa mehr als gedeckt. An dem Umstand, dass der Effzeh künftig die höchste Pacht aller Bundesligisten zahlen wird, ändert das allerdings wiederum auch nichts.

Bis dato galt Eintracht Frankfurt als Verein mit der höchsten Zahlung an die Stadt. Dies gilt künftig für die Geissböcke. „Die Stadionpacht steigt, das stimmt“, bestätigte Präsident Werner Spinner dem GEISSBLOG.KOELN. Genaue Zahlen wollte er allerdings nicht kommentieren. Der Effzeh kann die Erhöhung der Pacht in der aktuell rosigen Finanzsituation verkraften. Dennoch dürfte das Durchbrechen der Zehn-Millionen-Euro-Schallmauer nur zusätzliches Wasser auf die Mühlen der FC-Argumentation sein, den 2024 endenden Pachtvertrag nicht zu verlängern und entweder als Käufer das RheinEnergieStadion zu übernehmen oder in eine eigens neu gebaute Arena umzuziehen.


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13 Kommentare
    • Bob
      Bob says:

      So sieht’s aus. Das sind auch die die den selben Vertrag damit beworben haben, dass man in der 2.Liga sehr viel spart, die Stadt ist uns dem Verein ja auch entgegen gekommen damals. Irgendwie sollte man sich da nicht beschweren.

      • Pitter
        Pitter says:

        Wo ich dir Recht geben muss: Beschweren kann man sich von FC-Seite über den Pachtvertrag wohl nicht.
        Dennoch darf man auch gerne daran erinnern, dass die Absegnung durch den aktuellen Vorstand die einzige Möglichkeit schien, den FC überhaupt noch am Leben zu halten. Wenn man sich zwischen einem unliebsamen Pachtvertrag und der drohende Illiquidität entscheiden muss, dürfte die Wahl nicht schwer fallen. Das bedeutet aber längst nicht, dass einem die gewählte Variante gefallen muss.

        Auch wenn der Pachtvertrag vom aktuellen Vorstand notgedrungen so abgesegnet wurde, ist es trotzdem seine Pflicht, in erster Linie die Interessen des Clubs zu wahren. Deshalb wird von ihm auch erwartet, sich jetzt nach Alternativen umzuschauen. Natürlich sollte man der Stadt dankbar dafür sein, dass sie dem FC entgegen gekommen ist. Dabei darf man aber auch daran erinnern, dass sich dieses Entgegenkommen für die Stadt finanziell absolut gelohnt hat. Es kann jedenfalls niemand erwarten, dass der FC aus reiner Dankbarkeit das gesamte nächste Jahrtausend eine üppige Miete zahlen muss.

        Jetzt gilt es jedenfalls nach vorne zu blicken und eine Lösung zu finden, die sowohl für den FC als auch für die Stadt Köln langfristig fair ist. Anbieten würde sich dabei insbesondere der Kauf des Stadions zu einem angemessenem Preis. Natürlich ist dabei absolut erstrebenswert, dass der FC und die Stadt bei allem was kommen mag Hand in Hand zusammenarbeiten. So wie es der FC auch beim Ausbau des Geißbockheims angestrebt hatte – nur um dann durch die politischen Machtspielchen bestimmter Parteien bitter enttäuscht zu werden…

        Dennoch sollte der FC weiterhin eine Kooperation mit der Stadt anstreben, von der beide Seiten profitieren. Es wäre aber naiv zu glauben, dass sich die politischen Machtspielchen bestimmter Parteien nicht wiederholen würden, weshalb der FC in jedem Fall einen Plan B und einen Plan C in der Hinterhand bewahren sollte. Sollte die Stadt weiterhin auf Machtspielchen setzen, muss der FC dann notfalls eben andere Wege gehen. Bleibt für beide Seiten zu hoffen, dass dies nicht nötig wird.

    • Ulrike
      Ulrike says:

      Es wird nicht „immer wieder ausgeblendet“, sondern viel zu selten betont, dass 2012 uns leeve Effzeh für die Stadt kein Verhandlungspartner, sonst ein „Bitt­stel­ler auf Krücken“ war!

      In der ersten Linie ginge es für uns um Drücken des damals schon zu hohen Pachtpreises in der 2. Liga. Das Spielen in der Liga 2 haben die Vorgänger wohl nicht vorgesehen wir sollten doch mit Poldi und Manische in die CL!

      So viel nach unten für alle Wettbewerbe könnte man die Stadt niemals drücken und man musste perspektivisch andere Gelder anbieten. In diesem Fall die bei einem, anno 2012 extrem unwahrscheinlichen internationalen Geschäft. Ich wette, die HSV-Spieler haben auch eine Meister-, CL- oder Pokalsieger-Prämie in ihren Verträgen … rechnet keiner damit, umso leichter kann man darüber reden. Falls der Fall haben beide Seiten etwas davon, falls nicht, hat es nicht geschadet. Win-win so zu sagen.

    • kein Pitter
      kein Pitter says:

      Ich denke nicht, dass Jemand, der sich mit dem FC beschäftigt, das ausblendet.
      Es geht auch nicht darum vertragsbrüchig zu werden, sondern eine Position bezüglich der Stadionthematik aufzubauen.

      Der vorherige Vertrag war überzogen – ohne vernünftige Staffelung.
      Der neue ist so ausgehandelt worden, sodass auch eine Erfolgskomponente Einzug erhält.
      Damals wurde von der Öffentlichkeit gejammert, dass sich die Stadt übers Ohr hauen lassen würde.
      Nun, da haben die Miesepitter ohne den Erfolg des 1. FC Köln gerechnet, denn jetzt zahlt der FC mehr als es der alte Vertrag vorgesehen hätte.

      Aber wie man (im VERGLEICH) sieht, hat der FC zu jeder Zeit eine überdurchschnittliche Pacht an die Stadt überwiesen.
      Und diese kolportierten 10 Mio fehlen der Stadt, wenn der FC ausziehen sollte.
      Und JA, der FC hat dies (im übrigen gemeinsam mit der Stadt ;-) ) ausgehandelt.

      Nun beginnen die Verhandlungen von vorne und jeder bringt seine Geschütze in Stellung.

  1. AJ
    AJ says:

    Bei der öffentlichen Golfanlage, die auch durch die KSS verwaltet wird, verzichtet die Stadt freiwillig auf €100000 nachdem man bestehende Verträge grundlos gekündigt hat…aber wenn man fürs Stadion mehr Miete bekommt… alles sehr merkwürdig!!

  2. Nick
    Nick says:

    Aber es beschwert sich doch gar niemand. Weder Leute vom Club, noch der Geissblock als Schreiber des Artikels. Hier wird doch nur eine Tasache dargestellt, mehr nicht.

    Wenn ein Ausbau des Stadions abgeschlossen ist, sollte die Stadt einfach sagen – „Das Stadion hatte vor dem Umbau einen Buchwert von 80 Millionen, hinzu kommt der Umbau in Höhe von 100€ = 180 Millionen“ und zu dem Kurs sollte man dem Effezh das Stadion dann verkaufen.

    Der Effzeh zahlt mit den Pachtbeträgen den Kredit zurück und erzielt noch Einkünfte über die Vermietungen…so ist das Stadion dann in 15-18 Jahren bezahlt, wenn Wehrle noch länger bei uns bleibt wahrscheinlich schon in 12-13 Jahren…

    Wenn man sieht, was für Beträge in der Oper versenkt werden und das im Vergleich für eine winzige Anzahl von Bürgern, dann sollte man mit dem größten Club der Stadt und einem der größten Webeträger für diese Stadt anständig umgehen. Der Pachtvertrag ist so wie er jetzt ist bis 2024 komplett in Ordnung, danach sollte eine andere Lösung her.

  3. Held
    Held says:

    Richtig so. Hier beschwert sich niemand. Aber der FC muss eine klare Kante zeigen. Entweder Einigung mit der Stadt oder Umzug. Schluss aus Micky Mouse. Ist doch egal ob wir nach Mungersdorf, Frechen oder Porz fahren. Hauptsache es ist gut erreichbar und die Stimmung passt.

    Come on, FC

    • kein Pitter
      kein Pitter says:

      Naja, so egal dürfte das Vielen dann doch nicht sein.

      Fährst Du auch zu Auswärtsspielen? Ich finde es schrecklich, wie viele Arenen auf einem Acker gebaut wurden.
      Mainz, Augsburg, Gladbach, München rot, Ingolstadt…

      Mein Stadionerlebnis beginnt schon auf dem Weg dahin und dazu gehören Wegbier, Stadt und Kneipen. All das hat man auf dem Land nicht.
      Dafür hat man einen tollen Shuttlebus…

      ABER: Die Verkehrssituation ist ganz sicher ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl des Standortes!!

  4. Nix ist unmöglich
    Nix ist unmöglich says:

    Da das Bau-Geld so günstig wie noch nie ist sollte man sich mit einer vernünftigen Bank beraten , und einen Neu-Bau vorziehen. Wenn man der Bank jedes Jahr 10.000000€ zurück zahlen kann wird sich doch bestimmt hier eine finden lassen . Investoren sind ja auch willkommen. Ford Arena usw. Ist doch auch eine Möglichkeit.

  5. Paul Paul
    Paul Paul says:

    Überbewertet!

    Die Pachtfrage ist überbewertet. Durch Europa entstehen deutlich mehr Einnahmen, dann wird man die erhöhte Pacht bezahlen können. Die Verträge hat der FC unterzeichnet, und er kann sie erfüllen, also gibt es keinen Grund zum Klagen.

    Der FC muss sich für die Zukunft aufstellen, und dabei sind die Trainingsanlage und das Stadion elementare Faktoren. Wenn man die Kommentare der Bürgerinitiative, die es sogar in Spiegel Online geschafft haben, durchliest, kann man schnell erkennen, mit welchen Knallköpfen man es zu tun hat. Hier kann die Stadt zeigen, was ihr der FC wert ist, und wenn sich stattdessen dieses spinnerte Sektierertum durchsetzt, dann sollte dorthin umgezogen werden, wo das Engagement größer und die Arrogang kleiner ist.

  6. Thorsten
    Thorsten says:

    Ich finde es gut, dass die Stadt von einem mittlerweile Wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen eine erhöhte Pacht bekommt. Das Geld wird ja nicht in eine Villa in Spanien gesteckt sondern kommt den Bürgern der Stadt zu gute.

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